Tunnel-Drama: Immer wieder RĂŒckschlĂ€ge fĂŒr die Retter
23.11.2023 - 13:12:29In Indien kommen die Arbeiten zur Rettung von 41 Arbeitern aus einem teilweise eingestĂŒrzten Autobahntunnel nur schleppend voran. Vor dem UnglĂŒcksort warteten am Donnerstag Krankenwagen, wie Aufnahmen des örtlichen Fernsehsenders NDTV zeigten. Die MĂ€nner sind seit mittlerweile zwölf Tagen in dem Berg eingeschlossen. Laut Behörden gab es fĂŒr die Retter bei ihren Versuchen, mit einer groĂen Bohrmaschine in Richtung der Arbeiter durchzudringen, immer wieder RĂŒckschlĂ€ge.
Ein australischer Tunnel-Experte, der an den Rettungsarbeiten beteiligt ist, sprach von unglaublich schwierigen Bedingungen. Er sei aber zuversichtlich, dass alle MĂ€nner lebend gerettet werden können, sagte Arnold Dix, PrĂ€sident des Internationalen Dachverbandes fĂŒr Tunnel- und technischen Untertagebau (ITA), dem australischen Sender ABC. «Wir sind oben im Himalaya, und der Himalaya ist im Grunde ein relativ junges Gebirge, was bedeutet, dass es leicht auseinanderbricht», betonte Dix. «Das heiĂt, wenn man einen Tunnel bohrt, besteht stĂ€ndig das Risiko, dass es zu einem Einsturz kommt.»
Kleine Röhre als Lebensader
Der 4,5 Kilometer lange Autobahntunnel war am 12. November nach einem Erdrutsch teilweise eingestĂŒrzt. Geröll blockiert seit dem Vorfall den Weg der Arbeiter zurĂŒck ans Tageslicht. Dix sprach von «Tausenden Tonnen Gestein». Der UnglĂŒcksort befindet sich nahe der Kleinstadt Uttarkashi im Himalaya-Bundesstaat Uttarakhand. In der Region gibt es viele hinduistische Tempel - ein beliebter Pilgerort. Der Tunnel sollte die Verbindungen in der Region verbessern.
Dix lobte das lokale Team aus «erfahrenen Ingenieuren und Technikern aus dem Himalaya», dessen erste Aktion darin bestanden habe, ein Rohr mit einem Durchmesser von zwölf Zentimetern durch das Geröll zu den eingeschlossenen MĂ€nnern zu graben. «Diese kleine Röhre wurde zur Lebensader», erklĂ€rte er. Erst vor kurzem war es gelungen, ein zweites, gröĂeres Rohr einzurichten, so dass die Arbeiter erstmals wieder eine warme Mahlzeit essen konnten.
Die Behörden hatten zunĂ€chst eine schnelle Rettung in Aussicht gestellt, die sich seither aber immer weiter verzögert hat. Am Mittwoch schienen die Retter mit einer starken Bohrmaschine schnell voranzukommen, aber dann stieĂen sie unter anderem auf MetallstĂ€be. Der Plan ist, Röhren in das Geröll zu drĂŒcken, durch die die MĂ€nner herausklettern können, also eine Art «TĂŒr», wie Dix es nannte. «Aber es besteht die Gefahr, dass das Ganze wieder einstĂŒrzt», warnte er.


