Schleswig-Holstein, Deutschland

Drei Menschen sterben bei Ostereiersuche im Norden

05.04.2026 - 16:07:06 | dpa.de

Schlimmes Unglück am Ostersonntag: Ein Baum stürzt bei der Ostereiersuche auf eine Gruppe in einem Wald bei Flensburg. Drei Menschen sterben, darunter eine Frau und ihr Baby.

  • Drei Menschen sterben in einem Waldstück südöstlich von Flensburg. - Foto: Benjamin Nolte/dpa
  • Bei der Ostereiersuche einer Gruppe stürzt ein Baum um. - Foto: Benjamin Nolte/dpa
  • In einem Waldstück im Norden Schleswig-Holsteins ist ein Baum auf eine Gruppe gestürzt. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa
  • Einsatzkräfte untersuchen den Baum. - Foto: Benjamin Nolte/dpa
  • Am Unglücksort liegen noch Oster-Süßigkeiten. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa
  • Dieser Baum ist umgestürzt. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa
  • Ein Absperrband erinnert an den Polizeieinsatz. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Drei Menschen sterben in einem Waldstück südöstlich von Flensburg. - Foto: Benjamin Nolte/dpa Bei der Ostereiersuche einer Gruppe stürzt ein Baum um. - Foto: Benjamin Nolte/dpa In einem Waldstück im Norden Schleswig-Holsteins ist ein Baum auf eine Gruppe gestürzt. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa Einsatzkräfte untersuchen den Baum. - Foto: Benjamin Nolte/dpa Am Unglücksort liegen noch Oster-Süßigkeiten. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa Dieser Baum ist umgestürzt. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa Ein Absperrband erinnert an den Polizeieinsatz. - Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Drei Menschen sind am Ostersonntag in einem Waldstück südöstlich von Flensburg durch einen umstürzenden Baum getötet worden, darunter eine Mutter und ihr Baby. Sie gehörten zu einer Gruppe, die Ostereier suchte.

Gegen 11.00 Uhr stürzte ein etwa 30 Meter hoher Baum in der Gemeinde Mittelangeln bei starken Windböen auf die Gruppe, wie die Polizei berichtete. Vier Menschen wurden unter dem Baum eingeklemmt.

Zehn Monate altes Baby stirbt im Krankenhaus

Trotz umgehend eingeleiteter Rettungsmaßnahmen starben noch am Unglücksort eine 16-Jährige und eine 21 Jahre alte Frau. Die zehn Monate alte Tochter der 21-Jährigen wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Kiel gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlag.

Schwere Verletzungen zog sich eine 18-Jährige zu. Sie wurde in ein Krankenhaus nach Heide geflogen, wo sie nach Polizeiangaben operiert wurde. «Nach meinen Erkenntnissen ist die Person außer Lebensgefahr, wird aber weiterhin behandelt», sagte der Sprecher. Weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Zur genauen Zahl der Betroffenen konnte ein Polizeisprecher am Sonntag keine Angaben machen.

Rund 50 Bewohner einer Wohngruppe unterwegs

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hielten sich rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreuungspersonen einer nahegelegenen Wohneinrichtung in dem Waldstück auf, um Ostereier zu suchen. Währenddessen sei vermutlich infolge der starken Windverhältnisse ein Baum auf die Gruppe gestürzt.

«Zur Ursache können wir noch keine verlässlichen Angaben machen», sagte der Polizeisprecher. Zum Unfallzeitpunkt hätten starke Böen geherrscht. «Dadurch ist vermutlich dieser Baum dann umgestürzt.»

Suche nach der Ursache

Noch ist unklar, ob der umgestürzte Baum Vorschäden oder eine Krankheit aufwies. Die Landesforsten seien über den Vorfall bereits informiert worden, sagte ein Polizeisprecher.

Unter und am Geäst des umgestürzten Baumes lagen am Sonntagabend diverse Schoko-Ostereier, teilweise zerdrückt, wie ein dpa-Fotoreporter beobachtete. Unter dem Stamm klemmte ein kleines Plastikrad, das möglicherweise von einem Kinderwagen stammt. Der Baum war mit Farbe markiert.

Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreuungskräfte wurden vor Ort durch Notfallseelsorger betreut. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an. Ein Todesermittlungsverfahren sei aufgenommen worden, sagte der Sprecher. 

Reaktion des Trägers der Einrichtung

Der private Träger der betroffenen Einrichtung Sternipark sprach in einer Stellungnahme von einem tragischen Unglück während eines Ausflugs, das die gesamte Einrichtung zutiefst erschüttert habe. «Ein umstürzender Baum hat das fröhliche Ostereiersuchen fürchterlich beendet.» Die Einrichtung dankte allen Einsatzkräften der Feuerwehren und Polizei, den Notfallseelsorgern und Mitarbeitern, die vor Ort alles Menschenmögliche unternommen hätten, um zu helfen, zu retten und im Schmerz beizustehen. 

«Die Bewohner, Kinder, Jugendlichen, Angehörigen und Mitarbeitenden brauchen jetzt Zeit und unsere ganze Unterstützung, das furchtbare Unglück zu verarbeiten.»

Wie die «Bild»-Zeitung berichtete, waren insgesamt mehr als 80 Einsatzkräfte vor Ort. Ein Polizeisprecher berichtete von einem Großaufgebot an Rettungskräften, auch ein Rettungshubschrauber kam zum Einsatz.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist es im Norden stürmisch. Am Vormittag hatte der DWD tagsüber Windböen bis stürmische Böen zwischen 55 und 65 Kilometern pro Stunde vorhergesagt. Vereinzelt könnte es in exponierten Lagen auch Sturmböen um 80 Stundenkilometer geben. Das entspricht Windstärke neun.

Regierung erschüttert

Mitglieder der Landesregierung haben den Angehörigen und Verletzten ihre Anteilnahme ausgesprochen. «Das furchtbare Unglück bei Satrupholm am Ostersonntag erschüttert uns zutiefst», erklärten Ministerpräsident Daniel Günther, Innenministerin Magdalena Finke (beide CDU) sowie Jugend- und Familienministerin Aminata Touré (Grüne). Aus einem gemeinsamen, freudigen Feiertag sei binnen weniger Augenblicke eine entsetzliche Tragödie geworden.

«Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Getöteten, bei den Verletzten und bei allen, die dieses furchtbare Geschehen miterleben mussten», erklärten Günther, Finke und Touré. Gerade an Ostern werde auf schmerzliche Weise deutlich, wie nah Leid und Hoffnung beieinanderlägen. Sie dankten den Einsatzkräften, die unter außerordentlich belastenden Umständen vor Ort geholfen und alles Menschenmögliche getan hätten.

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