Bombendrohungen, Frankreich

Hinter Bombendrohungen in Frankreich stecken oft Jugendliche

20.10.2023 - 12:39:31

UnzĂ€hlige Bombendrohungen halten Frankreich seit etlichen Tagen in Atem. Schulen, FlughĂ€fen und touristische Attraktionen sind betroffen. Hinter all dem stecken hĂ€ufig SchĂŒler und Jugendliche, teilen die Behörden nun mit.

Hinter den gehĂ€uften Bombendrohungen in Frankreich stecken vielfach Jugendliche. «Unter denen, die diese Bombendrohungen aussprechen, gibt es Kinder, kleine Scherzkekse, die keinen Sinn fĂŒr Verantwortung haben», sagte Frankreichs Justizminister Éric Dupond-Moretti am Freitag dem Sender RTL.

«Ich erinnere daran, dass es die Eltern sind, die fĂŒr die finanziellen Folgen aufkommen mĂŒssen, und die sind extrem hoch.» Es liefen 22 Strafverfahren, es gebe Festnahmen und Verurteilungen wĂŒrden folgen. «Wir können das nicht zulassen. Das erzeugt eine Psychose, die das Land nicht gebrauchen kann.»

Zu den Bombendrohungen kommt es verstĂ€rkt seit dem tödlichen Angriff eines jungen Islamisten auf einen Lehrer in Arras vor einer Woche, der Frankreich schwer erschĂŒtterte. Danach wurde die höchste Terrorwarnstufe im Land verhĂ€ngt. «Wir brauchen Ruhe in dieser Zeit», sagte der Justizminister. Die Bombendrohungen mĂŒssten gestoppt werden. Wie Bildungsminister Gabriel Attal am Donnerstagabend auf France 2 sagte, habe es inzwischen 299 Bombendrohungen gegen Schulen gegeben, 75 allein am Donnerstag. Mehrere Dutzend SchĂŒler seien inzwischen als Verantwortliche ermittelt worden, einige seien erst 11, 12 oder 14 Jahre alt.

Auch elf RegionalflughĂ€fen in Frankreich mussten am Donnerstag wegen Bombendrohungen gerĂ€umt werden. Wie bei den Schulen ĂŒberprĂŒfte die Polizei in jedem Fall, dass keine tatsĂ€chliche Bedrohung vorliegt. «Das bringt den Flugverkehr durcheinander», meinte der Justizminister. Wie Innenminister GĂ©rald Darmanin am Donnerstagabend dem Sender BFMTV sagte, ist die terroristische Bedrohung in Frankreich «sehr hoch». Gleichwohl gebe es aktuell keine konkrete, spezifische Bedrohung.

@ dpa.de