OECD rÀt zu verantwortungsbewusster Nutzung von Handys
12.05.2024 - 10:21:24Die Industriestaatenorganisation OECD rĂ€t nach einer Studie zu einem verantwortungsbewussten Einsatz von Mobiltelefonen im Schulunterricht. Sie warnt aber zugleich vor massiven LernrĂŒckstĂ€nden bei SchĂŒlern, die stĂ€ndig auf ihr Handy gucken.
SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die tĂ€glich eine bis fĂŒnf Stunden mithilfe von mobilen EndgerĂ€ten lernten, erzielten bessere Ergebnisse als solche, die das nicht tĂ€ten oder stattdessen das Handy im Unterricht fĂŒr Privatzwecke nutzten, teilte die OECD in Paris mit.
Am Beispiel des Mathematikunterrichts ermittelte die OECD durch SchĂŒlerbefragungen, dass im Schnitt 65 Prozent angeben, vom Handy im Unterricht abgelenkt zu werden. Mit 59 Prozent nahezu Ă€hnlich hoch war demnach der Anteil der SchĂŒler, die sich durch die private Handynutzung von Kameradinnen und Kameraden abgelenkt fĂŒhlt. Nach der OECD-Studie erleiden SchĂŒler, die durch Mobiltelefone regelmĂ€Ăig abgelenkt sind, einen LernrĂŒckstand von einem dreiviertel Schuljahr. Schlechtere Lernergebnisse stellten sich demnach insbesondere bei SchĂŒlern ein, die tĂ€glich mehr als eine Stunde wĂ€hrend des Unterrichts am Handy herumspielten.
StĂ€ndige Erreichbarkeit per Handy stresst SchĂŒler
Dazu kommt, dass die Mobiltelefone die jungen Menschen stressen. In Frankreich zum Beispiel gaben 43 Prozent der SchĂŒler an, dass sie sich nervös oder Ă€ngstlich fĂŒhlen, wenn sie ihr Telefon nicht in der NĂ€he haben. Diese SchĂŒler erzielten schlechtere Leistungen, seien weniger zufrieden mit ihrem Leben, hĂ€tten ihre Emotionen weniger gut unter Kontrolle und seien weniger stressresistent. Weniger Ablenkung gebe es, wenn die SchĂŒler verpflichtet wĂŒrden, Benachrichtigungen auf ihren Handys wĂ€hrend des Unterrichts zu deaktivieren und sie sich entsprechend auch nicht verpflichtet fĂŒhlten, wĂ€hrend des Unterrichts auf private Nachrichten zu antworten.
Von einem strikten Handyverbot in der Schule hĂ€lt die OECD in ihrer Studie nichts - und zwar nicht alleine, weil nach der Befragung trotz Verboten viele SchĂŒler dennoch heimlich an ihrem Mobiltelefon hantieren. SpĂ€testens seit der Corona-Pandemie seien mobile EndgerĂ€te vollwertiger Bestandteil des Schulunterrichts geworden und hĂ€tten ihren Nutzen bewiesen. Entsprechend mĂŒsse die Politik sicherstellen, dass es fĂŒr junge Menschen einen gleichwertigen Zugang zu solchen Lerninstrumenten gebe, unabhĂ€ngig davon, ob sie in einer GroĂstadt oder auf dem Land beziehungsweise in einem wohlhabenden oder einem benachteiligten Stadtviertel lebten.


