24-JÀhriger vor Shisha-Bar getötet - VerdÀchtige wieder frei
03.10.2023 - 14:14:11 | dpa.de
Einem Streit vor einer Shisha-Bar folgen tödliche SchĂŒsse: Im Nordosten Hamburgs ist ein 24 Jahre alter Mann von Unbekannten mit mehreren SchĂŒssen getötet worden. Schon kurz nach der Tat nahm die Polizei vier MĂ€nner fest, inzwischen sind sie aber wieder auf freiem FuĂ.
«Die vier VerdĂ€chtigen wurden aus rechtlichen GrĂŒnden vorlĂ€ufig aus dem Polizeigewahrsam entlassen», sagte OberstaatsanwĂ€ltin Liddy Oechtering am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.
EinsatzkrĂ€fte hatten nach Polizeiangaben unmittelbar nach den SchĂŒssen im nahen Umfeld ein mutmaĂliches Fluchtfahrzeug gestoppt und die vier Insassen festgenommen. Oechtering sagte, sie gingen nun davon aus, dass mindestens ein zweites Auto vom Tatort geflĂŒchtet sei. «Hier verfolgen wir zurzeit erste konkrete Spuren.» Mehrere Zeugen hatten die SchĂŒsse am Sonntag gegen 22.30 Uhr im Stadtteil Sasel gehört und den Notruf verstĂ€ndigt.
Wiederbelebung nach SchĂŒssen erfolglos
Ersthelfer versuchten vergeblich, das Opfer zu reanimieren. Der 24-JĂ€hrige erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Das Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes ĂŒbernahm die psychosoziale Akutbetreuung von Familienangehörigen, Freunden und Ersthelfern des Opfers.
Ersten Erkenntnissen zufolge war den SchĂŒssen vor der Shisha-Bar ein Streit zwischen mehreren MĂ€nnern vorangegangen. Zu den HintergrĂŒnden und dem Ablauf der Tat machten Polizei und Staatsanwaltschaft auch am Dienstag zunĂ€chst keine weiteren Angaben.
Die Mordkommission des Landeskriminalamtes und die Abteilung fĂŒr Kapitaldelikte der Staatsanwaltschaft Hamburg ermitteln nun in dem Fall. Zudem werden Zeugen gesucht, die die Tat beobachtet haben oder sachdienliche Hinweise geben können. Vor allem von GĂ€sten der Shisha-Bar erhoffen sich die Ermittler wertvolle Aussagen.
Noch in der Nacht zum Montag untersuchten Spurensicherung und Kriminaltechnik den Tatort. Mindestens acht PatronenhĂŒlsen sollen gefunden worden sein.
Ăhnliche FĂ€lle in der Vergangenheit
Zuletzt war es in Hamburg immer wieder zu Angriffen gekommen, die im Zusammenhang mit DrogenkriminalitÀt stehen könnten. «Im Moment hat die Gewalt zugenommen, eindeutig», sagte Horst Niens, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Hamburg. «GrundsÀtzlich haben wir rund um den Drogenhandel rivalisierende Gruppen bis TÀtergruppierungen. Da sind wir in dem Bereich, dass wir in Richtung Organisierte KriminalitÀt gehen.»
Im Juli 2022 war ein 27-JÀhriger in einer Shisha-Bar in Hamburg-Hohenfelde von zwei MÀnnern gezielt erschossen worden. Der Prozess gegen einen TatverdÀchtigen lÀuft derzeit vor dem Landgericht Hamburg. Der Angeklagte beteuert bislang seine Unschuld.
Im September 2022 hatten zwei MÀnner einem 37-JÀhrigen in Hamburg-Veddel in den Kopf geschossen. Das Opfer soll vermutlich in DrogengeschÀfte verwickelt gewesen sein. Nach Hinweisen zu den TÀtern wurde auch in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... Ungelöst» gesucht.
Im Januar 2023 war in Hamburg-Tonndorf auf zwei in einem Auto sitzende MĂ€nner geschossen worden. Allein Fenster und TĂŒr auf der Fahrerseite hatten mehr als 20 Einschusslöcher. Der 26 Jahre alte Fahrer wurde bei dem Angriff lebensgefĂ€hrlich verletzt.
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