Berlin-Marzahn, Vermisstensuche

Vermisste 13-JĂ€hrige: Polizei ermittelt wegen Kapitalverbrechens

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 18:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Polizei weitet die Suche nach Lisa T. im Bezirk Marzahn-Hellersdorf aus. Mordkommissionen, Einsatzhundertschaften und weitere KrÀfte gehen zahlreichen Hinweisen nach, bislang ohne entscheidenden Erfolg.

Der Suchradius umfasst Marzahn-Hellersdorf

  • Lisa T. verließ am Dienstag gegen 7.15 Uhr ihr Wohnhaus und kam nicht an ihrer Schule an.
  • Am Samstag suchten mehr als 140 KrĂ€fte von Einsatzhundertschaft und Mordkommission im Bezirk.
  • Die Polizei erhielt viele Hinweise, meldete aber bislang keinen Durchbruch.
  • Mehr als 100 Beamte sind insgesamt im Einsatz. - Bild: Fabian Sommer/dpa
  • Laut Staatsanwaltschaft gibt es Anhaltspunkte fĂŒr ein Verbrechen. - Bild: Fabian Sommer/dpa
  • Die Polizisten verteilten am Samstagmorgen FlugblĂ€tter. - Bild: Fabian Sommer/dpa
  • Die Polizisten wollen erneut mit Anwohnern sprechen. - Bild: Fabian Sommer/dpa
Mehr als 100 Beamte sind insgesamt im Einsatz. - Bild: Fabian Sommer/dpa Laut Staatsanwaltschaft gibt es Anhaltspunkte fĂŒr ein Verbrechen. - Bild: Fabian Sommer/dpa Die Polizisten verteilten am Samstagmorgen FlugblĂ€tter.  - Bild: Fabian Sommer/dpa Die Polizisten wollen erneut mit Anwohnern sprechen. - Bild: Fabian Sommer/dpa

Polizei sucht 13-JĂ€hrige in Marzahn-Hellersdorf

Eine 13-JÀhrige aus Berlin-Marzahn wird seit Dienstag vermisst; sie verschwand auf dem Weg zur Schule. Die Berliner Polizei ermittelt inzwischen wegen des Verdachts eines Kapitalverbrechens und setzte am Samstag mehr als 140 EinsatzkrÀfte ein.

Ermittler gehen von nicht freiwilligem Verschwinden aus

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestehen weiterhin Anhaltspunkte fĂŒr ein Verbrechen. Die Mordkommissionen des Landeskriminalamts gehen davon aus, dass sich das MĂ€dchen nicht freiwillig aus seinem hĂ€uslichen Umfeld entfernt hat.

Hinweise darauf, dass Lisa T. ihrem sozialen und familiĂ€ren Umfeld entkommen wollte, gebe es nicht. Die EinsatzkrĂ€fte suchten im direkten Wohnumfeld sowie auf Wegen und Strecken, die die SchĂŒlerin im Schulalltag und in ihrer Freizeit genutzt haben könnte.

Viele Hinweise fĂŒhren bislang nicht weiter

Die Polizei befragte Anwohnerinnen und Anwohner und hÀngte Fahndungsplakate auf. Nach Angaben eines Polizeisprechers gingen viele Hinweise aus der Bevölkerung ein, ein Durchbruch blieb jedoch aus.

Das Suchgebiet ist von großen Plattenbaukomplexen, zahlreichen MehrfamilienhĂ€usern, GrĂŒnflĂ€chen und Parks geprĂ€gt. Diese Struktur macht die Absuche des weitlĂ€ufigen Wohngebiets besonders aufwendig.

Suche mit Hundertschaften und Hubschrauber

Bereits am Freitag waren rund 220 Polizeibeamtinnen und -beamte im Einsatz. Mehrere Einsatzhundertschaften, Mantrailerhunde und ein Polizeihubschrauber unterstĂŒtzten die Suche.

Lisa T. verließ ihr Wohnhaus am Dienstag gegen 7.15 Uhr. Sie sollte gegen 7.30 Uhr vom Barnimplatz zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße fahren, kam dort aber nicht an.

Polizei bittet um Hinweise

Die Polizei veröffentlichte ein Foto der Vermissten und bittet Menschen, die etwas gesehen oder gehört haben, um Meldung ĂŒber das Hinweistelefon oder die Hinweis-Mailadresse des Landeskriminalamts.

