Berngau, Waffenkontrolle

Waffenkontrolle in Berngau: Behördenmitarbeiter erschossen, weiterer schwer verletzt

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 19:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einer Waffenkontrolle in Berngau ist ein Beschäftigter des Landratsamtes Neumarkt getötet worden. Ein weiterer Behördenmitarbeiter wurde schwer verletzt; der mutmaßliche Schütze verschanzte sich in einem Wohnhaus.

Nach den Schüssen auf zwei Behördenmitarbeiter verschanzte sich der mutmaßliche Täter in einem Haus. - Bild: Tizian Gerbing/dpa
Nach den Schüssen auf zwei Behördenmitarbeiter verschanzte sich der mutmaßliche Täter in einem Haus. - Bild: Tizian Gerbing/dpa

Bei einer Waffenkontrolle in Berngau in der Oberpfalz ist ein Beschäftigter des Landratsamtes Neumarkt erschossen und ein weiterer schwer verletzt worden.

Mutmaßlicher Schütze im Wohnhaus

Nach bisherigen Erkenntnissen sollten die beiden Behördenmitarbeiter einen Waffenbesitzer kontrollieren. Dieser soll auf die Beschäftigten geschossen und beide getroffen haben.

Nach der Tat verschanzte sich der mutmaßliche Schütze in einem Wohnhaus. Die Polizei umstellte das Gebäude und alarmierte Spezialkräfte. Der Einsatz dauerte am Donnerstagabend an.

Polizei bittet Anwohner, Häuser nicht zu verlassen

Die Polizei bat die Menschen in Berngau, in ihren Häusern zu bleiben oder den abgesperrten Bereich um das Gebäude zu meiden. Gegen 14.00 Uhr hatten mehrere Anrufer wegen Schussgeräuschen Polizei und Rettungskräfte alarmiert.

Spezialkräfte und Hubschrauber im Einsatz

Ein Spezialeinsatzkommando rückte unter anderem mit einem gepanzerten Fahrzeug an. Auch Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Der Polizeisprecher erklärte, der Mann habe sich zurückgezogen; wegen taktischer Erwägungen könne ein solcher Einsatz länger dauern.

Der tödlich verletzte Behördenmitarbeiter wurde nach Angaben der Polizei vor dem Gebäude geborgen. Ob sich weitere Personen mit dem mutmaßlichen Schützen im Haus befanden, blieb zunächst offen.

Kontrolle der Waffenaufbewahrung

Bei der Routinekontrolle sollte unter anderem überprüft werden, ob die Waffen vorschriftsmäßig gelagert wurden. Weitere Angaben zum Ablauf der Kontrolle und zum Motiv des mutmaßlichen Schützen lagen zunächst nicht vor.

Routinekontrollen als Teil des Waffenrechts

Waffenbehörden prüfen bei Kontrollen unter anderem, ob erlaubnispflichtige Waffen vorschriftsmäßig aufbewahrt werden. Solche Überprüfungen gehören zur staatlichen Kontrolle des privaten Waffenbesitzes und sollen sicherstellen, dass Waffen nicht unbefugt zugänglich sind.

Der Fall in Berngau zeigt die besondere Gefährdung, die entstehen kann, wenn Beschäftigte von Behörden bei solchen Aufgaben auf bewaffnete Personen treffen. Für die Mitarbeiter des Landratsamtes war der Einsatz nach den Angaben der Polizei als Routinekontrolle angelegt; die Eskalation ereignete sich nach bisherigem Stand unmittelbar am Kontrollort.

Folgen für Ort und Einsatzkräfte

Für die Bevölkerung in Berngau bedeutete die anschließende Verschanzung des mutmaßlichen Schützen eine akute Gefahrenlage. Die Aufforderung, in den Häusern zu bleiben und Absperrungen zu meiden, soll verhindern, dass Anwohner in den Zugriff der Spezialkräfte oder in eine mögliche Schusslinie geraten. Der Einsatz kann sich bei unklarer Lage über längere Zeit hinziehen.

Offene Fragen des Verfahrens

Im weiteren Verlauf werden die Ermittler klären müssen, wie es zur Schussabgabe kam, welche Waffen eingesetzt wurden und ob sich weitere Menschen im Gebäude befanden. Ebenso wird die spätere Bewertung des Kontrollablaufs und der waffenrechtlichen Voraussetzungen eine Rolle spielen. Belastbare Angaben dazu lagen am Abend noch nicht vor.

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