Berliner Pride friedlich - Ărger bei «Queers for Palestine»
28.07.2024 - 21:50:21 | dpa.deHunderttausende haben beim Berliner Christopher Street Day unter dem Motto «Nur gemeinsam stark â fĂŒr Demokratie und Vielfalt» demonstriert. «Die Abschlusskundgebung war eine friedliche groĂe Party», teilten die CSD-Veranstalter mit. Highlight am Samstagabend war der Auftritt von Herbert Grönemeyer. Laut SchĂ€tzungen der Polizei vom spĂ€ten Samstagabend nahmen mindestens 250.000 Menschen am CSD teil.Â
Obwohl es zeitweise stark regnete, harrten viele aus, um Grönemeyer zu sehen. «Zurzeit werden Demokratien weltweit auf perfide Art und Weise durch fundamentalistische, faschistische KrĂ€fte attackiert», sagte der SĂ€nger auf der BĂŒhne zum Abschluss der Veranstaltung. Rechte KrĂ€fte arbeiteten gegen andere Lebensmodelle. «Lassen wir das nicht zu», rief Grönemeyer. «KĂ€mpfen wir fĂŒr eine progressive Welt, jeden Tag und Seite an Seite.» Um Mitternacht wurde die Demo offiziell beendet.Â
Appell an die Politik
Die Veranstalter appellierten an die Politik, den Schutz queerer Menschen ins Grundgesetz aufzunehmen. Die Ănderung von Artikel 3 des Grundgesetzes mĂŒsse noch in dieser Wahlperiode kommen, forderte die Aktivistin Sophie Koch von der Landesarbeitsgemeinschaft Queeres Netzwerk Sachsen in der Eröffnungsrede. UnterstĂŒtzung erhielten die Aktivistinnen und Aktivisten von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (GrĂŒne). Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano, der wegen seiner Arbeit Morddrohungen bekommen hat, war mit PersonenschĂŒtzern auf dem CSD unterwegs.
Der CSD in Berlin gilt als eine der gröĂten Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren Community in Europa.Â
WÀhrend die Hauptveranstaltung beim Christopher Street Day nach Polizeiangaben ausgelassen und friedlich verlief, gab es bei der zeitgleich stattfindenden, aber deutlich kleineren Kundgebung «Internationalist Queer Pride» in Berlin-Neukölln etliche Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und EinsatzkrÀften, hieà es von der Polizei.
Strafbare Sprechchöre in Neukölln
In der Spitze habe es bei dem Aufzug, bei dem SolidaritĂ€t mit PalĂ€stina gefordert wurde, am Samstag 5.600 Teilnehmer gegeben. Einige von ihnen hĂ€tten Glasflaschen und Farbbeutel auf Polizisten und Pressevertreter geworfen. AuĂerdem seien strafbare Sprechchöre skandiert und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gezeigt worden. 31 Personen seien vorĂŒbergehend festgenommen worden, darĂŒber hinaus seien 37 Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden.Â
Beim gröĂtenteils friedlichen Christopher Street Day selbst mit rund 250.000 Besuchern gab 58 vorĂŒbergehende Festnahmen. Gleich zu Beginn des CSD hatte die Polizei eine Gruppe Rechter ausgebremst, die versucht hatte, zum Aufzug zu kommen. Die rund 30 Menschen seien am Weiterlaufen gehindert und ĂŒberprĂŒft worden. Da es nicht habe ausgeschlossen werden können, dass die Gruppe homophobe oder transfeindliche Aktionen plante, seien die Menschen einem Bereitschaftsrichter vorgefĂŒhrt worden und zunĂ€chst in Polizeigewahrsam gekommen.
Â
Â
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

