Menschen bewegen sich zu wenig - Deutschland auf gutem Weg
26.06.2024 - 03:43:40Weltweit bewegen sich die Menschen nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) viel zu wenig. Das habe erhebliche Folgen fĂŒr die Gesundheit und koste das Gesundheitswesen enorm viel Geld, berichtet die WHO in der Fachzeitschrift «The Lancet Global Health Journal».
Aus Deutschland gibt es positive Nachrichten: Die Zahl derjenigen, die sich zu wenig bewegen, liegt deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. Deutschland gehört demnach zu nur 22 LĂ€ndern, die auf dem richtigen Weg sind, wie geplant mehr Menschen in Schwung zu bringen. Die WHO befasste sich fĂŒr diesen Report nur mit Erwachsenen.
Wie viel Bewegung die WHO empfiehlt
Die WHO empfiehlt 150 Minuten AusdaueraktivitĂ€t pro Woche bei moderater IntensitĂ€t. Das ist mehr als nur Spazierengehen, eher forsches Gehen, das den Puls hochbringt. Alternativ wird 75 Minuten AktivitĂ€t mit hoher IntensitĂ€t geraten, bei der man aus der Puste kommt: FuĂball spielen etwa. Angesichts der laufenden FuĂball-Europameisterschaft warnte RĂŒdiger Krech, Direktor Gesundheitsförderung bei der WHO: «Sport anschauen reicht nicht. Sitzt nicht da, werdet aktiv. Jeder Schritt zĂ€hlt.»
Lage in Deutschland weitaus besser als weltweit
In Deutschland ist die Lage weitaus besser als im weltweiten Durchschnitt. «Deutschland schneidet im globalen Vergleich und in der Gruppe der einkommensstarken westlichen LĂ€nder sehr gut ab», sagte Krech der dpa. Nur zwölf Prozent der Menschen seien nicht genĂŒgend aktiv. Das WHO-Ziel, den Anteil von 2010 bis 2030 um 15 Prozent zu reduzieren, werde damit voraussichtlich erreicht, wie in nur 22 LĂ€ndern insgesamt.
Im weltweiten Durchschnitt sind es 31 Prozent der Erwachsenen nicht genĂŒgend aktiv, wie die WHO berichtet, insgesamt 1,8 Milliarden Menschen. Eigentlich sollte der Anteil nach einem Aktionsplan von 26,4 Prozent im Jahr 2010 auf 22,4 Prozent bis 2030 sinken. Doch der Trend geht in die andere Richtung. Wenn nicht mehr getan werde, dĂŒrften es nach WHO-Angaben 2030 schon 35 Prozent sein.
Bei Bewegungsmangel drohen schwere Krankheiten
Wer sich nicht bewegt, trĂ€gt ein höheres Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, Demenz und Krebserkrankungen wie Brust- und Dickdarmkrebs, so die WHO. Viel Computerarbeit und FreizeitaktivitĂ€ten an Bildschirmen sorgten fĂŒr den Bewegungsmangel.
Frauen seien noch weniger aktiv als MĂ€nner. Das liege etwa daran, dass sie oft zahlreiche Aufgaben zu bewĂ€ltigen hĂ€tten, neben der bezahlten Arbeit im Haushalt und mit Kindern. Sie seien oft zu mĂŒde, sagte Fiona Bull, die die Abteilung Bewegung bei der WHO leitet. Ebenso lasse die AktivitĂ€t bei ĂŒber 60-JĂ€hrigen zu stark nach.
Regierungen mĂŒssten dafĂŒr sorgen, dass es ĂŒberall und fĂŒr alle gute Möglichkeiten fĂŒr Bewegung gebe. Dazu gehören Rad- und Wanderwege, Parks und Freizeitangebote, die sich jeder leisten kann und eine gute und sichere Umwelt. Dazu gehörten Fitnesswochen und andere Initiativen, um die Menschen von ihren StĂŒhlen zu holen.
Die WHO hat Erhebungen aus den einzelnen LÀndern ausgewertet und sie so aufbereitet, dass sie aussagekrÀftig und vergleichbar sind.


