Überschwemmungen in Valencia: Sturmtief Adam fordert vier Tote
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWSOliva und Balearen im Unwettergebiet
- In Oliva wurden die Leichen einer 79-jährigen Frau und eines 64 Jahre alten Mannes geborgen.
- Die Ausgangssperre galt am Nachmittag nur noch in acht Gemeinden.
- Auf Mallorca und Ibiza fielen insgesamt zwölf Flüge aus oder wurden umgeleitet.
Sturmtief Adam trifft Spaniens Mittelmeerküste
Schwere Unwetter haben in den spanischen Provinzen Valencia und Alicante Straßen, Häuser und Campingplätze überflutet; mindestens vier Menschen starben. Einsatzkräfte befreiten mehr als 450 Menschen, während auch Mallorca und Ibiza von Überschwemmungen betroffen waren.
Rettungseinsätze in überfluteten Orten
Für die Rettungen kamen Hubschrauber und Boote zum Einsatz. In Gandia brachten Polizisten eine 93-Jährige auf einem Surfbrett in Sicherheit.
Die Regionalregierung Valencias rief die zweithöchste Notfallstufe aus. Zunächst galt für 145 Gemeinden mit zusammen mehr als 800.000 Einwohnern eine mehrstündige Ausgangssperre; am Nachmittag war sie noch in acht Gemeinden in Kraft.
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Oliva besonders schwer betroffen
In Oliva, rund 70 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Valencia, wurden zwei Leichen geborgen. Bei den Opfern handelte es sich um eine 79-jährige Frau und einen 64 Jahre alten Mann.
In der Küstengemeinde wurden rund 2.000 Menschen von sieben Campingplätzen evakuiert. Mehrere Orte blieben wegen der Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten.
Extreme Regenmengen gemessen
In Oliva fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter, in Pego sogar mehr als 620 Liter. Zum Vergleich: Hamburg verzeichnet im langjährigen Durchschnitt knapp 800 Liter Niederschlag pro Jahr und Quadratmeter.
Die höchsten Niederschlagsmengen wurden in den Küstenregionen La Safor und Marina Alta registriert. Die höchste Alarmstufe Rot wurde dort am frühen Nachmittag aufgehoben; die Regenfälle sollten sich nach Katalonien verlagern.
Auswirkungen auf Mallorca und Ibiza
Auf Mallorca gab es trotz der höchsten Alarmstufe Rot zunächst drei Zwischenfälle. In Calvià wurden Überschwemmungen und erhebliche Sachschäden gemeldet.
An den Flughäfen von Palma und Ibiza gab es bis zum Nachmittag zwölf Flugausfälle, 16 Flugumleitungen und Dutzende Verspätungen. Auf allen Balearen-Inseln fiel der Schulunterricht am Montag vorsorglich aus.
Erinnerung an frühere Flutkatastrophe
Die Region Valencia war erst vor knapp zwei Jahren von einer schweren Flutkatastrophe betroffen. Damals kamen mehr als 220 Menschen ums Leben.
Das Sturmtief «Adam» trifft eine Küstenregion, in der kurze, sehr intensive Regenfälle regelmäßig erhebliche Sturzflutgefahren auslösen können. Besonders gefährdet sind tiefliegende Orte, Flussmündungen, Campingplätze und Verkehrswege. Die hohen Niederschlagsmengen in Oliva und Pego zeigen, dass nicht nur einzelne Straßen, sondern ganze Siedlungsbereiche und Versorgungsverbindungen betroffen sein können.
Die aktuelle Lage erinnert zudem an die schwere Flutkatastrophe in der Region Valencia vor knapp zwei Jahren, bei der mehr als 220 Menschen starben. Der Vergleich erklärt, warum Behörden bei Starkregen rasch Ausgangsbeschränkungen, Evakuierungen und Unterrichtsausfälle anordnen. Für die Bevölkerung bedeutet das vor allem, überflutete Straßen und Unterführungen zu meiden und Anweisungen der Einsatzkräfte unmittelbar zu befolgen.
Gefahr für Verkehr und Tourismus
Die Überschwemmungen haben auch über die unmittelbar betroffenen Orte hinaus Folgen. Gesperrte Straßen und abgeschnittene Gemeinden erschweren Rettungseinsätze, während Flugausfälle, Umleitungen und Verspätungen Reisende auf Mallorca und Ibiza treffen. Campingplätze gehören in solchen Wetterlagen zu besonders verletzlichen Orten, weil viele Menschen dort kurzfristig evakuiert werden müssen.
Nach der erwarteten Abschwächung in Valencia und Alicante bleibt die Entwicklung in den angrenzenden Regionen entscheidend. Verlagernde Regengebiete können neue lokale Überflutungen auslösen, auch wenn die höchste Warnstufe an einzelnen Orten bereits aufgehoben wurde. Entscheidend sind deshalb nicht allein die gemessenen Regenmengen, sondern auch die weitere Entwicklung der Wasserstände und die Erreichbarkeit betroffener Gemeinden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Heftige Regenfälle überfluten Ostspanien: Straßen und Autos im Wasser“ (19.10.2026)
Der Beitrag bestätigt die tödlichen Überschwemmungen in der Region Valencia und hebt anhand von Aufnahmen die überfluteten Straßen und Fahrzeuge in Beniarbeig und Oliva hervor. Im Mittelpunkt stehen außerdem die Rettungseinsätze und die Evakuierung von rund 2.000 Menschen aus sieben Campinganlagen in Oliva.
n-tv: „Heftiges Unwetter sorgt für Chaos in Spanien“ (19.10.2026)
Der Artikel bestätigt die vier Todesopfer, die Überschwemmungen in Valencia, Alicante und auf den Balearen sowie die Evakuierungen. Einen zusätzlichen Schwerpunkt legt er auf die hohen Niederschlagsmengen, die Lage auf Mallorca und die Folgen für den Flugverkehr.
Beide Beiträge stimmen beim Ausmaß der Überschwemmungen, den Rettungseinsätzen und den Evakuierungen überein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung von Bildmaterial, Niederschlagsmengen und Auswirkungen auf den Reiseverkehr.
