Russland: «Luna-25» bei Aufprall auf MondoberflÀche zerstört
20.08.2023 - 11:02:29 | dpa.deRusslands erste Mondmission seit fast 50 Jahren ist gescheitert. Die Sonde «Luna-25» sei nach einer «auĂerplanmĂ€Ăigen Situation» auf der MondoberflĂ€che aufgeschlagen und habe aufgehört zu existieren, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Sonntag in Moskau mit. Die GrĂŒnde fĂŒr den Verlust der Sonde wĂŒrden geklĂ€rt, hieĂ es. Dazu werde eine Kommission eingerichtet. Die erste Raumsonde seit 1976 hatte eigentlich an diesem Montag auf dem SĂŒdpol des Mondes landen sollen.
Die stolze Raumfahrtnation wollte damit zeigen, dass sie neben dem Krieg gegen die Ukraine und den vom Westen erlassenen Sanktionen trotzdem zu wissenschaftlichen Höchstleistungen in der Lage ist. Russische Politiker hatten nach dem erfolgreichen Start der Sonde am 11. August noch betont, dass sich das Land nicht unterkriegen lasse.
Am Samstag hatte Roskosmos zunĂ€chst einen unerwarteten Zwischenfall gemeldet. In Vorbereitung auf das baldige Aufsetzen auf der MondoberflĂ€che sollte die Sonde am Samstag um 14.10 Uhr Moskauer Zeit (13.10 Uhr MESZ) in eine neue Umlaufbahn des Erdtrabanten eintreten. «WĂ€hrend der Operation kam es an Bord der automatischen Station zu einer auĂerplanmĂ€Ăigen Situation, die es nicht erlaubte, das Manöver unter den vorgegebenen Parametern auszufĂŒhren», hieĂ es.
«Luna-25» war Teil des russischen Mondprogramms, das die Errichtung einer eigenen Raumstation auf dem Himmelskörper bis 2040 vorsieht. Die Sonde startete vor mehr als einer Woche ins All und trat am vergangenen Mittwoch in die Umlaufbahn des Mondes ein. Seitdem suchte der 1800 Kilogramm schwere Flugkörper russischen Angaben zufolge nach einem geeigneten Landeplatz. Am Donnerstag prÀsentierte Roskosmos ein Foto der MondoberflÀche, das die Sonde aufgenommen habe.
Es war die erste Mondmission seit der sowjetischen Raumsonde «Luna-24» im Jahr 1976. Eigentlich hĂ€tte «Luna» schon lange unterwegs sein sollen. Der erste geplante Starttermin einer Mondsonde war 2012. Im vergangenen Jahr dann wurde fĂŒr Mai erneut ein Start anvisiert, der sich dann aber wegen technischer Probleme wieder verzögerte. UrsprĂŒnglich arbeitete Roskosmos mit der europĂ€ischen Raumfahrtagentur Esa an dem Mondprogramm. Nach Russlands Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 beendete die Esa jedoch die Zusammenarbeit mit Moskau.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
