Annecy, Messerattacke

Messerattacke in Frankreich: Fahnder Ă€ußern sich zu Motiv

10.06.2023 - 07:45:22

WÀhrend sich die angegriffenen kleinen Kinder nach der Messerattacke auf dem Weg der Besserung befinden, dauert die schwierige Motivsuche an. Die Fahnder wollen erste Ergebnisse prÀsentieren.

Nach der erschĂŒtternden Messerattacke auf einem Spielplatz in Frankreich mit vier verletzten Kindern und zwei erwachsenen Opfern schreitet die Arbeit der Fahnder voran. In der Alpenstadt Annecy, wo es am Donnerstagmorgen zu der Bluttat kam, will die Staatsanwaltschaft heute ĂŒber den Stand ihrer Ermittlungen wegen versuchten Mordes informieren.

Dabei geht es vor allem um das Motiv des kurz nach der Tat ĂŒberwĂ€ltigten Angreifers, das bislang noch vollkommen im Dunkeln liegt. Einzig dass Terrorismus wohl keine Rolle spielt, scheint deutlich. Einiges deutet außerdem auf psychische Probleme bei dem TĂ€ter hin.

Am Freitagvormittag war der festgenommene junge Mann psychologisch begutachtet worden. Von der Polizei hieß es, er habe sich in Gewahrsam besonders unruhig verhalten. Wie die Zeitung «Le Monde» unter Verweis auf die Ermittler berichtete, habe der Angreifer zunĂ€chst keine ErklĂ€rung fĂŒr seine Tat gegeben, das Gewahrsam behindert und sich auf dem Boden gewĂ€lzt.

Asyl in Frankreich beantragt

Bekannt ist, dass der TĂ€ter sich erst seit wenigen Monaten in Frankreich aufgehalten hat. Zuvor habe der Syrer zehn Jahre lang in Schweden gelebt, sagte Premierministerin Élisabeth Borne. Obwohl der Mann in Schweden als Asylbewerber anerkannt war, hatte er im November auch in Frankreich Asyl beantragt. Vier Tage vor der Tat war dieser Antrag abgewiesen worden. Ob dies etwas mit der Tat zu tun haben könnte, ist offen.

Die Polizei hatte den Mann am Sonntag kontrolliert, weil er sich im See von Annecy gewaschen hatte, teilte Innenminister GĂ©rald Darmanin mit, wie die Zeitung «Le Parisien» berichtete. Es gab aber keinen Anlass, ihn festzuhalten. In Annecy hatte der Festgenommene keinen festen Wohnsitz und hielt sich offenbar hĂ€ufig in dem Park auf, in dem es zu der Tat kam. Weil die Asylunterkunft in Annecy ĂŒberfĂŒllt war, habe er in einem Hauseingang ĂŒbernachtet, berichtete die Zeitung «L'Obs».

Gesundheitszustand der Opfer bessert sich

Vorsichtig optimistische Nachrichten gab es unterdessen zum Gesundheitszustand der von dem TÀter angegriffenen vier Kinder zwischen 22 Monaten und drei Jahren, von denen zwei zunÀchst in Lebensgefahr schwebten. Was er zur Gesundheit der verletzten Kinder gehört habe, lasse hoffen, sagte Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron nach einem Besuch im Krankenhaus.

Ein zu den Opfern zĂ€hlendes niederlĂ€ndisches MĂ€dchen befinde sich nicht mehr in Lebensgefahr, sein Gesundheitszustand sei stabil, teilte das niederlĂ€ndische Außenministerium mit. Auch ein Urlauberkind aus Großbritannien zĂ€hlte zu den Opfern. Einer der Erwachsenen kĂ€mpfte nach dem Angriff ebenfalls um sein Leben.

Bereits kurz nach dem Angriff hatte StaatsanwĂ€ltin Line Bonnet-Mathis gesagt, man erkenne zunĂ€chst kein terroristisches Motiv. Auch Alkohol oder Drogen seien wohl nicht im Spiel gewesen. Premierministerin Borne zufolge war der festgenommene Syrer fĂŒr die europĂ€ischen Sicherheitsbehörden ein Unbekannter gewesen. Auch Hinweise auf psychiatrische Behandlungen in der Vergangenheit habe man nicht.

@ dpa.de