Bangen um Valeriia in Döbeln - Polizei stockt KrÀfte auf
06.06.2024 - 11:54:22Drei Tage nach dem Verschwinden der neunjĂ€hrigen Valeriia in Döbeln hat die Polizei noch einmal mehr als 300 KrĂ€fte fĂŒr die Suche aufgeboten - allerdings ohne Erfolg. Die sĂ€chsische Polizei steht zudem in Kontakt zu Kollegen im Ausland. «Wir fĂŒhren auch Ermittlungen ĂŒber die Stadt- und Landesgrenzen hinaus», sagte Andrzej Rydzik von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz. Da in alle Richtungen ermittelt werde, gehöre auch der Blick auf das familiĂ€re Umfeld dazu.
Das aus der Ukraine stammende MĂ€dchen lebt laut Polizei seit 2022 mit seiner Mutter in Deutschland, der Vater ist den Angaben zufolge nach wie vor in der Ukraine. «Wir sind im Austausch mit den Behörden dort.» Gleiches gelte fĂŒr die NachbarlĂ€nder Polen und Tschechien als mögliche Transitwege. Auch zum Vater des MĂ€dchens gebe es Kontakt, so Rydzik.
Unterdessen wurde noch einmal die Stadt mit einem GroĂaufgebot nach Hinweisen auf das Kind durchkĂ€mmt. Neben der Bereitschaftspolizei und PolizeischĂŒlern war auch die Wasserschutzpolizei mit von der Partie, um noch einmal auf dem Fluss Freiberger Mulde zu suchen. Zum Einsatz kamen auch ein Hubschrauber und eine Drohne, und es wurden weiterhin Anwohner befragt.
Das Kind hatte sich der Polizei zufolge am Montagmorgen gegen 6.50 Uhr auf den Weg zur Schule gemacht, danach verliert sich seine Spur. In der Schule jedenfalls war die NeunjÀhrige an diesem Tag nicht angekommen.
Seit Montagabend wird intensiv nach ihr gesucht. Auch die Bevölkerung der rund 24.000 Einwohner zÀhlenden Stadt war aufgerufen worden, in eigenen GÀrten, Kellern, Garagen oder Schuppen nach dem MÀdchen Ausschau zu halten. Die Polizei hat Bilder von ihm veröffentlicht. Bisher hat all das den Angaben nach keine konkreten Hinweise gebracht. Ermittelt wird laut Polizei in alle Richtungen, eine Gewalttat nicht ausgeschlossen.
Psychologen helfen an Valeriias Grundschule
Das Landesamt fĂŒr Schule und Bildung sieht unterdessen keinen Nachbesserungsbedarf beim aktuellen Meldeverfahren. Demnach mĂŒssten Schulen die Eltern zeitnah informieren, wenn ihre Kinder nicht zum Unterricht erscheinen und nicht entschuldigt sind, erklĂ€rte Behördensprecher Clemens Arndt. An dem Verfahren selbst sei nichts zu beanstanden, es sei erprobt. Die Schulleiter wĂŒrden nun noch einmal fĂŒr das Vorgehen sensibilisiert.
Von der Grundschule in Döbeln ist offensichtlich kein Hinweis an die Mutter der NeunjÀhrigen gegeben worden. Nun wird auch ein mögliches Fehlverhalten seitens der Schule untersucht. VersÀumnisse könnten arbeitsrechtliche Schritte nach sich ziehen, hieà es.
Um den Lehrern und SchĂŒlern in Valeriias Grundschule angesichts der groĂen Ungewissheit zur Seite zu stehen, seien diese Woche mehrere Psychologen an der Schule gewesen, erklĂ€rte Arndt. Sie hĂ€tten die Lehrer beraten und mit SchĂŒlern gesprochen. «Es ist wichtig, dass jemand mit ihnen die Situation bespricht.» Die emotionalen Folgen eines solchen Geschehens fĂŒr Lehrer und SchĂŒler seien nicht zu unterschĂ€tzen.
Suche geht weiter
Valeriia ist nach Polizeiangaben etwa 1,40 Meter groĂ und hat dunkelblonde, mittellange Haare. Am Montagmorgen trug sie ein lila T-Shirt, schwarze Jeans, eine hell tĂŒrkisfarbene Jacke sowie dunkelblaue knöchelhohe Schuhe. Zudem hatte sie einen rosa Schulranzen bei sich. Sie spricht nach Angaben der Polizei gebrochen deutsch.
Die Polizei will weiter nach dem MĂ€dchen suchen. Nach bisherigem Stand werde der Einsatz morgen fortgefĂŒhrt, wohl aber mit weniger EinsatzkrĂ€ften, hieĂ es.


