Giftpilz, Lunch

Giftpilz zum Lunch: Mordprozess in Australien beginnt

29.04.2025 - 06:35:04 | dpa.de

Vor zwei Jahren soll eine Australierin drei Menschen mit einem vergifteten Mittagessen ermordet haben. Sie beteuert ihre Unschuld. Jetzt beginnt der Prozess unter großem Medienrummel.

Die AnwÀlte der Angeklagten wollen einen Freispruch ihrer Mandantin erwirken. - Foto: James Ross/AAP/dpa
Die AnwÀlte der Angeklagten wollen einen Freispruch ihrer Mandantin erwirken. - Foto: James Ross/AAP/dpa

Fast zwei Jahre nach dem mysteriösen Giftpilz-Tod von drei Menschen in Australien hat der Prozess gegen die 50-jÀhrige Angeklagte begonnen. Sie muss sich wegen dreifachen Mordes und versuchten Mordes an einer weiteren Person vor einem Geschworenengericht im Latrobe Valley nahe Melbourne verantworten. 

Die Angeklagte namens Erin Patterson hat stets ihre Unschuld beteuert. Die Mutter von zwei Kindern war wenige Monate nach den TodesfĂ€llen festgenommen und ihr Haus durchsucht worden. Sie sitzt seither in Haft. Nach einem Bericht des australischen Senders ABC dĂŒrfte das Verfahren voraussichtlich fĂŒnf bis sechs Wochen dauern. 

«Sie vertreten eine der wichtigsten Institutionen unserer Gemeinschaft, nÀmlich das Schwurgerichtsverfahren», sagte Richter Christopher Beale zum Auftakt.
«Und so obliegt es Ihnen, den Geschworenen, und nur Ihnen, zu entscheiden, ob die Angeklagte der ihr vorgeworfenen Verbrechen schuldig ist oder nicht. Sie allein sind die Richter.» Patterson habe den Start des Verfahrens wortlos beobachtet, berichtete der Sender 9News.

Was war passiert?

Die Geschichte liest sich wie ein Krimi aus der Feder von Agatha Christie, und sie ist fast genauso mysteriös: Die Australierin aus dem Ort Leongatha nicht weit von Melbourne hatte im Juli 2023 ihre Ex-Schwiegereltern und ein weiteres Ehepaar zum Lunch eingeladen. Auf den Tisch kam Beef Wellington: Rinderfilet in knusprigem BlÀtterteig, verfeinert mit Pilzen. 

Am Ende waren drei GĂ€ste tot, der vierte ĂŒberlebte nur knapp und verbrachte mehrere Monate im Krankenhaus. SpĂ€ter stellte sich heraus, dass in dem vermeintlichen Gaumenschmaus wohl hochgiftige KnollenblĂ€tterpilze lauerten. Experten zufolge ist eine durch sie verursachte Vergiftung extrem qualvoll und meist tödlich. 

Der Fall sorgt seither in Down Under und auch international immer wieder fĂŒr Schlagzeilen. Der Sender ABC begleitet den Prozess sogar mit einem eigenen Podcast namens «Mushroom Case Daily» (auf Deutsch etwa: Pilz-Prozess tĂ€glich).

Patterson beteuerte nach dem fatalen Mittagessen, sie habe das Gericht sowohl mit frischen Champignons aus einem Supermarkt als auch mit getrockneten Pilzen aus einem Asia-Shop zubereitet. Forensische Tests ergaben spĂ€ter aber, dass die GĂ€ste den hochgiftigen GrĂŒnen KnollenblĂ€tterpilz (Amanita phalloides) gegessen hatten, auch «Todeskappe» genannt. 

Warum ist dieser Pilz so heimtĂŒckisch?

Schon der Verzehr von 50 Gramm eines GrĂŒnen KnollenblĂ€tterpilzes kann laut Experten tödlich enden. «Denn die darin enthaltenen lebergiftigen Amatoxine verursachen ohne medizinische Versorgung ein mehrfaches Organversagen», heißt es auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Mykologie. Besonders heimtĂŒckisch: Wenn erste Symptome wie BrechdurchfĂ€lle auftreten, kann es oft schon zu spĂ€t sein. «Unbehandelt oder zu spĂ€t behandelt erfolgt der Tod zwischen dem 3. und 10. Tag im hepatischen Koma und/oder durch Multiorganversagen», warnen die Pilz-Experten.

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