Berlin, Deutschland

Immer mit der Ruhe - Schach beim SpÀti

19.08.2023 - 08:23:25

Typisch untypisch Berlin - ein Spiel, ein Ort und keine Beschwerden. Schach bietet einige Vorteile gegenĂŒber dem ĂŒblichen AbendlĂ€rm vor einem Berliner SpĂ€ti.

64 Felder, 32 Figuren und zwei Farben: Schwarz und Weiß. Ein SpĂ€ti lĂ€dt in Berlin zum Schachspielen ein - spĂ€testens seit der Netflix-Serie «Das Damengambit» ist der Denksport wieder hip. Wolf B?ese (38) sitzt beinahe tĂ€glich und bei jedem Wetter vor dem auf den ersten Blick gewöhnlich wirkenden Laden in Prenzlauer Berg und spielt mit fremden Menschen Schach.

Seine Mitspieler sind ganz unterschiedlicher Herkunft: Jugendliche, StraßenzeitungsverkĂ€ufer und Touristen. FĂŒr ihn stehe das «gemeinsame Entdecken und Spiel» im Mittelpunkt, erzĂ€hlt B?ese der Deutschen Presse-Agentur, wĂ€hrend er vier mitgebrachte Schachbretter auf den zwei Biertischen ausklappt.

Seit zwei Monaten ist B?ese ab 19.00 Uhr regelmĂ€ĂŸig vor dem SpĂ€ti auf der Schönhauser Allee anzutreffen. «Ab sieben ist reserviert», sagt er. Derweil stellt er Springer, Bauern, Turm und Dame auf die Felder.

Die Idee entstand wÀhrend der Pandemie

Menschenansammlungen vor SpĂ€tis haben in Berlin eher einen negativen Ruf. Doch laut B?ese gab es bisher keine Beschwerde von Anwohnern. Das dĂŒrfte daran liegen, dass schachspielende Menschen in der Regel weniger Bier trinken und leiser sind.

UrsprĂŒnglich kommt B?ese aus einem kleinen Ort in Brandenburg. Vor 13 Jahren zog er nach Berlin. Er arbeitet in der Hauptstadt als selbststĂ€ndiger Digital Designer und verbringt berufsbedingt viel Zeit vor dem Computer. «Jede Minute, die wir nicht am Bildschirm verbringen, ist, glaube ich, nicht schlecht.»

Die Idee fĂŒr die Schach-Veranstaltungen kam ihm wĂ€hrend der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Isolation. B?ese fing an spazieren zu gehen und fremde Menschen zu fragen, ob diese mit ihm Schach spielen möchten. Der Name fĂŒr seine Veranstaltungen, «Stranger Chess», Schach mit Fremden, war geboren. Und die Idee blieb nicht unentdeckt: Anfang des Jahres blickte das Magazin «Exberliner» auf das Schachspiel vorm SpĂ€ti mit dem Titel «Where beer and bishops meet», zu Deutsch: «Wo sich Bier und LĂ€ufer treffen».

@ dpa.de

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