Winter, Deutschland

Ausnahmezustand in Deutschland: Die eisige «Elli» ist da

09.01.2026 - 04:00:19

Viel Schnee, glatte Straßen und ZugausfĂ€lle: «Elli» trifft weite Teile Deutschlands. Was das fĂŒr Bahnreisende, SchĂŒler und Autofahrer bedeutet – und wo es besonders kritisch wird.

  • Bitte vorsichtig fahren: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen. - Foto: Jens Kalaene/dpa

    Jens Kalaene/dpa

  • Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist betroffen.  - Foto: Marcus Brandt/dpa

    Marcus Brandt/dpa

  • Das  FĂ€hr- und Frachtschiff Spiekeroog IV liegt im Hafen - wegen des Sturms werden viele Inseln nicht angefahren.  - Foto: Lars Penning/dpa

    Lars Penning/dpa

  • Der Weg zur Schule ist heute vielerorts zu gefĂ€hrlich: In einigen Regionen fĂ€llt daher der Unterricht in PrĂ€senz aus.  - Foto: Christian Charisius/dpa

    Christian Charisius/dpa

Bitte vorsichtig fahren: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen. - Foto: Jens Kalaene/dpaDer Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist betroffen.  - Foto: Marcus Brandt/dpaDas  FÀhr- und Frachtschiff Spiekeroog IV liegt im Hafen - wegen des Sturms werden viele Inseln nicht angefahren.  - Foto: Lars Penning/dpaDer Weg zur Schule ist heute vielerorts zu gefÀhrlich: In einigen Regionen fÀllt daher der Unterricht in PrÀsenz aus.  - Foto: Christian Charisius/dpa

Wintersturm «Elli» bringt Deutschland EiseskĂ€lte, GlĂ€tte und so viel Schnee wie lange nicht. An vielen Stellen kann es extrem rutschig werden. FĂŒr weite Teile Norddeutschland gelten Unwetterwarnungen, viele Schulen bleiben dicht. Erste Auswirkungen des Sturmtiefs sind schon zu spĂŒren. Ein Überblick: 

GlÀtte und UnfÀlle: 

Autofahren kann bei diesen WetterverhĂ€ltnissen hochgefĂ€hrlich sein, der DWD warnt vielerorts vor spiegelglatten Straßen. In der Nacht kam es bereits zu ersten UnfĂ€llen aufgrund der GlĂ€tte. In Baden-WĂŒrttemberg rutschte ein Bus einen Hang hinunter. Dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht. Etwa zwei Dutzend Lastwagen fuhren sich auf der schneebedeckten Autobahn 7 im unterfrĂ€nkischen Landkreis Bad Kissingen fest. Wie ein Polizeisprecher sagte, rĂŒckte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) zum Freischleppen aus.

Die Lagezentren in den BundeslĂ€ndern sprachen in den frĂŒhen Morgenstunden allerdings insgesamt von einem bis dahin ruhigen Verlauf auf den Straßen mit eher kleinen UnfĂ€llen. Mancherorts wurde fĂŒr Freitag vorsichtshalber der Busverkehr eingestellt oder schon vor EinschrĂ€nkungen gewarnt. 

Wetterlage:

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet «von SĂŒdwesten aufkommende, teils krĂ€ftige SchneefĂ€lle», die sich bis zur Elbe ausbreiten. Bei stĂŒrmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu grĂ¶ĂŸeren Behinderungen auf den Verkehrswegen fĂŒhren kann, wie der Wetterdienst warnt. Im SĂŒden und Westen Deutschlands soll der Schnee - bei ebenfalls stĂŒrmischem, aber aus sĂŒdwestlichen Richtungen wehendem Wind - am Morgen rasch in Regen ĂŒbergehen. Dann wird es sehr glatt.

In einem Streifen von der Nordsee bis in den Osten hinein können verbreitet um die 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Den meisten Schnee erwartet der Deutsche Wetterdienst fĂŒr die sogenannten Staulagen der Mittelgebirge. An den Seiten der Berge, die dem Wind zugewandt sind, können 20 Zentimeter Neuschnee fallen, wie die Meteorologen in Offenbach am Morgen prognostizierten. 

Und: «Ein Großteil des Schnees fĂ€llt dabei innerhalb von drei bis 6 Stunden - gebietsweise Unwetter!», heißt es im Wetterbericht von 5.00 Uhr. Am Nachmittag und Abend sollen die SchneefĂ€lle dann allmĂ€hlich nachlassen, dann werden nur noch wenige Zentimeter Neuschnee erwartet.

Bahnverkehr:

Die Bahn geht davon aus, dass bis Samstag VerspÀtungen und ZugausfÀlle im Fernverkehr möglich sind. Wer kann, sollte seine Reise verschieben. Schon gekaufte Tickets könnten auch zu einem spÀteren Zeitpunkt genutzt werden. Mancherorts wurden vorsorglich Verbindungen des Regionalverkehrs gestrichen.

Bereits am Abend war es ZugausfÀllen auf einigen Fernverkehrsstrecken gekommen. Betroffen waren etwa die Strecken Kopenhagen-Hamburg, Westerland/Kiel-Hamburg, Binz/Stralsund/Rostock-Berlin, Norddeich/Emden-Hannover/Ruhrgebiet.

Die Bahn hat darĂŒber hinaus Vorbereitungen getroffen: In Bayern zum Beispiel können von den mehr als 10.000 Weichen laut DB rund 8.140 beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Bei Schneeverwehungen wĂŒrden schwere Loks ĂŒber verschneite Gleise fahren und eine Spur fĂŒr nachfolgende ZĂŒge ziehen, sagte eine Sprecherin. Allerdings sei man selbst bei bestmöglicher Vorbereitung nicht gegen alle Witterungsfolgen gefeit, hieß es am Donnerstag.

FÀhrverkehr: 

Auch der FĂ€hrverkehr an der niedersĂ€chsischen NordseekĂŒste ist weitgehend zum Stillstand gekommen. Mehrere Inseln sind derzeit nicht per Schiff erreichbar - darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Problematisch ist vor allem der erwartete starke Ostwind. Er drĂŒckt das Wasser von der KĂŒste weg, FĂ€hren können dann nicht oder nur eingeschrĂ€nkt fahren.

Schulen: 

Schneefrei, zumindest fĂŒr manche SchĂŒler: In Hamburg, Niedersachsen, Bremen und in Teilen Schleswig-Holsteins fĂ€llt der regulĂ€re Schulbetrieb flĂ€chendeckend aus. Nach Angaben der zustĂ€ndigen Behörden gibt es teilweise Distanzunterricht und Notbetreuung fĂŒr jĂŒngere Kinder. Grund fĂŒr die Schließung ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren und eine sichere Anreise nicht gewĂ€hrleistet werden kann.

Auch in Regionen in Bayern, ThĂŒringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fĂ€llt teils der PrĂ€senzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und KindergĂ€rten betroffen.

@ dpa.de