China ordnet mehr Vorbeugung wegen Atemwegsinfektionen an
24.11.2023 - 12:25:37China hat nach dem Bekanntwerden von vermehrten Atemwegsinfektionen stĂ€rkere VorbeugungsmaĂnahmen in betroffenen Regionen angeordnet. Die Volksrepublik rechnet nach Regierungsangaben in diesem Winter und im kommenden FrĂŒhling mit einer parallelen Zirkulation verschiedener Atemwegserkrankungen.
Dies beinhalte Covid-19, die Grippe und Infektionen mit dem LungenentzĂŒndungen verursachenden Bakterium Mycoplasma pneumoniae, teilte der Staatsrat mit. Seit Oktober sei zunĂ€chst vor allem die Zahl der GrippefĂ€lle und Mykoplasmen-Infektionen gestiegen.
In den vergangenen Tagen hatten Berichte ĂŒber die starke HĂ€ufung von Atemwegserkrankungen bei Kindern international und in China Sorgen in der Bevölkerung aufkommen lassen. In Chinas sozialen Medien kursierten Bilder von vollen Kinder-KrankenhĂ€usern. Chinas Regierung nannte mehrere MaĂnahmen, um der Ausbreitung der Erreger vorzubeugen. An GrenzĂŒbergĂ€ngen soll demnach die Körpertemperatur Einreisender kontrolliert werden. Auch soll in Schulen und Altenheimen mehr Kontrolle und PrĂ€vention erfolgen. Je nach Infektionslage sollen vor Ort entsprechende medizinische Ressourcen bereitgestellt werden.
Lauterbach sieht keine Gefahr fĂŒr Deutschland
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte in einem nach den internationalen Gesundheitsvorschriften ĂŒblichen Vorgang mehr Informationen von China zu der HĂ€ufung angefordert. Kurz darauf gab die Organisation bereits Entwarnung: Den bereitgestellten Informationen zufolge gebe es keine ungewöhnlichen oder neuen Krankheitserreger, teilte die WHO am Donnerstagabend in Genf mit.
Die Nationale Gesundheitskommission Chinas fĂŒhrt die Zunahme der Atemwegsinfektionen im Land auf die Verbreitung bekannter Erreger nach Aufhebung der Corona-MaĂnahmen zurĂŒck. Auch in anderen LĂ€ndern wie Deutschland hatte es danach besonders starke Wellen von ErkĂ€ltungskrankheiten gegeben.
China hatte wÀhrend der Pandemie extrem strenge Restriktionen verhÀngt - noch bis Anfang Dezember 2022 gab es eine Null-Covid-Strategie mit Lockdowns, tÀglichen Massentests, strenger Kontrolle, Kontaktverfolgung und ZwangsquarantÀne. Nachholeffekte bei Corona und anderen Infektionskrankheiten können dort darum besonders heftig ausfallen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach betonte, fĂŒr Deutschland sei keine Gefahr ersichtlich. «Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass es sich um eine saisonale HĂ€ufung mit bekannten Erregern handelt, also keine neuen Erreger, keine besondere Gefahr, insbesondere auch keine Gefahr fĂŒr Europa», sagte der SPD-Politiker auf Nachfrage in Berlin.


