Ukraine, AtomunglĂŒck

Behörde: Blaue Hunde in Tschernobyl wurden markiert

06.11.2025 - 10:22:49 | dpa.de

Tagelang berichteten mehrere Medien von angeblichen blauen Hunden in der radioaktiv verstrahlten Zone von Tschernobyl. Ein Behördenvertreter und eine Organisation erklÀren, was es damit auf sich hat.

Bis heute gibt es in Tschernobyl eine Population von Straßenhunden. - Foto: Andreas Stein/dpa

Berichte ĂŒber blaue Hunde, die in der radioaktiv verseuchten Sperrzone um das havarierte sowjetische Atomkraftwerk Tschernobyl herumlaufen sollen, haben im Internet Aufmerksamkeit erregt. Laut einem Behördenvertreter gibt es dort in der Nordukraine diese Tiere tatsĂ€chlich. Die Farbe der Tiere habe aber nichts mit Strahlung zu tun. «Das ist Unsinn», sagte der Generaldirektor des mit der Beobachtung der Zone befassten Staatsunternehmens Ecocentre, Serhij Kirjejew, Journalisten in Tschernobyl.

Er löste das RÀtsel aus seiner Sicht auf: «Die Hunde wurden sterilisiert, und sie werden mit Blau gekennzeichnet, dass sie sterilisiert wurden.» Sterilisiert werden die Tiere dem Generaldirektor zufolge, damit ihre Ausbreitung eingedÀmmt wird.

Generaldirektor: «Die Farbe ist harmlos fĂŒr diese Hunde»

«Die Farbe ist harmlos fĂŒr diese Hunde», versicherte der Fachmann. Zuvor hatten internationale Medien ausgehend von einer Videoaufnahme aus dem radioaktiv belasteten Gebiet von mehreren plötzlich aufgetauchten blauen Hunden berichtet.

Die fĂŒr die Sterilisation zustĂ€ndige Organisation Clean Futures Fund erklĂ€rte dagegen, dass sie zwar sterilisierte Hunde am Kopf mit Farbe markiere. FĂŒr mehrere fast vollstĂ€ndig blaue Hunde, die noch nicht sterilisiert seien, lieferte die Organisation eine andere ErklĂ€rung: Die Hunde hĂ€tten sich vermutlich in einer Substanz gewĂ€lzt, die zu der blauen FĂ€rbung gefĂŒhrt habe.

Die Strahlenkatastrophe von Tschernobyl gilt als die schwerste in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Im April 1986 explodierte ein Reaktor in dem damals sowjetischen Kernkraftwerk, und es mussten in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern alle Ortschaften gerĂ€umt werden. Zehntausende Menschen wurden umgesiedelt, tausende erlitten StrahlenschĂ€den. ZurĂŒckgelassene Hunde vermehrten sich, und bis heute gibt es eine Population von Straßenhunden.

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