NobelpreistrĂ€ger: Eingefrorene russische Gelder fĂŒr Ukraine
10.03.2025 - 15:21:00 | dpa.de
Mehr als 130 NobelpreistrĂ€gerinnen und -trĂ€ger fordern die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte fĂŒr die Ukraine. Diese Gelder sollten nach einem Friedensabkommen so schnell wie möglich in den Wiederaufbau des Landes und die EntschĂ€digung der Kriegsopfer flieĂen, heiĂt es in dem Appell, den prominente Laureaten wie die FriedensnobelpreistrĂ€ger Shirin Ebadi oder Lech Wa??sa unterzeichnet haben.Â
Mit dabei sind auch die Autoren Elfriede Jelinek, Herta MĂŒller und Orhan Pamuk, die Physiker Reinhard Genzel, Ferenc Krausz und Roger Penrose, die Chemiker Michael Levitt und Gerhard Ertl, die Medizinerin Christiane NĂŒsslein-Volhard oder der US-Ăkonom Edmund S. Phelps. Sie alle haben ihre Unterschrift unter die Petition gesetzt, die kĂŒrzlich in Kiew der ukrainischen FriedensnobelpreistrĂ€gerin Oleksandra Matwijtschuk ĂŒbergeben wurde.Â
Eingefrorenes Milliarden-Kapital samt Zinsen
Aufgrund der Sanktionen sei derzeit Kapital der russischen Zentralbank in Höhe von geschĂ€tzt 300 Milliarden Euro eingefroren, begrĂŒnden die Unterzeichner. Dieser Betrag werde auf Konten weltweit gehalten, vor allem aber in LĂ€ndern der EuropĂ€ischen Union und der G7-Staaten wie Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, den Vereinigten Staaten und GroĂbritannien. Dieses Geld generiere weiterhin zusĂ€tzliche Milliarden durch Zinsen, die aber alleine nicht fĂŒr eine Wiedergutmachung ausreichten.
Unbestreitbarer NotfallÂ
Die NobelpreistrĂ€ger forderten die Regierungen der Staaten auf, diese Mittel freizugeben und sprachen von einem unbestreitbaren Notfall. «Das Ziel ist, den Krieg zu beenden, einen gerechten Frieden herzustellen und der Ukraine eine Zukunftsperspektive fĂŒr kommende Generationen zu geben. Wir stehen mit unserer Stimme hinter diesem Anliegen», heiĂt es in dem Appell.
1,5 Milliarden Zinserlöse fĂŒr Waffen und MunitionÂ
Eine Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte fĂŒr die Ukraine wird schon lĂ€nger diskutiert, auf EU-Ebene ebenso wie in Deutschland. So hatte sich kĂŒrzlich erst der Vize-Kanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) dafĂŒr ausgesprochen, dies noch einmal zu prĂŒfen.Â
Im vergangenen Juli hatte die EU ungeachtet von EnteignungsvorwĂŒrfen aus Moskau Erlöse aus dem Russland-Vermögen freigegeben. 1,5 Milliarden Euro aus ZinsertrĂ€gen flossen in neue Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine.Â
Nach frĂŒheren Angaben der EU-Kommission sind rund 210 Milliarden Euro der russischen Zentralbank in der EU eingefroren. FĂŒr die direkte Nutzung der russischen Gelder wĂ€re ein Enteignungsbeschluss notwendig.
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