Schrankogel: Zwei Deutsche nach 16 Stunden gerettet
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 12:16 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Rettung nach 16 Stunden im Hochgebirge
- Die beiden 18-Jährigen gerieten beim Abstieg vom fast 3.500 Meter hohen Schrankogel in steiles Gelände.
- Wegen Dunkelheit und Schneefalls brachen acht Bergretter und ein Alpinpolizist die Suche zunächst ab.
- Am Sonntagmorgen fanden die Einsatzkräfte die Männer stark unterkühlt und flogen sie ins Krankenhaus.
Zwei deutsche Bergsteiger sind in Österreich nach einer gefährlichen Nacht im Hochgebirge gerettet worden.
Nebel bringt Bergsteiger vom Weg ab
Die beiden 18-Jährigen aus Hannover und dem Landkreis Aichach-Friedberg in Bayern waren laut Polizei beim Abstieg vom Schrankogel in den Stubaier Alpen wegen aufziehenden Nebels vom markierten Steig abgekommen.
Sie gerieten in steiles, unwegsames Gelände und kamen weder vor noch zurück. Am späten Nachmittag setzten die jungen Männer deshalb einen Notruf ab.
Suche bei Dunkelheit abgebrochen
Acht Bergretter und ein Alpinpolizist versuchten, zu den Bergsteigern vorzudringen. Die Suche musste den Angaben zufolge wegen der Dunkelheit und einsetzendem Schneefall abgebrochen werden.
Unterkühlt ins Krankenhaus geflogen
Erst am Sonntagmorgen entdeckten die Retter die beiden Deutschen. Sie hatten rund 16 Stunden in eisiger Kälte ausgeharrt und waren stark unterkühlt.
Ein Notarzthubschrauber brachte die 18-Jährigen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Nebel und Kälte als alpine Risiken
Der Rettungseinsatz am Schrankogel zeigt, wie schnell sich eine Bergtour in hochalpinem Gelände zuspitzen kann. Auf knapp 3.500 Metern können Nebel, Schneefall und Dunkelheit die Orientierung innerhalb kurzer Zeit erheblich erschweren. Markierte Wege sind dann nicht mehr zuverlässig erkennbar, während steiles und unwegsames Gelände das Umkehren zusätzlich gefährlich macht.
Besonders kritisch war in diesem Fall die lange Wartezeit unter freiem Himmel. Nach rund 16 Stunden in eisiger Kälte wurden die beiden jungen Männer stark unterkühlt gefunden. Unterkühlung beeinträchtigt unter anderem Beweglichkeit, Wahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit und kann dadurch eine bereits gefährliche Situation weiter verschärfen.
Rettung bei schwierigen Bedingungen
Die Einsatzkräfte mussten ihre Suche zunächst wegen Dunkelheit und Schneefalls abbrechen. Das verdeutlicht die Grenzen nächtlicher Rettungen im Hochgebirge: Auch für professionelle Helfer steigt das Risiko, wenn Sicht, Gelände und Wetter keinen sicheren Zugang erlauben. Mit dem Notarzthubschrauber stand am Morgen schließlich eine schnelle medizinische Versorgung und der Transport ins Krankenhaus zur Verfügung.

