Gesuchter Dreifachmörder im Westerwald ist tot
07.08.2025 - 12:59:01 | dpa.deDer Dreifachmörder von Weitefeld im Westerwald ist tot. Bei der am Dienstag gefundenen Leiche handele es sich um den VerdĂ€chtigen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Durch die vier Monate lange Unklarheit hatten manche Einwohner und Einwohnerinnen Angst beim Spazierengehen, lieĂen ihre Kinder nicht gerne alleine raus. Ein ganzes Dorf hielt monatelang den Atem an â bis jetzt.
Ein BĂŒrger hatte die tote Person nur rund einen Kilometer von Weitefeld entfernt gefunden. Ein Polizeisprecher hatte von einer lĂ€ngeren Liegezeit der Leiche gesprochen. Nicht weit davon entfernt wurde laut Staatsanwaltschaft eine Waffe gefunden, bei der es sich um die Tatwaffe handeln könnte.
Todesursache des TÀters lÀsst sich nicht mehr klÀren
In der Rechtsmedizin in Mainz sei eine DNA-Vergleichsanalyse in Auftrag gegeben worden und ein Abgleich des Zahnstatus erfolgt. Demnach handele es sich um den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Mann, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
«Aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustandes der Leiche lassen sich die Todesursache und der genaue Todeszeitpunkt nicht mehr klĂ€ren», teilte die Staatsanwaltschaft mit. «Ob der mutmaĂliche TĂ€ter Selbstmord begangen hat oder an den Verletzungen verstorben ist, die er sich bei Begehung der Tat zugezogen hat, oder eine sonstige Todesursache vorliegt, lĂ€sst sich dementsprechend nicht mehr sicher feststellen.»
Getötete Mutter wÀhlte noch selbst den Notruf
Anfang April dieses Jahres hatte die Polizei drei Tote in einem Einfamilienhaus entdeckt. Die Mutter wĂ€hlte selbst noch den Notruf. Doch die 44-JĂ€hrige, ihr 47 Jahre alter Mann und der 16-jĂ€hrige Sohn starben. Wenig spĂ€ter stand fest: Das Ehepaar verblutete nach Stich- und Schussverletzungen, der Jugendliche starb an einer Schussverletzung.Â
Von dem TÀter aber fehlte lange jede Spur. Er wohnte in einem Nachbarort von Weitefeld. Im Juli hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass nach wie vor unklar sei, ob der VerdÀchtige noch lebe - und, falls er noch lebe, wo er sich aufhalte. Nun gibt es Gewissheit.
Polizei durchsuchte Felder und WĂ€lder
Die Polizei begegnete der Unsicherheit im Ort mit PrĂ€senz. Sie durchsuchte Felder, WĂ€lder und einen Weiher rund um Weitefeld und war als Ansprechpartner fĂŒr die Menschen vor Ort. Doch trotz Fahndung, SuchmaĂnahmen und öffentlichen Aufruf im Fernsehen, gab es keinen entscheidenden Hinweis. Bis am Dienstag ein Zeuge die Leiche fand.
Der rheinland-pfĂ€lzische Innenminister Michael Ebling (SPD) hofft, dass das SicherheitsgefĂŒhl der Menschen in dem Ort und der Region möglichst schnell wieder zurĂŒckkehrt. «Die BestĂ€tigung, dass es sich bei dem aufgefundenen Toten um den gesuchten TatverdĂ€chtigen handelt, bringt nun Gewissheit in einen tragischen Fall, der viele Menschen tief bewegt hat», sagte er.Â
Frage nach dem Motiv noch offen
WĂ€hrend die Polizei am Fundort nach weiteren Beweisen wie Kleidung, Werkzeugen oder Tatwerkzeugen suchte, kamen immer wieder Menschen an dem Feld vorbei. Der Fall hatte deutschlandweit fĂŒr Entsetzen gesorgt.
Allerdings bleiben nach dem Leichenfund und der Identifizierung Fragen offen, zum Beispiel die nach dem Motiv. Dies zu klĂ€ren, dĂŒrfte schwer sein. Laut frĂŒheren Angaben der Staatsanwaltschaft könnte ein Treffen eskaliert sein und schlieĂlich «in dem Exzess der Tötung der ganzen Familie» geendet haben.
Bei den Ermittlungen seien keine Beziehungen zwischen der Opferfamilie und dem TĂ€ter festgestellt worden. Es sei «nicht unwahrscheinlich», dass es in der Tatnacht zu einem zufĂ€lligen Zusammentreffen des TĂ€ters mit einem der Opfer vor dem Haus gekommen sei, hieĂ es seinerzeit.Â
Jetzt teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass das Ermittlungsverfahren wegen des Todes des VerdĂ€chtigen zu Ende sei. Es gebe eine erdrĂŒckende Beweislage.
Warum wurde die Leiche nicht frĂŒher entdeckt?
Auch die Frage, warum man die Leiche nicht frĂŒher gefunden hat, dĂŒrfte die Menschen beschĂ€ftigen. Das Gebiet war umfangreich abgesucht worden. Ein möglicher ErklĂ€rungsansatz ist nach den Worten eines Polizeisprechers vom Mittwoch, dass der Fundort der Leiche zum Zeitpunkt der Suche im FrĂŒhjahr ĂŒberschwemmt und «mehr oder weniger ein Sumpfgebiet» gewesen sei.
Die zentralen SchauplÀtze des Falls befinden sich in einem kleinen Umkreis: Die Stelle, die die Polizei nach dem Leichenfund durchsuchte, liegt weniger als einen Kilometer vom Ortsrand entfernt. Das Haus, in dem die Familie gefunden wurde, ist ebenfalls rund einen Kilometer weit weg. Der Ort, aus dem der TÀter stammte, befindet sich nur ein paar Kilometer weiter.
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