Umfrage: Mehr Gewalt und Mobbing unter SchĂŒlern
30.09.2024 - 13:34:15Psychische Gewalt wie Beleidigungen und Formen des Mobbings unter SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern haben einer Umfrage zufolge nach der Corona-Pandemie zugenommen. Diesen Eindruck hatte mehr als die HĂ€lfte (56 Prozent) der LehrkrĂ€fte an allgemeinbildenden Schulen, wie aus der in Köln vorgestellten reprĂ€sentativen Umfrage der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervorgeht. 44 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer sehen demnach auch eine Zunahme von körperlicher Gewalt.Â
Die Zahl der gewaltbedingten SchĂŒlerunfĂ€lle stieg 2023 den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr um rund 11.000 auf 64.897. Sie lag damit allerdings immer noch unter dem Wert vor der Pandemie (2019: 72.973), wie die DGUV weiter mitteilte. Laut ihrer Statistik lag die Unfallrate im vergangenen Jahr bei 7,5 gewaltbedingten UnfĂ€llen je 1.000 Versicherte. Diese Quote liegt demnach zwar deutlich ĂŒber jenen der Pandemie-Jahre (2020: 4,6, 2021: 3,9, 2022: 6,4), aber immer noch unter der Unfallrate vor der Pandemie (2019: 8,8). Schwere Verletzungen wie Frakturen als Folge gewaltbedingter UnfĂ€lle seien selten, hieĂ es.
«Noch ein gutes StĂŒck Weg vor uns»
Der langjĂ€hrige Trend rĂŒcklĂ€ufiger Unfallzahlen durch Gewalt sei zwar ungebrochen, sagte DGUV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Hussy. «Das darf jedoch kein Anlass sein zu glauben, alles wĂ€re in Ordnung.» Denn die Unfallstatistik zeige kein vollstĂ€ndiges Bild des Gewaltgeschehens an Schulen. «Insbesondere psychische Gewalt und ihre Folgen tauchen darin nicht auf. Um ein Gesamtbild der Lage an allgemeinbildenden Schulen nach der Pandemie zu erhalten, haben wir daher diejenigen gefragt, die fĂŒr die Sicherheit und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Schulen besondere Verantwortung tragen: Lehrerinnen und Lehrer», so Hussy. Die Ergebnisse zeigten, «dass wir mit Blick auf eine gewaltfreie Schule noch ein gutes StĂŒck Weg vor uns haben».Â
Die DGUV ist der Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sind beim Schulbesuch und auf dem Schulweg gesetzlich unfallversichert. Dieser Versicherungsschutz erstreckt sich den Angaben zufolge grundsĂ€tzlich auch auf gewaltbedingte UnfĂ€lle.Â