Lisa T. wird als 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank beschrieben. Sie hat lange dunkle Haare, trug eine schwarze Winterjacke, ein graues Oberteil, eine blaue Jeans, weiße Sneaker und einen schwarzen Rucksack.

Kapitalverbrechen ist kein eigener Straftatbestand

„Kapitalverbrechen“ ist eine umgangssprachliche Sammelbezeichnung fĂŒr besonders schwere Straftaten, insbesondere Tötungsdelikte wie Mord und Totschlag. Der Begriff bezeichnet keinen eigenstĂ€ndigen Straftatbestand.

Erinnerung an Fall Rebecca

Das Verschwinden erinnert an den Fall der 15-jÀhrigen Rebecca aus Berlin-Britz im Februar 2019. Rebecca und ihre Leiche wurden bis heute nicht gefunden.

Damals suchten Hunderte EinsatzkrÀfte mit Hunden, Hubschraubern, Drohnen, Baggern, Booten und Tauchern. Die Polizei verdÀchtigt den Mann von Rebeccas Schwester, sie getötet zu haben; er bestreitet den Vorwurf.

Das Verschwinden der 13-JĂ€hrigen löst in Berlin einen umfangreichen Sucheinsatz aus, weil die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen von Anhaltspunkten fĂŒr ein Kapitalverbrechen ausgehen. Der Begriff bezeichnet keine eigene Straftat, sondern wird vor allem fĂŒr besonders schwere Delikte wie Mord oder Totschlag verwendet.

Entscheidend fĂŒr die Ermittlungen ist der bekannte Zeitkorridor: Lisa T. verließ am Dienstag gegen 7.15 Uhr ihr Wohnhaus und sollte gegen 7.30 Uhr von einem Haltepunkt zur Schule fahren. Dort kam sie nicht an. Deshalb konzentrieren sich die EinsatzkrĂ€fte auf das direkte Wohnumfeld sowie auf Wege und Orte, die das MĂ€dchen im Schul- und Freizeitalltag genutzt haben könnte.

Viele Hinweise, kein Durchbruch

Die Polizei setzt neben Befragungen und Plakaten auf Mordkommissionen, Einsatzhundertschaften, SpĂŒrhunde und einen Hubschrauber. Mehr als 140 KrĂ€fte sind am Samstag im Bezirk Marzahn-Hellersdorf im Einsatz; am Vortag waren es rund 220 Beamtinnen und Beamte. Die GrĂ¶ĂŸe des Plattenbaugebiets mit zahlreichen GrĂŒnflĂ€chen macht die Suche organisatorisch aufwendig.

FĂŒr Anwohner und mögliche Zeugen bleibt der Hinweisaufruf zentral. Auch scheinbar nebensĂ€chliche Beobachtungen entlang des Schulwegs oder im Wohnumfeld können fĂŒr die Rekonstruktion der letzten bekannten Bewegungen relevant sein. Der Fall erinnert zugleich an frĂŒhere VermisstenfĂ€lle in Berlin, darf aber nicht mit ihnen gleichgesetzt werden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Verdacht einer Straftat: Berliner Polizei sucht 13-JĂ€hrige Lisa T.“ (07.11.2026)

Der Artikel bestĂ€tigt den Sucheinsatz und hebt hervor, dass die Polizei die Suche nach mehreren Tagen verstĂ€rkt habe. Als Schwerpunkt nennt er die Annahme, Lisa habe ihr hĂ€usliches Umfeld nicht freiwillig verlassen, sowie den Einsatz von SpĂŒrhunden und Hubschrauber.

Stern: „13-JĂ€hrige in Berlin vermisst: Polizei vermutet Straftat und bittet um Mithilfe“ (07.11.2026)

Der Beitrag stellt die Bitte um Mithilfe in den Mittelpunkt und beschreibt die Suche im Wohnumfeld mit mehr als 140 KrÀften. Anders als der n-tv-Bericht fasst er die Entwicklung des polizeilichen Verdachts vom Freitag zum Samstag zusammen.

Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen den Großeinsatz und den Zeugenaufruf. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung von Suchmaßnahmen und Ermittlungsstand; offen bleibt der Aufenthaltsort der SchĂŒlerin.

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