US-Justiz lÀsst Hinrichtung mit Stickstoff zu
25.01.2024 - 03:22:30Die geplante Stickstoff-Hinrichtung eines StraftÀters im US-Bundesstaat Alabama wird immer wahrscheinlicher, nachdem die AntrÀge seiner AnwÀlte vor den zustÀndigen Gerichten gescheitert sind. Der 58-jÀhrige Kenneth Eugene Smith soll in der Nacht zum Freitag deutscher Zeit unter Anwendung sogenannter Stickstoffhypoxie sterben. Demonstranten hatten in den vergangenen Tagen die Gouverneurin von Alabama, Kay Ivey, aufgefordert, zu intervenieren. Dass dies geschieht, bezweifeln Beobachter.
Smith wurde 1996 zum Tode verurteilt, weil er acht Jahre zuvor an einem Auftragsmord beteiligt gewesen war. Es wĂ€re das erste Mal, dass in den USA ein StraftĂ€ter mittels Stickstoffhypoxie hingerichtet wird. Dabei wird ĂŒber eine Gesichtsmaske Stickstoff zugefĂŒhrt - die Folge ist der Tod durch Sauerstoffmangel. Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen und von Amnesty International warnen vor einem möglicherweise grausamen Tod. DafĂŒr, dass die Inhalation von reinem Stickstoff keine schwerwiegenden Leiden verursache, gibt es demnach keine wissenschaftlichen Beweise.
Bereits 2022 sollte Smith eigentlich mit der Giftspritze hingerichtet werden, dem GefĂ€ngnispersonal gelang es damals aber nicht, die dafĂŒr nötige KanĂŒle in seinen Arm zu legen. Nach mehreren Stunden, in denen er angeschnallt auf dem Exekutionstisch lag, wurde er wieder in seine Zelle gebracht.
AnwÀlte: Eine Art Testkandidat
Weder den gescheiterten Versuch noch die Bedenken mit Blick auf die neue Methode werteten Gerichte jedoch als ausreichend, um die Stickstoff-Hinrichtung zu stoppen. Smiths AnwĂ€lte hatten argumentiert, dass er zu einer Art Testkandidat wĂŒrde und noch viel zu viele Fragen offen seien. In ihrem Gesuch bemĂ€ngelten sie unter anderem, dass an dem Protokoll fĂŒr den Ablauf der Hinrichtung noch wenige Tage vor dem Termin Ănderungen vorgenommen worden seien. Die AnwĂ€lte werteten dies als weiteren Beweis fĂŒr die vielen Unklarheiten mit Blick auf die Hinrichtung mit Stickstoff.
Das Berufungsgericht in Alabama wies die Vorbehalte am Mittwochabend (Ortszeit) jedoch zurĂŒck. Smith könne nicht belegen, dass die Hinrichtung eine «grausame und ungewöhnliche» Bestrafung darstelle, hieĂ es im Urteil. Kurz zuvor hatte auch der Supreme Court einen Ă€hnlichen Antrag abgelehnt, allerdings keine BegrĂŒndung dafĂŒr genannt.
Bei seiner Verurteilung 1996 nach einem Berufungsverfahren hatten die Geschworenen eigentlich eine lebenslange Haftstrafe fĂŒr Smith vorgesehen. Der zustĂ€ndige Richter setzte sich ĂŒber diese Empfehlung hinweg. Das Gesetz, das ihm dies ermöglichte, schaffte Alabama als letzter US-Bundesstaat 2017 ab.


