Winter, Deutschland

Sturm «Elli» zieht mit geballter Schneeladung ĂŒber das Land

09.01.2026 - 09:21:19

Viel Schnee, festgefahrene Lkw und ZugausfĂ€lle: «Elli» trifft weite Teile Deutschlands. Was das fĂŒr Bahnreisende, SchĂŒler und Autofahrer bedeutet – und wo es besonders kritisch wird.

  • Bitte vorsichtig fahren: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen. - Foto: Jens Kalaene/dpa

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  • Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist betroffen.  - Foto: Marcus Brandt/dpa

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  • Das  FĂ€hr- und Frachtschiff Spiekeroog IV liegt im Hafen - wegen des Sturms werden viele Inseln nicht angefahren.  - Foto: Lars Penning/dpa

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  • Der Weg zur Schule ist heute vielerorts zu gefĂ€hrlich: In einigen Regionen fĂ€llt daher der Unterricht in PrĂ€senz aus.  - Foto: Christian Charisius/dpa

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  • Der Norden ist derzeit ein Winterwetter-Schwerpunkt. - Foto: Christian Charisius/dpa

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  • Rausfahren, damit andere nicht rutschen: ein RĂ€umdienst in Leipzig. - Foto: Jan Woitas/dpa

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  • Ab Samstag soll sich die Lage auf den Schienen entspannen, hofft die Bahn. - Foto: Christophe Gateau/dpa

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  • Auf dem Frankfurter Airport herrscht weitgehend winterlicher Normalbetrieb. - Foto: Andreas Arnold/dpa

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Bitte vorsichtig fahren: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen. - Foto: Jens Kalaene/dpaDer Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist betroffen.  - Foto: Marcus Brandt/dpaDas  FÀhr- und Frachtschiff Spiekeroog IV liegt im Hafen - wegen des Sturms werden viele Inseln nicht angefahren.  - Foto: Lars Penning/dpaDer Weg zur Schule ist heute vielerorts zu gefÀhrlich: In einigen Regionen fÀllt daher der Unterricht in PrÀsenz aus.  - Foto: Christian Charisius/dpaDer Norden ist derzeit ein Winterwetter-Schwerpunkt. - Foto: Christian Charisius/dpaRausfahren, damit andere nicht rutschen: ein RÀumdienst in Leipzig. - Foto: Jan Woitas/dpaAb Samstag soll sich die Lage auf den Schienen entspannen, hofft die Bahn. - Foto: Christophe Gateau/dpaAuf dem Frankfurter Airport herrscht weitgehend winterlicher Normalbetrieb. - Foto: Andreas Arnold/dpa

Wintersturm «Elli» zieht mit geballten Schneeladungen ĂŒber Deutschland. Viele Straßen und Schienenverbindungen sind betroffen. In der Mitte Deutschlands blieben etliche Lkw im Schnee stecken und blockierten Autobahnen. FĂŒr weite Teile Norddeutschlands gelten Unwetterwarnungen, viele Schulen sind dicht. Die Lage im Einzelnen:

GlÀtte und UnfÀlle: 

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor spiegelglatten und verschneiten Straßen in etlichen Regionen. In etlichen StĂ€dten wurde der Busverkehr vorsichtshalber eingestellt. Auf einigen Straßen war es so ruhig wie selten, weil viele Autofahrer wegen der GlĂ€ttewarnungen zu Hause geblieben waren. Bei Calw in Baden-WĂŒrttemberg rutschte ein Linienbus einen Hang hinunter, dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. 

Erhebliche Behinderungen gibt es auf mehreren Autobahnen: In Osthessen sind laut PolizeiprÀsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert, die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. «Das Problem ist der Schwerlastverkehr», sagte der Sprecher. Lkw-Fahrer werden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und RastplÀtze anzufahren. RÀumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz.

Etwa zwei Dutzend Lastwagen fuhren sich auf der schneebedeckten Autobahn 7 im unterfrĂ€nkischen Landkreis Bad Kissingen fest. Wie ein Polizeisprecher sagte, rĂŒckte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) zum Freischleppen aus. Ein brennender Lastwagen sorgte auf der Autobahn 2 bei Garbsen in der NĂ€he von Hannover fĂŒr Verkehrsbehinderungen. Warum sich der Lastwagen auf glatter Straße drehte und Feuer fing, war zunĂ€chst nicht bekannt. 

