Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Erste Tigermücke in Deutschland bereits im Februar gemeldet

23.05.2026 - 05:29:05 | dpa.de

Schon im Februar wurde die erste Asiatische Tigermücke in Deutschland entdeckt. Eine Expertin erklärt, wann die Saison normalerweise beginnt und was für dieses Jahr zu erwarten ist.

Asiatische Tigermücken sind sehr stechfreudig und penetrant. (Archivbild) - Bild: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa
Asiatische Tigermücken sind sehr stechfreudig und penetrant. (Archivbild) - Bild: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Die erste Asiatische Tigermücke in Deutschland ist in diesem Jahr bereits im Februar gemeldet worden. Die Mücke sei im Raum Bonn im Freiland entdeckt und ihr anschließend zugesendet worden, sagt Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) der Deutschen Presse-Agentur. Die Mücke gehöre wahrscheinlich zu der in Bonn etablierten Tigermücken-Population.

Erfahrungsgemäß seien die ersten Tiere in Deutschland bei etablierten Populationen erst ab Ende Mai, Anfang Juni unterwegs. Mit steigenden Temperaturen würden die Mücken aktiver. Je nach Region kann die Saison aber zu unterschiedlichen Zeiten losgehen, je nachdem wie warm es ist, wie die Expertin erklärt.

Welche Krankheiten Tigermücken übertragen können

Ursprünglich stammt die Art aus den Tropen, breitet sich aber im Zuge des Klimawandels seit den 1990er Jahren massiv in Südeuropa und Teilen Mitteleuropas aus, auch in Deutschland.

Asiatische Tigermücken sind nur etwa einen halben bis einen Zentimeter groß und haben auffällige schwarz-weiße Streifen. Es gibt allerdings auch andere Mückenarten in Deutschland mit schwarz-weißen Streifen. Tigermücken können Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke eine solche Erkrankung durch einen Stich übertragen hat. Experten halten das wegen des Klimawandels aber nur für eine Frage der Zeit.

Von Jahr zu Jahr gebe es mehr Tigermücken in Deutschland, sagt Werner. Sie breiteten sich vom Süden nach Norden aus. Der nördlichste Nachweis einer Population sei in Berlin. «Wir gehen immer davon aus, dass da, wo sich eine Art etabliert hat, diese auch bleibt. Also wenn sie nicht ordentlich bekämpft wird.» Nur zweimal seien Populationen in kleinräumigen Gebieten eliminiert worden, dann aber durch sehr engagierte Behörden.

Was ist für diese Saison zu erwarten?

Werner leitet seit 2012 den sogenannten Mückenatlas und untersucht Mückenfunde aus ganz Deutschland. Bürgerinnen und Bürger, die eine Mücke finden, können sie fangen, einfrieren und per Post an Werner und ihr Team schicken. «Jeder kriegt von uns eine persönliche Rückantwort.» Kinder bekämen eine Mückenjägerurkunde. Im Sommer erreichten sie pro Tag 80 bis 100 Einsendungen.

Wie alle Stechmücken mögen Tigermücken es feucht und warm. «Wenn es jetzt so bleibt, wie es jetzt vom Wetterbericht gesagt wird, immer mal ein Regenguss und es bleibt aber trocken, bleibt sonnig und warm, ja, dann freuen sich die Mücken dieses Jahr», sagt Werner. Bei den Wald- und Wiesenmückenarten gebe es in einigen Regionen Deutschlands bereits einen starken Anflug. Bei den Hausmückenarten gehe es jetzt so langsam los. Die meisten Mücken seien für gewöhnlich in August und September unterwegs. In Deutschland gibt es nach Angaben der Expertin 53 Stechmückenarten.

de | unterhaltung | 69405461 |

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