SchÀden, Hagel

SchÀden durch Hagel und Sturm - Unwettergefahr sinkt

19.06.2024 - 05:28:41

Von wegen SommermĂ€rchen! KrĂ€ftige Gewitter machen zur Fußball-EM vielen Menschen zu schaffen. Mehrere Fanzonen wurden geschlossen. Die Unwettergefahr nimmt ab, ist aber nicht vollstĂ€ndig gebannt.

Überflutete Straßen, gestrandete Bahnreisende und geschlossene EM-Fanzonen: KrĂ€ftige Gewitter mit Unwetter-Potenzial sind ĂŒber Teile Deutschlands gezogen. In der Nacht zum Mittwoch beruhigte sich das Wetter wieder. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob alle Unwetterwarnungen auf. GrĂ¶ĂŸere SchĂ€den wurden nicht gemeldet. Die Meteorologen hatten von einer «Schwergewitterlage» gesprochen. Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt: Örtlich können weitere starke Gewitter auftreten.

Von den Gewittern am Dienstag waren Regionen in einem breiten Streifen in der Mitte Deutschlands von West nach Ost betroffen. Am spĂ€teren Dienstagabend galten fĂŒr mehrere Regionen in ThĂŒringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg Unwetterwarnungen.

Im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis wurde ein Mensch schwer verletzt. Wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Lausitz sagte, sei ein Baum auf ein fahrendes Auto gestĂŒrzt. Der Fahrer wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Mit deutlichen Worten hatten die Meteorologen auf mögliche Gefahren hingewiesen - auch weil wegen der Fußball-Europameisterschaft viele unter freiem Himmel die Spiele verfolgen.

So wurden vorsorglich Fanzonen in mehreren BundeslĂ€ndern geschlossen, darunter in Dortmund, wo die Partie TĂŒrkei gegen Georgien ausgetragen wurde. Am zweiten Spielort Leipzig schlossen die Veranstalter letztlich doch die EM-Fanzone wegen drohender Unwetter. In der Messestadt stand das Spiel Portugal gegen Tschechien an.

Hagelkörner beschÀdigen Autos

Letztlich kam Deutschland bei den neuerlichen Gewittern vergleichsweise glimpflich davon. Auf den Straßen gab es vereinzelt UnfĂ€lle, weil Wasser auf den Fahrbahnen stand. Auf der Autobahn 4 bei Weimar geriet laut Polizei ein Auto vermutlich wegen Aquaplanings ins Schleudern und prallte mit einem Lkw mit Gefahrgutladung zusammen. Der Lastwagen fing daraufhin Feuer.

Im SĂŒden ThĂŒringens beschĂ€digten grĂ¶ĂŸere Hagelkörner Autos und WellblechdĂ€cher. Menschen wurden laut Polizei nicht verletzt. Eine Straße im Landkreis Hildburghausen wurde komplett mit golfballgroßen Hagelkörnern bedeckt. Die Straße sei gerĂ€umt worden und wieder befahrbar, teilte die Polizei mit. UnfĂ€lle habe es keine gegeben.

In mehreren BundeslĂ€ndern rĂŒckte die Feuerwehr aus. Im Landkreis Meißen in Sachsen lösten starke Windböen mehrere EinsĂ€tze aus.

Vogelsbergkreis: HÀuser durch Unwetter beschÀdigt

In Kirtorf im hessischen Vogelsbergkreis wurden rund 30 HÀuser durch ein Unwetter beschÀdigt. Unter anderem seien am Dienstag BÀume umgefallen und mehrere DÀcher abgedeckt worden, teilte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen mit. Dabei seien keine Menschen verletzt worden. Eine Schadenshöhe sei bislang nicht bekannt.

Auch der Verkehr war betroffen: Ein Baum sei auf eine Landstraße gestĂŒrzt und auf die Bundesstraße 62 sei Geröll und Schlamm geraten. Beide Straßen seien fĂŒr mehrere Stunden bis zum Dienstagabend gesperrt gewesen. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Autos stecken in ĂŒberfluteter UnterfĂŒhrung fest

Auch im nordrhein-westfĂ€lischen Grevenbroich hatte die Feuerwehr wegen heftiger RegenfĂ€lle zu tun. In zwei FĂ€llen hĂ€tten Autoinsassen gerettet werden mĂŒssen, die mit ihren Fahrzeugen in ĂŒberfluteten UnterfĂŒhrungen hĂ€ngengeblieben seien, teilte die Feuerwehr der Stadt mit. In vom Regen besonders betroffenen Stadtteilen habe das Wasser in Kellern teils bis zu einem Meter hoch gestanden, Wasser sei aus KanĂ€len in Wohnungen gelangt. In einem Ortsteil wurde zeitweise eine Regionalbahnstrecke gesperrt, weil sehr viel Wasser das Gleisbett durchströmt hatte.

In Brandenburg strandeten wegen eines Oberleitungsschadens FahrgĂ€ste eines Eurocitys nach Prag. Ein Baum sei auf die Oberleitung gestĂŒrzt, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Die FahrgĂ€ste mussten den Zug demnach bei Elsterwerda verlassen und wurden auf Busse verteilt. Auf der Internetseite der Bahn sind am Mittwochmorgen keine AusfĂ€lle wegen der neuen Gewitter aufgefĂŒhrt.

Weitere Gewitter möglich

Ganz gebannt ist die Unwettergefahr in Deutschland noch nicht - in einigen Gebieten kann es auch am Mittwoch heftige RegenfĂ€lle und Gewitter geben. Der Wetterdienst hatte einzelne Unwetter mit Großhagel und schweren Sturmböen fĂŒr die Nacht zum Mittwoch nicht ausgeschlossen.

Laut DWD kann es anfangs in der Lausitz sowie im östlichen Mittelgebirgsraum noch zu krĂ€ftigen Gewittern kommen. Im Tagesverlauf werden auch von der Pfalz bis nach Nordbayern und im Westerzgebirge örtlich starke Gewittern mit Hagel, stĂŒrmischen Böen und Starkregen erwartet, am spĂ€ten Nachmittag und abends dann auch entlang der Alb sowie an den Alpen und im Vorland.

@ dpa.de