Wetterlage:

«Ich wĂŒrde es nicht als ein Jahrhundert-Event einordnen. Das ist es auf gar keinen Fall», sagte DWD-Meteorologe David Menzel am Morgen. «Es ist ein winterlicher Sturm und - wenn man das große Ganze betrachtet - nichts sonderlich Außergewöhnliches.» Dennoch: FĂŒr weite Teile Deutschlands, vor allem fĂŒr den Norden die Mittelgebirge, gelten Unwetterwarnungen des Wetterdienstes.

Der DWD sagte «von SĂŒdwesten aufkommende, teils krĂ€ftige SchneefĂ€lle» voraus, die sich bis zur Elbe ausbreiten. Bei stĂŒrmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu grĂ¶ĂŸeren Behinderungen auf den Verkehrswegen fĂŒhren kann. Im SĂŒden und Westen Deutschlands soll der Schnee - bei ebenfalls stĂŒrmischem, aber aus sĂŒdwestlichen Richtungen wehendem Wind - in Regen ĂŒbergehen. Dann wird es sehr glatt.

Von der Nordsee bis in den Osten können verbreitet um die 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst fĂŒr die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen. 

Und: «Ein Großteil des Schnees fĂ€llt dabei innerhalb von drei bis 6 Stunden - gebietsweise Unwetter!», so der DWD. Am Nachmittag und Abend sollen die SchneefĂ€lle dann allmĂ€hlich nachlassen.

Bahnverkehr:

Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag VerspÀtungen und ZugausfÀlle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem spÀteren Zeitpunkt genutzt werden. Mancherorts wurden vorsorglich Verbindungen gestrichen.

Bahnsprecher Achim Stauß sagte im «ZDF-Morgenmagazin», Sicherheit habe fĂŒr die Bahn weiterhin oberste PrioritĂ€t. «Wir wollen natĂŒrlich auch nicht in unsicheren Situationen ZĂŒge auf die Strecke schicken, die dann vielleicht das Ziel nicht erreichen oder nicht wieder zurĂŒckfahren können.» Da sei es besser, den Zug am Bahnhof zurĂŒckzuhalten.

Derzeit komme es vor allem auf Strecken in Richtung Norden zu EinschrĂ€nkungen, unter anderem an die Nordsee sowie nach Kiel, Rostock und RĂŒgen. Als Vorsichtsmaßnahme habe die Bahn dort bereits rund die HĂ€lfte der ZĂŒge aus dem Verkehr genommen. FahrgĂ€ste wĂŒrden darĂŒber ĂŒber die Auskunftssysteme informiert.

Flugverkehr:

Das Winterwetter hat zunĂ€chst keine grĂ¶ĂŸeren Auswirkungen auf den Betrieb am Frankfurter Flughafen. Am frĂŒhen Morgen gab es keine EinschrĂ€nkungen bei Starts und Landungen.

Die Wetterlage werde im Tagesverlauf weiter sorgfĂ€ltig beobachtet, vor allem mit Blick auf den Wind. «Wir werden situativ entscheiden, wie es weitergeht», sagte die Sprecherin am grĂ¶ĂŸten deutschen Airport. Am Donnerstag mussten wegen des Winterwetters am grĂ¶ĂŸten deutschen Flughafen rund 200-mal Flugzeuge enteist werden. 25 Enteisungsfahrzeuge waren im Einsatz - «ruhiger Winterbetrieb», wie Fraport mitteilte. 

FÀhrverkehr: 

Der FĂ€hrverkehr an der niedersĂ€chsischen NordseekĂŒste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind derzeit nicht per Schiff erreichbar - darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drĂŒckt das Wasser von der KĂŒste weg, FĂ€hren können dann nicht oder nur eingeschrĂ€nkt fahren.

Schulen: 

Schneefrei, zumindest fĂŒr manche SchĂŒler: In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fĂ€llt der regulĂ€re Schulbetrieb flĂ€chendeckend aus. Nach Angaben der zustĂ€ndigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung fĂŒr jĂŒngere Kinder. Grund fĂŒr die Schließung ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewĂ€hrleistet werden kann.

Auch in Regionen in Bayern, ThĂŒringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fĂ€llt teils der PrĂ€senzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und KindergĂ€rten betroffen.

@ dpa.de