SĂŒdafrika, Schusswaffenangriffe

SĂŒdafrika: 27 Tote bei zwei ÜberfĂ€llen auf GaststĂ€tten

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 12:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei zwei Schusswaffenangriffen auf GaststĂ€tten in SĂŒdafrika sind binnen weniger Stunden 27 Menschen getötet worden. Die TĂ€ter sind auf der Flucht, die Motive bislang unklar.

Nach den VerdÀchtigen wird gefahndet.  - Bild: Kristin Palitza/dpa
Nach den VerdÀchtigen wird gefahndet. - Bild: Kristin Palitza/dpa

Bei zwei schweren Angriffen mit Schusswaffen sind in SĂŒdafrika binnen weniger Stunden insgesamt 27 Menschen getötet worden.

17 Tote in Kneipe nahe Johannesburg

In Wedela, einer Bergbaustadt sĂŒdwestlich von Johannesburg in der Provinz Gauteng, eröffneten am Samstag gegen 21.30 Uhr Ortszeit acht bewaffnete MĂ€nner das Feuer auf GĂ€ste einer Kneipe.

Nach Polizeiangaben schossen die TĂ€ter zunĂ€chst auf Menschen vor dem Lokal und setzten den Angriff anschließend im Inneren fort. Sie sollen mit AK-47-Gewehren und Pistolen bewaffnet gewesen sein.

TĂ€ter flĂŒchteten in zwei Fahrzeugen

Die Angreifer durchsuchten den Angaben zufolge einige GĂ€ste und nahmen ihnen Mobiltelefone ab. Anschließend flĂŒchteten sie in zwei Fahrzeugen. Zwei weitere Fahrzeuge wurden wĂ€hrend des Angriffs in Brand gesetzt.

Unter den 17 Todesopfern waren 13 MĂ€nner und vier Frauen. Sie wurden noch am Tatort fĂŒr tot erklĂ€rt. 15 Menschen erlitten Schussverletzungen und kamen zur Behandlung in KrankenhĂ€user.

Zweiter Angriff nahe Kapstadt

Bei einem weiteren Überfall auf ein Grillrestaurant im Township Lwandle nahe der KĂŒstenstadt Kapstadt wurden am frĂŒhen Sonntagmorgen zehn Menschen getötet. Elf weitere Menschen wurden verletzt.

In beiden FĂ€llen sind die Motive nach Polizeiangaben bislang unklar. Festnahmen gab es zunĂ€chst nicht; nach den VerdĂ€chtigen wird gefahndet. SĂŒdafrika zĂ€hlt zu den LĂ€ndern mit besonders hoher GewaltkriminalitĂ€t.

Hohe Gewaltbelastung im Land

Die beiden Angriffe treffen ein Land, in dem schwere GewaltkriminalitÀt seit Jahren ein zentrales Sicherheitsproblem ist. Besonders betroffen sind dicht besiedelte Townships und informelle Siedlungen, in denen soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit, organisierte KriminalitÀt und ein leichter Zugang zu Schusswaffen zusammentreffen.

GaststĂ€tten und sogenannte Tavernen sind wiederholt SchauplĂ€tze tödlicher Schusswechsel. Solche Orte liegen hĂ€ufig in Wohngebieten und werden vor allem abends stark besucht. Dadurch können lokale Konflikte, RaubĂŒberfĂ€lle oder Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Gruppen binnen kurzer Zeit zahlreiche Menschen treffen. Das erklĂ€rt den hohen Anteil unbeteiligter Opfer, ohne das konkrete Motiv der aktuellen TĂ€ter vorwegzunehmen.

Folgen fĂŒr Ermittlungen und Bevölkerung

FĂŒr die Ermittler steht zunĂ€chst die Rekonstruktion der TatablĂ€ufe im Mittelpunkt: Zeugenbefragungen, die Sicherung von Waffen- und Fahrzeugspuren sowie die Auswertung möglicher Videoaufnahmen könnten Hinweise auf die TĂ€ter und ihre Motive liefern. Solange die VerdĂ€chtigen flĂŒchtig sind, bleibt die Sicherheitslage fĂŒr Anwohner und GĂ€ste in den betroffenen Vierteln besonders angespannt.

Die Zahl von 27 Toten binnen weniger Stunden verleiht den FĂ€llen auch politisches Gewicht. Sie dĂŒrfte den Druck auf Polizei und Regierung erhöhen, den illegalen Waffenhandel, organisierte Banden und die lokale Sicherheitsversorgung entschiedener zu bekĂ€mpfen. FĂŒr die Bevölkerung bedeutet der Doppelangriff vor allem eine unmittelbare Warnung vor der Verwundbarkeit öffentlicher Treffpunkte.

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