FĂ€hre sinkt vor Bali: Dutzende Menschen im Meer vermisst
03.07.2025 - 10:18:52Nach einem schweren FĂ€hrunglĂŒck vor der indonesischen Insel Bali steigt die Zahl der Toten. Dutzende Menschen werden trotz fieberhafter Suche noch vermisst. Das Schiff mit 65 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord war am spĂ€ten Mittwochabend (Ortszeit) aus noch ungeklĂ€rter Ursache kurz nach dem Ablegen aus einem Hafen der Nachbarinsel Java in Seenot geraten und gesunken.Â
Bis zum Nachmittag sei die Zahl der bestĂ€tigten Todesopfer auf sechs gestiegen, teilten die örtlichen Such- und Rettungsdienste mit. Zuletzt sei ein dreijĂ€hriger Junge tot in der NĂ€he eines Strandes auf Bali geborgen worden, hieĂ es. Mehr als 30 Menschen werden noch vermisst.Â
Die Zahl der bisher lebend Geretteten liege bei 28, sagte Wahyu Setiabudi, der Koordinator der Suchtrupps. Zeitweise war von 31 bis 35 Ăberlebenden die Rede gewesen.Â
Das Schiff, die KMP Tunu Pratama Jaya, war am spĂ€ten Abend (Ortszeit) aus dem Hafen von Ketapang auf Java ausgelaufen und auf dem Weg nach Gilimanuk an der Westspitze von Bali. Rund 20 Minuten nach dem Start hatte die FĂ€hre ein Notsignal gesendet. Die nur wenige Kilometer lange Ăberfahrt dauert normalerweise weniger als eine Stunde.
Was sagen Augenzeugen?
Die FĂ€hre transportierte den Angaben zufolge auch viele Fahrzeuge, darunter groĂe Lastwagen und Autos sowie MotorrĂ€der. Ob auch Touristen betroffen sind, war zunĂ€chst unklar - jedoch benutzen generell nur wenige Urlauber diese FĂ€hrverbindung.Â
Mehrere der Ăberlebenden seien im Meer vor Cekik auf Bali gerettet worden, hieĂ es. Sie hĂ€tten sich auf einem RettungsfloĂ in Sicherheit gebracht. Ein ĂŒberlebender Passagier sagte der Nachrichtenseite Berita Satu, das Schiff habe bereits kurz nach der Abfahrt instabil gewirkt. «Die FĂ€hre neigte sich â unter Deck befanden sich Lastwagen, die zu schwer wirkten», erklĂ€rte der Mann. «Mein Freund und ich waren auf dem zweiten Deck. Er griff sofort nach einer Schwimmweste, da er spĂŒrte, dass etwas nicht stimmte.»
Spezialteams suchen unter Wasser
Die Behörden suchten mit Schiffen, Schlauchbooten und einem Helikopter im Meer und an den KĂŒsten nach Vermissten. Zudem sei ein 13-köpfiges Spezialteam, das in Unterwasserrettung ausgebildet ist, entsandt worden, um bei der Ortung möglicherweise im Wrack der FĂ€hre eingeschlossener Opfer zu helfen, teilte die Regierungsbehörde Basarnas mit.
Im Hafen von Ketapang bangten derweil zahlreiche Angehörige um ihre Lieben und warteten verzweifelt auf Nachrichten. Darunter war Komang Wiardani, die auf Neuigkeiten von ihrem Mann hoffte. «Ich habe von dem Unfall durch meinen Sohn erfahren», sagte sie. «Ich hoffe nur, dass er bald gefunden wird.»
Die StraĂe von Bali - eine schmale, aber oft turbulente Meerenge - ist fĂŒr starke Strömungen und plötzliche WetterumschwĂŒnge bekannt. Viele Indonesier pendeln zwischen Java und Bali, den beiden verkehrsreichsten und am dichtesten besiedelten Inseln des sĂŒdostasiatischen Landes. Das fĂŒr seine Tempel, Reisfelder und Vulkane bekannte Bali ist bei Touristen aus aller Welt beliebt.
Gab es ein Leck im Maschinenraum?Â
Ein Einsatzteam war gleich nach dem Notsignal zum letzten bekannten Standort des Schiffes entsandt worden, jedoch erschwerten schlechtes Wetter und bis zu 2,5 Meter hohe Wellen die Suche, erklÀrte Wahyu. Inoffizielle Berichte von Hafenarbeitern deuten darauf hin, dass das Schiff vor dem Kentern möglicherweise ein Leck im Maschinenraum hatte.
Ein hinterherfahrendes Schiff meldete derweil, dass die FĂ€hre gekentert sei und sĂŒdwĂ€rts treibe. Berichten zufolge soll sie anschlieĂend gesunken sein. Indonesien, ein Staat mit ĂŒber 17.000 Inseln, ist stark auf den FĂ€hrverkehr angewiesen. Sicherheitsstandards werden jedoch oft missachtet, und SchiffsunglĂŒcke sind in dem Land keine Seltenheit.Â
Erst im MĂ€rz war ein Ausflugsboot mit mehr als einem Dutzend Menschen an Bord bei einem Schnorcheltrip vor Bali gekentert. Eine australische Touristin kam dabei ums Leben, zwei weitere Australier wurden verletzt.











