Surfer stirbt nach Hai-Attacke in Sydney - StrÀnde gesperrt
06.09.2025 - 08:19:16Vor der KĂŒste Sydneys ist ein Surfer von einem Hai attackiert und tödlich verletzt worden. Der 57-JĂ€hrige wurde am Long Reef Beach in Dee Why allem Anschein nach «von einem groĂen Hai» gebissen, wie die australische Polizei mitteilte. Das Opfer verlor beide Beine und wurde von Surfern an Land gezogen, konnte aber nicht mehr gerettet werden. Sein in zwei HĂ€lften zerrissenes Surfbrett wird nun untersucht, um festzustellen, was fĂŒr ein Hai ihm zu VerhĂ€ngnis wurde.
«Das ist ein tragisches UnglĂŒck, wie es nur sehr, sehr selten passiert», sagte Polizeisprecher Stuart Thomson bei einer Stellungnahme vor der Presse. Die bislang letzte tödliche Hai-Attacke in Sydney hatte sich 2022 in Little Bay im SĂŒden der Stadt ereignet. Zuvor hatte es dort fast 60 Jahre lang gar keine Todesopfer gegeben. FĂŒr den Menschen sind vor allem drei in der Region heimische Arten gefĂ€hrlich: Tigerhaie, Bullenhaie und WeiĂe Haie.
«Er hat viel Blut verloren»
Diesmal biss der Raubfisch nach Polizeiangaben etwa 100 Meter vom Strand entfernt zu. Augenzeugen beobachten vom Ufer aus, wie der Hai den erfahrenen Surfer unter Wasser zog. «Er hat viel Blut verloren und konnte nicht wiederbelebt werden», sagte Thomson. Schockierte Familienangehörige und Freunde trauerten am Strand um den Vater einer kleinen Tochter, der sein Leben ausgerechnet am Vatertags-Wochenende verlor.
Long Reef liegt etwa 20 Kilometer vom Stadtzentrum Sydneys entfernt an den Northern Beaches - einem langen KĂŒstenstreifen am Pazifik, der sich vom beliebten Touristenbezirk Manly bis hoch ins exklusive Palm Beach zieht. Nach dem Vorfall am Samstagvormittag (Ortszeit) wurden alle StrĂ€nde von Manly bis Narrabeen im Norden vorlĂ€ufig gesperrt. Hubschrauber und Drohnen stiegen auf, um den gesuchten Raubfisch ausfindig zu machen.
Klimawandel steigert das Risiko von Hai-Attacken
Sydney ist mit rund 5,5 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Australiens. Die Wahrscheinlichkeit, dort oder anderswo in Down Under von einem Hai gebissen zu werden, ist aber sehr gering. Im vergangenen Jahr gab es nach ZĂ€hlung der von Forschern, Wildtierexperten und Behörden gefĂŒhrten Australian Shark Incident Database landesweit nur einen tödlichen Hai-Angriff. Im laufenden Jahr waren es drei - den Vorfall vom Samstag nicht mitgezĂ€hlt.
Allerdings halten sich inzwischen gefĂ€hrliche Arten wie die vergleichsweise aggressiven Bullenhaie wegen des Klimawandels und steigender Meerestemperaturen immer lĂ€nger rund um den Hafen und die StrĂ€nde von Sydney auf â und stellen damit zunehmend eine Gefahr fĂŒr Schwimmer und Surfer dar. Eine Studie der James Cook University in Queensland ergab, dass die Raubfische im Sommer etwa 15 Tage mehr vor der KĂŒste Sydneys verbringen als noch vor 15 Jahren. Dort erwĂ€rmt sich der Pazifik noch schneller als das Wasser in den meisten anderen Meeresregionen der Welt.


