UnfÀlle, Fahrrad

UnfĂ€lle mit AutotĂŒren: Das Risiko in GroßstĂ€dten bleibt hoch

10.01.2026 - 04:01:05 | dpa.de

Sensoren, Pufferzonen, Warnsysteme: Warum trotz neuer Technik und Regeln UnfĂ€lle mit offenen TĂŒren in GroßstĂ€dten wie Berlin Alltag bleiben – und wie es sicherer werden könnte.

  • Die Gefahr durch DooringunfĂ€lle wird in der Regel unterschĂ€tzt. (Archivfoto)  - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
    Die Gefahr durch DooringunfÀlle wird in der Regel unterschÀtzt. (Archivfoto) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Verkehrssicherheitsexpertin Kirstin Zeidler wĂŒnscht sich mehr Aufmerksamkeit fĂŒr das Risiko durch DooringunfĂ€lle. (Archivfoto)  - Foto: Jens Kalaene/dpa
    Verkehrssicherheitsexpertin Kirstin Zeidler wĂŒnscht sich mehr Aufmerksamkeit fĂŒr das Risiko durch DooringunfĂ€lle. (Archivfoto) - Foto: Jens Kalaene/dpa
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Das Risiko von UnfĂ€llen mit offenen AutotĂŒren ist in GroßstĂ€dten wie Berlin besonders hoch und wird nach Überzeugung von Verkehrssicherheitsexperten nach wie vor unterschĂ€tzt. Eine bundesweite Statistik zu den sogenannten Dooring-UnfĂ€llen gibt es nicht. «Nur wenige BundeslĂ€nder erfassen diese UnfĂ€lle separat in den Verkehrsunfallanzeigen der Polizei. Berlin gehört dazu», sagte die Leiterin der Unfallforschung im Gesamtverband der Versicherer (GDV), Kirstin Zeidler, der Deutschen Presse-Agentur. «Hier sind Dooring-UnfĂ€lle hĂ€ufiger als in lĂ€ndlicheren Gebieten oder in StĂ€dten mit weniger dichtem Auto- und Fahrradverkehr.» 

Bei solchen UnfĂ€llen verursachen Autofahrer oder andere Autoinsassen durch das plötzliche Öffnen einer AutotĂŒr den Sturz eines Radfahrers. Im Oktober sorgte der Fall der in Berlin geborenen Schauspielerin Wanda Perdelwitz fĂŒr Schlagzeilen. Die 41-JĂ€hrige starb nach einem solchen Unfall in Hamburg an ihren schweren Verletzungen. 

«Dooring-UnfĂ€lle sind ein unterschĂ€tztes PhĂ€nomen», sagte Zeidler. Im Jahr 2024 gab es davon berlinweit 392 – knapp acht Prozent der fast 4.950 RadunfĂ€lle mit Verletzten und Getöteten. 2015 waren es 533, ein Anteil von nicht ganz zehn Prozent. «In den letzten zehn Jahren gab es in der Hauptstadt also einen leichten, wenn auch langsamen RĂŒckgang dieser UnfĂ€lle», sagte Zeidler. 

Sicherheitsstreifen können Risiken verringern

Dennoch wÀre noch mehr möglich: «Seit 2010 sehen die Regelwerke bundesweit einen Sicherheitsstreifen von bis zu 75 Zentimetern zwischen parkenden Autos und dem Radverkehr vor, wenn Radwege neu angelegt oder umgebaut werden», so die Expertin. In Berlin seien diese Pufferzonen auch zunehmend zu sehen. «Aber etliche bestehende Radwege haben leider noch keine und sollten diesen Sicherheitsstreifen unbedingt bekommen», sagte Zeidler. 

Inzwischen gebe es auch technische Lösungen, sogenannte Dooring-Warner: Sensoren im Fahrzeug erkennen, wenn sich von hinten ein Radfahrer nĂ€hert, und warnen mit akustischem oder optischem Signal, bevor Insassen die TĂŒr öffnen, erklĂ€rte Zeidler. «Noch besser sind Systeme, die die TĂŒren sogar kurzzeitig blockieren. Wir haben uns schon lĂ€nger dafĂŒr ausgesprochen, dass es Dooring-Warner in allen Fahrzeugen geben sollte.»

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