Winterzeit, Uhren

Die Winterzeit kommt - Uhren werden Sonntag zurĂŒckgestellt

26.10.2024 - 07:15:35

Trotz Kritik, Warnungen vor UnfÀllen und Hinweisen auf gesundheitliche Probleme bleibt es dabei: In Deutschland wird zweimal pro Jahr an der Uhr gedreht. Dabei schien eine Abschaffung schon so nah.

Zweimal im Jahr kommt das kurze GrĂŒbeln: Wie war das noch gleich mit der Zeitumstellung? - Fast drei Viertel der Erwachsenen in Deutschland wissen nach einer aktuellen Umfrage aber, dass die Zeiger am frĂŒhen Sonntag, 27. Oktober, von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr zurĂŒckgedreht werden. 72 Prozent sind sich bei der reprĂ€sentativen Abfrage des Forschungsinstituts Yougov sicher, dass fĂŒr die Winterzeit zurĂŒckgestellt werden muss. 12 Prozent der Befragten gehen aber vom Gegenteil aus und weitere 12 Prozent rĂ€umen ihre Unsicherheit ein. 

Es bleibt dabei: Seit der WiedereinfĂŒhrung der Sommerzeit 1980 in Deutschland endet diese jeweils am letzten Sonntag im Oktober mit der ZurĂŒckstellung der Uhren. FĂŒr einen reibungslosen Ablauf sorgen ganz unaufgeregt die Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. «Es dĂŒrfte alles laufen wie gewohnt, wir sind gut vorbereitet», sagte Dirk Piester, Leiter der Arbeitsgruppe ZeitĂŒbertragung bei der Behörde in Niedersachsen, der Deutschen Presse-Agentur. 

Keine politische Einigung fĂŒr Abschaffung in Sicht

Aber hĂ€tte die Zeitumstellung nicht lĂ€ngst Geschichte sein sollen? 2018 befragte die EU-Kommission Europas BĂŒrger. Mit 84 Prozent sprach sich die klare Mehrheit in der nicht-reprĂ€sentativen Untersuchung gegen die Umstellung aus. Daraufhin verkĂŒndete der damalige Kommissionschef Jean-Claude Juncker noch im selben Jahr deren Ende.

Doch bevor das Ende tatsĂ€chlich besiegelt werden kann, mĂŒssten sich die EU-LĂ€nder darauf einigen, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit wollen. Weil es dazu keine Einigung gibt, liegt das Thema seit Jahren doch wieder auf Eis. Auch die aktuelle ungarische EU-RatsprĂ€sidentschaft wird das Thema nicht vorantreiben, wie sie auf dpa-Anfrage bestĂ€tigte. 

Warnungen vor WildtierunfÀllen 

Mit der doppelten Umstellung bleiben auch Kritik und Warnungen vor den Auswirkungen erhalten. Die Deutsche Wildtier Stiftung verweist darauf, dass Anfang November die Zahl der WildunfĂ€lle steige, weil viele Pendler dann vor allem in der DĂ€mmerung unterwegs seien. «Durch die Zeitumstellung verlagert sich die Hauptverkehrszeit der Menschen in die HauptaktivitĂ€tsphase der Wildtiere», heißt es von der Stiftung. 

Auch der ADAC rÀt zu erhöhter Vorsicht, weil rechnerisch alle zwei Minuten ein Auto in Deutschland mit Rehen und anderen Wildtieren kollidiert. Besonders viele WildunfÀlle ereignen sich in den Monaten April und Mai sowie zwischen Oktober und Dezember, teilte der Autoclub mit Verweis auf die Wildunfall-Statistik des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV) mit. 

FĂŒhrt Umstellung zu gesundheitlichen Problemen?

In Großbritannien forderte die britische Schlafgesellschaft in dieser Woche die Abschaffung der Zeitumstellung. FĂŒr ihre Empfehlung verweisen die Autoren auf wissenschaftliche Belege fĂŒr nachteilige Auswirkungen etwa auf die Gesundheit. Die Wissenschaftler betonen die Bedeutung des Schlafes fĂŒr das Wohlbefinden, was durch die erzwungenen Umstellungen gestört werden könne. 

In Deutschland ergab eine aktuelle Umfrage, dass wegen der Zeitumstellung mehr Frauen als MĂ€nner an gesundheitlichen Problemen wie Schlafstörungen oder Abgeschlagenheit leiden. 37 Prozent der Frauen Ă€ußerten sich entsprechend in einer reprĂ€sentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit. Bei den MĂ€nnern waren es 22 Prozent, wie die Krankenkasse mitteilte.

@ dpa.de