Polizei, BrÀnden

Polizei ermittelt zu BrÀnden in Essen - ein Festgenommener

29.09.2024 - 05:13:02

Rund 30 Verletzte, unter ihnen zwei Kleinkinder, die in Lebensgefahr sind - das ist die Bilanz zweier BrÀnde in Essen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein 41 Jahre alter Mann.

Die Polizei in Essen ermittelt zu den HintergrĂŒnden zweier BrĂ€nde am Samstagnachmittag mit rund 30 Verletzten, darunter acht schwer verletzte Kinder. Festgenommen wurde ein 41-JĂ€hriger. Er sei tatverdĂ€chtig in Bezug auf die beiden BrĂ€nde, sagte ein Polizeisprecher. Außerdem werde er verdĂ€chtigt, wenige Minuten spĂ€ter einen Lieferwagen in zwei GeschĂ€fte gesteuert zu haben. Die Kripo prĂŒft die ZusammenhĂ€nge der Taten, wie die Polizei mitteilte. Zu den Motiven des VerdĂ€chtigen könne man zunĂ€chst nichts sagen. Der Essener mit syrischer Staatsangehörigkeit sei unverletzt geblieben.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden 31 Menschen verletzt - zwölf beim ersten Brand, 19 beim zweiten kurz darauf. Beim ersten Feuer wurden acht Kinder schwer verletzt, darunter zwei kleine Kinder, die sich lebensgefĂ€hrliche Verletzungen zuzogen. Nach vorlĂ€ufigen Informationen seien sie zwei und vier Jahre alt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bei dem anderen Feuer seien elf Menschen schwer, aber nicht lebensgefĂ€hrlich verletzt worden. Alle Verletzungen seien durch Brandrauch entstanden. Bei Kleinkindern sei das besonders gefĂ€hrlich, ihre Lungen wĂŒrden durch den heißen Rauch sofort stark geschĂ€digt. Die beiden kleinen Kinder kamen in Spezialkliniken. Alle Verletzten seien zur Behandlung in KrankenhĂ€user gekommen.

Bewohner hielten Kinder aus den Fenstern

Die BrĂ€nde brachen den Angaben zufolge kurz nacheinander um kurz nach 17.00 Uhr in zwei MehrfamilienhĂ€usern in den Stadtteilen Altenessen und Stoppenberg aus. Die Feuerwehr brachte die Menschen aus den HĂ€usern teils ĂŒber Leitern in Sicherheit, weil die TreppenhĂ€user durch das Feuer nicht mehr passierbar waren. Vor dem Eintreffen der RettungskrĂ€fte hatten Nachbarn an einem der HĂ€user schon Bauleitern an die Wand gestellt. Diese seien aber zu kurz gewesen, sagte der Feuerwehrsprecher. «Das hat aber dazu gefĂŒhrt, dass, als wir ankamen, schon Leute an den Fenstern hingen, Kinder rausgehalten haben.» Die Lage sei «dramatisch» gewesen. Die Feuerwehrleute hĂ€tten dann zunĂ€chst ein Sprungpolster ausgebreitet, das aber nicht zum Einsatz gekommen sei.

In der Spitze seien rund 160 EinsatzkrĂ€fte beteiligt gewesen. Zwei große BrĂ€nde, die parallel bekĂ€mpft werden mĂŒssen, seien auch fĂŒr eine große Stadt wie Essen eine Herausforderung. Der Einsatz habe etwa eineinhalb Stunden gedauert.

Mutmaßlicher TĂ€ter fuhr mit Lieferwagen in zwei LĂ€den

Der 41 Jahre alte Festgenommene wird auch verdĂ€chtigt, mit einem Lieferwagen in zwei GeschĂ€fte im Stadtteil Katernberg gefahren zu sein. Eins davon war ein Obst- und GemĂŒseladen. Dabei wurde laut Polizei niemand verletzt. Ob die beiden LĂ€den zum Tatzeitpunkt geschlossen waren, war laut dem Polizeisprecher zunĂ€chst unklar. In der NĂ€he dieser beiden LĂ€den sei der Mann festgenommen worden.

Zu Berichten, wonach der Mann auch jemanden mit einem Messer und einer Machete bedroht habe, wollte der Sprecher nichts sagen. In dem Zusammenhang wĂŒrden derzeit Videos aus den sozialen Netzwerken ausgewertet. «Die werden aktuell gesichtet und geprĂŒft, inwiefern die mit der Tat zusammenhĂ€ngen, inwiefern das der TatverdĂ€chtige ist und was genau die HintergrĂŒnde sind», sagte der Sprecher.

@ dpa.de