Sardinien testet in 15 Restaurants Essen ohne Handy
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 13:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFamilien testen Essen ohne Bildschirm
- Die Aktion âA tavola senza schermiâ startete an einem Sonntag auf Sardinien.
- 15 GaststÀtten in Cagliari und kleineren Gemeinden beteiligen sich an dem Pilotversuch.
- Familien erhalten Spiele und Buntstifte als Alternative zu Handy und Tablet.
Sardinien startet Familienessen ohne Bildschirme
Auf Sardinien hat ein zunĂ€chst auf einen Monat befristeter Pilotversuch gegen die Handynutzung beim Restaurantbesuch begonnen. An der Aktion âA tavola senza schermiâ beteiligen sich seit diesem Sonntag 15 GaststĂ€tten auf der italienischen Mittelmeerinsel.
Handys kommen in die Tasche oder den Korb
GĂ€ste verpflichten sich beim Betreten der teilnehmenden Lokale, Handys und Tablets tief in den Taschen zu verstauen oder in einem Korb abzulegen. Familien mit Kindern erhalten im Gegenzug ein Begegnungsset mit Spielen und Buntstiften.
Die Initiative wurde vom Gastgewerbeverband der Insel gemeinsam mit der Kinder- und Jugendbeauftragten Anna Cau entwickelt. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche beim Essen vom Bildschirm wegzubringen, damit sie wieder spielen, malen und miteinander reden.
Ausnahmen bleiben möglich
Die Teilnahme ist freiwillig; ein striktes Handyverbot gibt es nicht. Wichtige Telefonate dĂŒrfen nach Absprache abseits des Tisches und auĂer Hörweite gefĂŒhrt werden.
Kinderschutz und GesprÀche
Cau sagte, die digitale Welt mĂŒsse gut geregelt werden. MinderjĂ€hrige mĂŒssten vor dem Missbrauch elektronischer GerĂ€te und vor ungeeigneten Inhalten geschĂŒtzt werden; zugleich mĂŒssten Eltern die Risiken und Chancen technischer GerĂ€te kennen.
Der Vorsitzende des Gastgewerbeverbands, Emanuele Frongia, erklĂ€rte, ein Restaurant sei ein Ort, an dem man sich treffe, miteinander spreche und Zeit miteinander verbringe. Beteiligt sind Lokale in gröĂeren StĂ€dten wie der Inselhauptstadt Cagliari ebenso wie in kleineren Gemeinden. Sardinien wird zudem von vielen Touristen besucht.
Die sardische Aktion setzt an einem Alltag an, der in vielen Familien lÀngst zum Konfliktthema gehört: Smartphones und Tablets begleiten Mahlzeiten, GesprÀche und die Betreuung von Kindern. Der Pilotversuch verbindet dabei keine gesetzliche Vorgabe mit dem Verzicht auf Bildschirme, sondern eine freiwillige Vereinbarung zwischen GaststÀtten und GÀsten.
Bemerkenswert ist die Verbindung von Kinderschutz und Gastronomie. Die Organisatoren wollen nicht nur ungeeignete Inhalte und eine ĂŒbermĂ€Ăige Nutzung elektronischer GerĂ€te eindĂ€mmen, sondern auch den Restaurantbesuch als sozialen Raum stĂ€rken. Spiele und Buntstifte sollen den Verzicht auf digitale Unterhaltung erleichtern, ohne Familien vorzuschreiben, wie sie ihre gemeinsame Zeit zu gestalten haben.
Ein kleiner Test mit gröĂerer Debatte
Mit 15 teilnehmenden Lokalen bleibt das Vorhaben zunĂ€chst ĂŒberschaubar. Der einmonatige Zeitraum erlaubt jedoch praktische Erfahrungen: Akzeptieren Familien die Ablagekörbe, wie oft werden Ausnahmen verlangt und verĂ€ndert sich die AtmosphĂ€re im Gastraum? FĂŒr Reisende auf Sardinien ist die Teilnahme vor allem eine freiwillige Möglichkeit, den Restaurantbesuch bewusster ohne Bildschirm zu gestalten. Ob daraus eine dauerhafte Initiative oder ein Modell fĂŒr weitere Orte wird, hĂ€ngt von der Resonanz der beteiligten GĂ€ste und Betriebe ab.
Frankfurter Rundschau: âSardinien: 15 Restaurants testen Familienessen ohne Handyâ (30.10.2026)
Der Artikel bestĂ€tige die Zahl der teilnehmenden Restaurants und stelle ebenfalls Anna Cau sowie den sardischen Gastgewerbeverband als TrĂ€ger des Projekts heraus. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf die institutionelle UnterstĂŒtzung durch den italienischen KinderĂ€rzteverband Fimp.
