Dutzende Vermisste nach Erdrutsch an Jademine
14.08.2023 - 15:38:44Nach einem groĂen Erdrutsch an einer Jademine im Norden Myanmars haben RettungskrĂ€fte am Montag nach Dutzenden Vermissten gesucht. Bis zum Abend (Ortszeit) galten am UnglĂŒcksort in der Gemeinde Hpakant im Bundesstaat Kachin mit seinen lukrativen Jadevorkommen 34 Menschen als vermisst, wie örtliche RettungskrĂ€fte der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigten. Anwohner sprachen indes von etwa 50 Menschen, von denen jede Spur fehle. Der Vorfall ereignete sich am Sonntagnachmittag in der NĂ€he des Dorfes Mana.
RettungskrÀfte sagten zudem am Montag, sie hÀtten aus der Entfernung zwei Leichen gesichtet, könnten diese aber wegen des sumpfartigen Bodens nicht bergen. Bereits am Sonntag waren demnach acht Verletzte lebend gefunden und in das örtliche Krankenhaus gebracht worden. Durch Erdrutsche kommen in Myanmar jedes Jahr zahlreiche Jademinenarbeiter ums Leben oder werden vermisst.
Auch am Sonntag hĂ€tten Jadesucher auf riesigen HĂŒgeln abgelagerter Erde und Schutt, die aus anderen Minen stammten, ihr GlĂŒck versucht. Dann rutschten die Erdmassen aus bisher nicht bekannten GrĂŒnden in einen See. «Die Bergleute fielen mit der Erde hinunter», sagte ein Anwohner, der bei den Rettungsarbeiten mithalf, der dpa. Aus GrĂŒnden der Sicherheit wollte er anonym bleiben. Bisher seien keine Leichen geborgen worden, fĂŒgte er hinzu. Geregnet habe es zum Zeitpunkt des UnglĂŒcks nicht, hieĂ es.
Myanmar befindet sich seit dem Putsch des MilitĂ€rs am 1. Februar 2021 in politischen Unruhen. Das MilitĂ€r geht mit harter Hand vor, um Proteste, Bewegungen des zivilen Ungehorsams und den bewaffneten Widerstand von Anti-Junta-Milizen im ganzen Land einzudĂ€mmen, die die MilitĂ€rregierung gewaltsam stĂŒrzen wollen. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Assistance Association for Political Prisoners, die die Morde und Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, wurden seit dem Putsch mindestens 3919 Menschen getötet und mehr als 24.246 Menschen verhaftet.


