Tödlicher Unfall auf dem Oktoberfest: Mitarbeiter stirbt nach Gondel-Treffer am âHangoverâ
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 18:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin 52 Jahre alter Security-Mitarbeiter des FahrgeschĂ€fts âHangoverâ ist auf dem MĂŒnchner Oktoberfest von einer herabfahrenden Gondel getroffen worden und spĂ€ter im Krankenhaus gestorben.
Unfall am spÀten Abend
Der Unfall ereignete sich am Montag gegen 21.50 Uhr an dem 85 Meter hohen Freefall-Tower. Der Mann aus Serbien wurde eingeklemmt; EinsatzkrÀfte reanimierten ihn und brachten ihn unter laufender Reanimation in ein Krankenhaus, wo er kurze Zeit spÀter starb.
Der Bereich um das FahrgeschĂ€ft wurde fĂŒr den Rettungseinsatz abgesperrt. Die Fallgeschwindigkeit des Turms betrĂ€gt laut Homepage des FahrgeschĂ€fts bis zu 90 Kilometer pro Stunde, wobei die Gondel vor der Ankunft am Boden deutlich abgebremst wird.
Ermittlungen dauern voraussichtlich lÀnger
Die MĂŒnchner Kriminalpolizei untersucht die genauen UmstĂ€nde des mutmaĂlichen Betriebsunfalls. Dabei soll auch geklĂ€rt werden, ob jemandem ein Vorwurf gemacht werden kann. Nach EinschĂ€tzung der Polizei können die Ermittlungen Tage oder Wochen dauern.
Der Mitarbeiter hielt sich nach Polizeiangaben in einem Bereich unterhalb der Gondel auf, in dem er sich nicht hĂ€tte befinden dĂŒrfen. Warum er dort war, ist Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei bat Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich zu melden.
FahrgeschĂ€ft nach PrĂŒfung freigegeben
Der TĂV stellte bei einer SicherheitsĂŒberprĂŒfung am Dienstag nach Angaben der Betreiberfamilie keinen technischen Mangel fest. Das Ordnungsamt gab den âHangoverâ anschlieĂend wieder frei.
FahrgĂ€ste wurden laut Polizei und Aicher Ambulanz körperlich nicht verletzt. Kriseninterventionsteams betreuten Menschen, die den Unfall beobachtet hatten. Der Betreiber und die Veranstaltungsgesellschaft der MĂŒnchner Schausteller zeigten sich bestĂŒrzt; beim Schaustellergottesdienst am Donnerstag soll Raum zum Trauern sein.
Zweiter Vorfall in diesem Jahr
Der Unfall ist in diesem Jahr bereits der zweite Vorfall mit einem FahrgeschĂ€ft auf der Wiesn. Am Samstag mussten Besucher eines stehengebliebenen Drehkarussells etwa zwei Minuten lang kopfĂŒber ausharren. Ursache war vermutlich ein defekter Sensor; nach einer erneuten TĂV-PrĂŒfung wurde das Karussell noch am selben Abend wieder freigegeben.
FrĂŒhere UnfĂ€lle verliefen teils schwerer: 2024 starb ein 20-JĂ€hriger bei einer Testfahrt am âOlympia Loopingâ. Im Vorjahr verletzte sich ein Arbeiter beim Abbau lebensgefĂ€hrlich. Das Oktoberfest dauert noch bis zum 4. Oktober.
Hohe Sicherheitsstandards, aber kein vollstÀndiger Schutz
Das Oktoberfest zĂ€hlt zu den gröĂten Volksfesten der Welt und zieht jĂ€hrlich mehr als sechs Millionen Menschen an. WĂ€hrend der 16 Festtage arbeiten dort mehrere hundert EinsatzkrĂ€fte, darunter Ărzte, Polizei und SanitĂ€tsdienste. Die GröĂe des GelĂ€ndes, die hohe Besucherzahl und der durchgehende Betrieb machen die Koordination von Rettung, Ordnung und FahrgeschĂ€ftsaufsicht besonders anspruchsvoll.
Bei FahrgeschĂ€ften wird zwischen der Sicherheit der FahrgĂ€ste und dem Arbeitsschutz des Personals unterschieden. Die TĂV-PrĂŒfung konzentriert sich auf die technische Sicherheit der Anlage; die Ermittlungen zum tödlichen Unfall mĂŒssen zusĂ€tzlich klĂ€ren, wie der Mitarbeiter in den Gefahrenbereich gelangen konnte und ob betriebliche AblĂ€ufe, Absperrungen oder menschliches Fehlverhalten eine Rolle spielten. Dass das FahrgeschĂ€ft nach der ĂberprĂŒfung wieder freigegeben wurde, beantwortet daher nicht automatisch die straf- oder arbeitsrechtlichen Fragen.
Was nun entscheidend ist
FĂŒr Besucher bedeutet der Vorfall nach den vorliegenden Angaben keine unmittelbare Gefahr: Körperlich verletzt wurde von den FahrgĂ€sten niemand. Zugleich zeigt der Unfall, dass technische Kontrollen allein nicht jede Gefahr ausschlieĂen. Polizei und Staatsanwaltschaft mĂŒssen nun Zeugenaussagen, mögliche Videoaufnahmen und die Arbeits- und Sicherheitsorganisation am FahrgeschĂ€ft auswerten. Die Ergebnisse können darĂŒber entscheiden, ob AblĂ€ufe angepasst, Verantwortlichkeiten benannt oder zusĂ€tzliche SchutzmaĂnahmen fĂŒr BeschĂ€ftigte verlangt werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR: âTödlicher Wiesn-Unfall: Hergang unklar, Polizei sucht Zeugenâ (22.09.2026)
Der Bericht bestĂ€tige den tödlichen Unfall und hebe hervor, dass die Polizei mögliche Zeugen sowie Videoaufnahmen suche. Anders als die dpa-Meldung ordne er die technischen Kontrollen auf dem Oktoberfest ausfĂŒhrlicher ein und schreibe, der TĂV prĂŒfe die FahrgeschĂ€fte im Auftrag der Stadt vollstĂ€ndig; offen bleibe weiterhin, warum sich der Mitarbeiter im Gefahrenbereich aufgehalten habe.
DER SPIEGEL: âOktoberfest in MĂŒnchen: Mitarbeiter stirbt bei Unfall mit Free-Fall-Turmâ (22.09.2026)
Der Artikel bestÀtige, dass der 52-JÀhrige nach dem Unfall im Krankenhaus gestorben sei und FahrgÀste nicht in Gefahr gewesen seien. Er setze einen anderen Schwerpunkt auf die Belastung der Sicherheits- und RettungskrÀfte durch das mehrere Millionen Besucher anziehende Volksfest und beschreibe die Wiesn-SanitÀtsstation als umfangreich ausgestattete Einrichtung.
Beide Berichte stellten den Tod des Mitarbeiters, die laufenden Ermittlungen und die fehlende GefĂ€hrdung der FahrgĂ€ste ĂŒbereinstimmend heraus. Unterschiede gebe es vor allem bei der Einordnung der Sicherheitsstrukturen; die zentrale offene Frage bleibe der genaue Unfallhergang.
