Unwetter beenden Hitzewelle - WaldbrÀnde und WindschÀden
03.07.2025 - 05:23:13Teils heftige Unwetter haben die Hitzewelle in Deutschland mit Spitzenwerten von nahezu 40 Grad beendet. Gewitter mit Starkregen und Sturmböen zogen am Mittwochnachmittag etwa in Nordrhein-Westfalen ĂŒber den Niederrhein und das westliche MĂŒnsterland hinweg. UmgestĂŒrzte BĂ€ume blockierten den Bahnverkehr und StraĂen, Autos wurden durch herabstĂŒrzende Ăste beschĂ€digt, Keller liefen voll. An mehreren Orten kĂ€mpft die Feuerwehr weiterhin mit WaldbrĂ€nden.
Am spĂ€ten Abend zogen die Gewitter weiter in Richtung Osten bis nach Mecklenburg und zur westlichen Ostsee. Gegen Mitternacht warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) auch hier kurzzeitig vor starken Unwettern. Im Norden gab es einzelne windbedingte SchĂ€den und BrĂ€nde durch BlitzeinschlĂ€ge. Zu Unwettern kam es jedoch nicht.Â
Am Donnerstag soll es vor allem im SĂŒden weiter krĂ€ftige Gewitter geben, die Temperaturen erreichen dann laut Vorhersage nur noch 25 bis 32 Grad in der SĂŒdosthĂ€lfte und 20 bis 26 Grad im Nordwesten.
Der Mittwoch war der mit Abstand heiĂeste Tag des bisherigen Jahres. Der höchste Wert wurde nach vorlĂ€ufigen Angaben des DWD in Andernach in Rheinland-Pfalz erreicht: Gegen 15.30 Uhr wurden hier 39,3 Grad gemessen. ZweitheiĂester Ort war TangerhĂŒtte-Demker in Sachsen-Anhalt mit 39,2 Grad, gefolgt von Kitzingen in Bayern mit 39,1 Grad. Der Allzeit-Temperaturrekord fĂŒr Deutschland wurde damit wie erwartet verfehlt, dieser liegt bei 41,2 Grad.
Waldbrand: 100 Menschen verlassen vorsorglich ihre HĂ€user
Gleich an mehreren Orten im Osten Deutschlands kĂ€mpft die Feuerwehr gegen WaldbrĂ€nde. Wegen des Feuers in der Gohrischheide an der Grenze von Sachsen und Brandenburg wurde am Mittwochabend der Ort HeidehĂ€user mit einem Wohnheim fĂŒr Schwerbehinderte evakuiert. Betroffen sind laut Feuerwehr rund 100 Menschen, davon etwa 45 Heimbewohner. Auch der Ort Lichtensee wurde zwischenzeitlich evakuiert, dort gab es spĂ€ter Entwarnung.
Am Abend hieĂ es, rund 600 Hektar FlĂ€che seien von dem Feuer betroffen. «Der Brand ist eskaliert», sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel. Es brenne auf der kompletten FlĂ€che der Heide. Das Areal wurde frĂŒher als TruppenĂŒbungsgelĂ€nde genutzt. Auch auf einem ehemaligen TruppenĂŒbungsplatz bei JĂŒterbog in Brandenburg brannte es.Â
In Tschechien brach ein Waldbrand nahe einem Munitionslager der Armee, nur 40 Kilometer Luftlinie von der sĂ€chsischen Grenze entfernt, aus. Nach Angaben der tschechischen Armee wurde auch das MilitĂ€rgelĂ€nde selbst vom Feuer erfasst, aber nur am Rand. In dem brennenden Waldgebiet ist noch eine Menge nicht explodierter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg verstreut - deshalb mĂŒssen die BrĂ€nde aus SicherheitsgrĂŒnden vor allem aus der Luft bekĂ€mpft werden.
Katastrophenalarm im Landkreis Saalfeld in ThĂŒringen ausgelöst
Wegen eines Waldbrands im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in ThĂŒringen wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Starke Winde hĂ€tten ein Feuer am Nachmittag angefacht, sagte ein Sprecher des Landkreises. ZunĂ€chst hĂ€tten 10 Hektar gebrannt, inzwischen stĂŒnden rund 250 Hektar in Flammen, hieĂ es am Abend. Mehr als 200 EinsatzkrĂ€fte seien vor Ort, dazu helfe ein Polizeihubschrauber bei den Löscharbeiten. Es gebe zahlreiche Glutnester in dem Waldgebiet. In der Nacht warnten auch die benachbarten Landkreise vor Rauchgasen, die aus Saalfeld-Rudolstadt weiterziehen könnten.
Fernverkehr der Bahn beeintrÀchtigt
Ein weiterer Brand fĂŒhrte zu BeeintrĂ€chtigungen im Fernverkehr der Bahn in ThĂŒringen. Wegen eines Feuerwehreinsatzes in GleisnĂ€he sei die Strecke zwischen Erfurt und Gotha gesperrt, teilte die Bahn am Mittwochabend mit. Deshalb komme es unter anderem bei ICE-ZĂŒgen von Leipzig ĂŒber Erfurt und Fulda bis Frankfurt zu VerspĂ€tungen und AusfĂ€llen. Die Sperrung galt am frĂŒhen Morgen weiter.











