Ein neuer Fitzek fĂŒr die kalten Monate
23.10.2024 - 00:11:36Das KalendermĂ€dchen scheint auf den ersten Blick nur eine urbane Legende zu sein. Ein SpukmĂ€rchen aus dem Hörensagen, das sich von ErzĂ€hlung zu ErzĂ€hlung weiterspinnt. Eine junge Frau habe sich einst zur Weihnachtszeit in ein abgeschiedenes HĂ€uschen im Frankenwald in Bayern zurĂŒckgezogen, erzĂ€hlt man sich. Dort soll sie von einem Psychopathen heimgesucht worden sein, der sie zwang, einen Adventskalender des Grauens zu öffnen.
In jeder Legende steckt ein Funke Wahrheit
Doch fĂŒr Olivia Rauch, die Protagonistin in Sebastian Fitzeks (53) neuem Psychothriller «Das KalendermĂ€dchen», wird die Geschichte zur Spur auf der Suche nach den biologischen Eltern ihrer Adoptivtochter Alma. Vor elf Jahren wurde Alma als Baby unter mysteriösen UmstĂ€nden zur Adoption freigegeben.
In ihrer streng unter Verschluss gehaltenen Adoptionsakte steht der Vermerk: «IdentitÀt der Eltern darf unter gar keinen UmstÀnden jemals ans Licht kommen! Mutter droht Todesgefahr!!!». Aber nun ist Alma todkrank und braucht dringend eine Knochenmarkspende. Unter genetischen Verwandten eine geeignete Spenderin oder einen geeigneten Spender zu finden, ist ihre letzte Chance.
Auf den Spuren des KalendermÀdchens
Auf offiziellem Weg stöĂt Olivia auf taube Ohren. Daraufhin begibt sich die auf Gewaltverbrechen spezialisierte Psychologin auf eine verzweifelte Suche nach den biologischen Eltern von Alma und nach Antworten auf die Fragen: Was geschah vor elf Jahren? Und was hat es mit der Legende des KalendermĂ€dchens auf sich?
Bei alledem wird die Dozentin mehr oder weniger freiwillig durch ihren hochbegabten, aber etwas eigenartigen Studenten Elias unterstĂŒtzt. Dabei geraten die beiden immer mehr auch selbst in Gefahr. Jemand scheint ihre Nachforschungen genaustens zu verfolgen.
Der Krimi-Liebling der Deutschen
FĂŒr seinen neusten Thriller bedient sich Sebastian Fitzek des PhĂ€nomens moderner True-Crime-Mythen und der ewigen Frage nach Gut und Böse. In der Zeit springende ErzĂ€hlstrĂ€nge und kurze Kapitel mit zahlreichen Cliffhangern drĂ€ngen zum Weiterlesen.
Fitzek springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, gibt immer nur einzelne Informationen preis, sodass sich langsam ein Bild zeichnet, manche Aspekte aber noch im Dunkeln bleiben. Durch die verschiedenen ErzÀhlstrÀnge sind Leserinnen und Leser der Protagonistin Olivia stets wenige Schritte voraus, doch fehlen die letzten Puzzleteile, um die ganze Geschichte zusammenzusetzen.
Gegen Ende des Buches wirken zahlreichen unvorhergesehene Wendungen nach dem kleinteiligen Aufbau zu Beginn aber etwas ĂŒberzeichnet. Fitzek-Fans werden darĂŒber wegen der spannenden Geschichte aber sicher hinwegsehen.
Nach seinem DebĂŒt-Thriller «Die Therapie» 2006 mauserte sich Fitzek schnell zum Krimi-Liebling der Deutschen. Mit seinen Psychothrillern landet der fĂŒnffache Vater seitdem zuverlĂ€ssig auf Platz eins der Bestsellerlisten. Mittlerweile ist Fitzek der meistverkaufte Autor Deutschlands. Mehrere seiner BĂŒcher wurden bereits verfilmt.


