Tuttlingen, Polizeieinsatz

Tuttlingen: Polizei erschießt bewaffneten Mann am Rathaus

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Polizeieinsatz am Rathaus in Tuttlingen ist ein bewaffneter 27-Jähriger tödlich getroffen worden. Das Landeskriminalamt ermittelt, der Innenstadtbereich wurde abgesperrt und das Rathaus blieb geschlossen.

Der Mann wurde laut LKA im Innenhof des Rathauses erschossen.  - Bild: Christian Klemm/dpa
Der Mann wurde laut LKA im Innenhof des Rathauses erschossen. - Bild: Christian Klemm/dpa

Bei einem Polizeieinsatz am Rathaus in Tuttlingen ist ein bewaffneter 27-Jähriger durch Schüsse der Polizei tödlich verletzt worden.

Mann eröffnete laut LKA das Feuer

Der Mann war mit einer Pistole in der Hand im Bereich des Rathauses aufgefallen. Als die Einsatzkräfte im Innenhof auf ihn trafen, habe er unmittelbar auf die Beamten geschossen, teilte eine Sprecherin des Landeskriminalamts mit.

Die Polizisten hätten daraufhin von ihren Dienstwaffen Gebrauch gemacht. Der 27-Jährige wurde getroffen und starb trotz Reanimationsversuchen noch am Ort des Geschehens.

Hintergründe bislang ungeklärt

Warum sich der Mann mit der Waffe am Rathaus aufhielt, ist nach Angaben der Ermittler offen. Bei ihm handelte es sich um einen afghanischen Staatsangehörigen, der in Tuttlingen wohnte und bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten war.

Unklar ist auch, wie viele Schüsse die Beamten abgaben. Ein Stadtsprecher sagte, der Mann habe sich auch im Rathaus aufgehalten. Ob er dort Beschäftigte bedroht habe, könne derzeit nicht mitgeteilt werden.

Rathaus bleibt geschlossen

Das Rathaus blieb für den Rest des Tages geschlossen. Mitarbeiter, die nicht als Zeugen benötigt wurden, wurden nach Hause geschickt. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt; die Polizei bat darum, den Bereich zu meiden.

Nach Angaben der Polizei bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Einsatzkräfte durchsuchten den Tatort und befragten Zeugen. Augenzeugen und Geschäftsleute in der Umgebung berichteten von großer Bestürzung nach den Schüssen.

Ermittlungen zum Schusswaffengebrauch

Nach einem tödlichen Polizeischuss stehen zunächst der genaue Ablauf, die Zahl der abgegebenen Schüsse und die Frage im Mittelpunkt, welche unmittelbare Gefahr für die Einsatzkräfte bestand. In Deutschland wird der Einsatz einer Dienstwaffe rechtlich daran gemessen, ob eine gegenwärtige Gefahr für Leib oder Leben vorlag und ob das Vorgehen verhältnismäßig war.

Die Ermittlungen durch das Landeskriminalamt sollen den Tatort sichern, Zeugenaussagen aufnehmen und die Abläufe rekonstruieren. Dazu gehören unter anderem die Positionen der Beteiligten, die verwendete Waffe und die Schussabgaben. Die abschließende rechtliche Bewertung obliegt der Staatsanwaltschaft; dabei können mögliche Rechtfertigungsgründe wie Notwehr eine Rolle spielen.

Bedeutung für die Innenstadt

Für Tuttlingen hat der Vorfall unmittelbare Folgen: Das Rathaus blieb am Einsatztag geschlossen, der Bereich wurde abgesperrt und Beschäftigte sowie Passanten mussten den Ort verlassen oder meiden. Auch wenn nach Angaben der Polizei keine Gefahr für die Bevölkerung bestand, können Schüsse in einem dicht frequentierten Innenstadtbereich zahlreiche Augenzeugen und Betroffene hinterlassen.

Offene Fragen

Ungeklärt bleiben zunächst das Motiv des Mannes, sein genauer Aufenthaltsort im Rathaus und die Frage, ob zuvor konkrete Bedrohungen gegen Beschäftigte bestanden. Die weiteren Ermittlungen müssen zudem klären, wie der 27-Jährige an die Pistole gelangte und ob es Anhaltspunkte für eine psychische Ausnahmesituation oder andere Hintergründe gab.

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