Donald Trump, Norwegen

Trump beschimpft Norwegen als „Scheißhaus-Land“

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Präsident Donald Trump reagierte bei einem Auftritt in Michigan auf die erneute Nichtberücksichtigung beim Friedensnobelpreis. Norwegische Organisationen verwandeln seine Beschimpfung in Spott und ungewöhnliche Tourismuswerbung.

Norwegische Reaktionen auf Trumps Nobelpreisärger

  • Visit Norway zeigte Bilder außergewöhnlich gestalteter Toiletten in der norwegischen Landschaft.
  • Ein Outdoor-Verband unterlegte Naturaufnahmen mit Trumps Originalton und einem spöttischen Begleittext.
  • Den Friedensnobelpreis erhielt in diesem Monat die südafrikanische Menschenrechtsjuristin Navanethem „Navi“ Pillay.
US-Präsident Donald Trump befindet sich gerade im Wahlkampf-Endspurt vor den Midterms. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Norwegen macht aus Trumps Beschimpfung einen Witz

US-Präsident Donald Trump hat Norwegen als „Scheißhaus-Land“ beschimpft, nachdem er den Friedensnobelpreis erneut nicht erhalten hatte. Norwegische Organisationen reagieren mit Humor und präsentieren in sozialen Medien spektakuläre Toiletten sowie Naturaufnahmen.

Toiletten als Antwort

Die Tourismusorganisation Visit Norway veröffentlichte Bilder außergewöhnlich gestalteter Toiletten in der norwegischen Landschaft. Dazu schrieb sie, das Land habe einige der schönsten und spektakulärsten Toiletten der Welt.

Ein norwegischer Outdoor-Verband legte Trumps Originalton unter Bilder von Naturerlebnissen und unterschrieb den Beitrag mit einem spöttischen Hinweis auf das „Scheißhaus-Land“.

Ärger über Nobelpreis

Trump hatte sich zuvor bei einem Wahlkampfauftritt in Michigan über die Bekanntgabe des Friedensnobelpreises in Oslo geärgert. Die Auszeichnung ging in diesem Monat an die südafrikanische Menschenrechtsjuristin Navanethem „Navi“ Pillay.

Trump fragte die Menge, was mit ihm sei, und sagte, er sei nicht in Norwegen verliebt. Anschließend bezeichnete er Norwegen als „ätzend“ und als „Scheißhaus-Land“.

Trumps Äußerung verbindet persönlichen Ärger über die Nobelpreisentscheidung mit einem Angriff auf das Land, in dem das norwegische Nobelkomitee seinen Sitz hat. Der Friedensnobelpreis wird zwar in Oslo vergeben, die Entscheidung trifft jedoch das unabhängige Komitee des norwegischen Nobel-Instituts.

Die norwegische Reaktion setzt deshalb nicht auf eine politische Gegenattacke, sondern auf Selbstironie. Visit Norway greift den Begriff auf und lenkt die Aufmerksamkeit auf architektonisch auffällige öffentliche Toiletten entlang der norwegischen Landschaftsrouten. Damit wird aus einer Beschimpfung zugleich eine ungewöhnliche Tourismuswerbung.

Politischer Streit und öffentliche Reaktion

Der Vorgang zeigt, wie stark politische Konflikte inzwischen über soziale Netzwerke und symbolische Reaktionen ausgetragen werden. Eine direkte Antwort der Regierung könnte die diplomatische Auseinandersetzung verschärfen; der humorvolle Umgang der Tourismusorganisation hält dagegen Distanz und macht die Beleidigung kommunikativ weniger wirksam.

Für Norwegen bleibt der politische Kern dennoch bestehen: Die Nobelpreisvergabe ist institutionell von der Regierung getrennt. Trumps Kritik an Oslo richtet sich damit gegen einen Staat, obwohl die Entscheidung bei einem unabhängigen Gremium liegt. Die öffentliche Aufmerksamkeit konzentriert sich vorerst auf den Spott über die Toiletten, während die Debatte über politische Einflussnahme auf internationale Auszeichnungen im Hintergrund weiterläuft.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Norwegische Organisation kontert Trumps "Scheißhaus“-Beleidigung“ (28.10.2026)

Der Beitrag bestätige die humorvolle Reaktion von Visit Norway und stelle die Toiletten an norwegischen Landschaftsrouten in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung vertiefe er zusätzlich die Reaktion des norwegischen Außenministers sowie die institutionelle Unabhängigkeit des Nobelkomitees.

Frankfurter Rundschau: „Trump beleidigt Norwegen mit Attacke – dann folgt die Retourkutsche“ (27.10.2026)

Der Artikel ordne die Äußerung in Trumps Ärger über den verpassten Friedensnobelpreis ein und beschreibe die Reaktion von Visit Norway als Werbeaktion. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf die politische Antwort des norwegischen Außenministers und auf Trumps frühere Nobelpreis-Kritik.

Beide Beiträge stimmten beim Ablauf und beim humorvollen Umgang mit der Beleidigung überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung: Während n-tv die institutionelle Einordnung betone, stelle die Frankfurter Rundschau die politische Vorgeschichte und die touristische Vermarktung heraus.

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