Waldbrand auf Teneriffa breitet sich langsamer aus
18.08.2023 - 14:43:19Der Waldbrand auf der bei Urlaubern beliebten Kanaren-Insel Teneriffa breitet sich inzwischen deutlich langsamer aus. Das zunĂ€chst Ă€uĂerst ungewöhnliche und besorgniserregende Verhalten der Flammen habe sich zudem seit dem Vorabend normalisiert, sagte der kanarische Regierungschef Fernando Clavijo am Freitag vor Journalisten. Wegen der entspannteren Lage erwĂ€ge man eine Aufhebung des Ausgangsverbots fĂŒr mehrere Tausend Bewohner der Gemeinde El Rosario.
Die seit der Nacht zum Mittwoch im Nordosten der Insel wĂŒtenden Flammen erfassten bisher nach der jĂŒngsten amtlichen Bilanz knapp 3800 Hektar Natur. Das entspricht der FlĂ€che von rund 5500 FuĂballfeldern. In der Nacht auf Freitag war das Feuer von mehr als 220 EinsatzkrĂ€ften pausenlos bekĂ€mpft worden. Seit Tagesanbruch wĂŒrden wieder Lösch-Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt, hieĂ es.
Vor allem die von den Behörden mehrfach erwĂ€hnte «Normalisierung» des Feuers weckt Hoffnung. Die Meteorologin Victoria Palma, die die Inselregierung berĂ€t, hatte am Donnerstag von einem ganz besonderen Brand gesprochen, der eine bis zu sechs Kilometer hohe Rauchwolke entwickelt habe und seine eigene meteorologische Dynamik entfalte. Zudem transportiere der Brand glĂŒhende Vegetationsreste, die ihrerseits neue Feuer auslösten. Die Ursache des nahe der Gemeinde Arafo ausgebrochenen Brandes stand am Freitag weiterhin nicht fest.
Nach Angaben Clavijos handelt es sich wohl um einen der schwersten BrĂ€nde auf Teneriffa in den vergangenen 40 Jahren. Die Löscharbeiten wurden nach amtlichen Angaben weiterhin vom schwer zugĂ€nglichen GelĂ€nde erschwert, die Wetterbedingungen seien aber besser geworden, hieĂ es am Freitag. Gut 3000 Menschen wurden zu Beginn der BrĂ€nde aus ihren HĂ€usern evakuiert. In Turnhallen wurden NotunterkĂŒnfte eingerichtet.
NormalitÀt in touristischen Gebieten
Obwohl die Zufahrten zum Vulkan Teide vorsichtshalber gesperrt wurden, herrschte nach Angaben der Reiseverkehrsbehörde Teneriffas in den touristischen Gebieten NormalitÀt. Laut dem Reiseunternehmen Tui sind konzernweit - also nicht nur aus Deutschland - mehr als 10.000 Touristen auf der Insel. Bislang gebe es keine BeeintrÀchtigungen bei Reisen, hieà es.
Es gab in Spanien dieses Jahr bereits mehrere Feuer, die noch mehr SchÀden verursacht haben als der Brand auf Teneriffa. Im Mai zerstörte ein Brand in Cåceres im Westen des Landes eine FlÀche von knapp 11.000 Hektar. Insgesamt wurden dieses Jahr nach amtlichen Zahlen schon rund 75.000 Hektar von WaldbrÀnden erfasst.
2022 war fĂŒr Spanien das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen des EuropĂ€ischen Waldbrandinformationssystems EFFIS. Nach Messungen des europĂ€ischen Erdbeobachtungssystems Copernicus wurde bei 493 gröĂeren BrĂ€nden eine FlĂ€che von gut 306 000 Hektar zerstört. Das sind ĂŒber 3000 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Das Saarland hat eine FlĂ€che von knapp 2570 Quadratkilometern.
Auf der im Atlantik vor der KĂŒste Westafrikas gelegenen Inselgruppe der Kanaren kommt es vor allem im Sommer hĂ€ufiger zu WaldbrĂ€nden. Erst im Juli zerstörte ein Feuer auf La Palma fast 3000 Hektar FlĂ€che. Teneriffa ist die gröĂte Insel des Archipels, der zu den wichtigsten Urlaubszielen Spaniens zĂ€hlt. Sie hat eine FlĂ€che von rund 2035 Quadratkilometern, etwa 930.000 Einwohner und ist unter anderem wegen des mehr als 3700 Meter hohen Vulkans Teide bekannt.







