Santorini, Experten

Santorini: Experten registrieren vulkanische AktivitÀt

05.02.2025 - 15:30:19

Wegen der Erdbebenserie in der ÄgĂ€is jagt in Griechenland eine Krisensitzung die nĂ€chste. Manche Experten glauben, dass es bald Entspannung gibt - andere nicht.

Wissenschaftler haben beim Vulkan der Urlaubsinsel Santorini AktivitĂ€t festgestellt. «Es gibt eine leichte seismisch-vulkanische Erregung», sagte Geologe Dimitris Papazachos bei einer Krisensitzung des griechischen BĂŒrgerschutzministeriums anlĂ€sslich der unheimlichen Erdbebenserie in der Region. Diese seien jedoch nicht ursĂ€chlich fĂŒr die anhaltenden Erdbeben, wegen derer mittlerweile gut zwei Drittel der Inselbewohner aufs Festland geflohen sind.

Zu der Erdbebenserie, die seit fast zwei Wochen unablĂ€ssig die Inseln Santorini, Ios, Amorgos und Anafi erschĂŒttert, gibt es weit auseinanderklaffende Ansichten der Experten. Der Seismologe Akis Tselentis etwa vertrat zuletzt in griechischen Medien die Ansicht, die Erdbeben seien auch durch die Vulkane bedingt. Die Geologin Evi Nomikou von der Athener Uni widerspricht: Die Erdbeben hĂ€tten tektonische Ursachen, sagte sie bei der Krisensitzung. Offen blieb, ob umgekehrt die zahlreichen Erdbeben Ursache fĂŒr die nun festgestellte AktivitĂ€t des Vulkans sein könnten.

Ruhe bewahren, Anweisungen befolgen

Wegen der andauernden Erdbebenserie nordöstlich der Ferieninsel Santorini haben mittlerweile zwei Drittel der rund 16.000 Einwohner die Insel verlassen. MinisterprĂ€sident Kyriakos Mitsotakis hat die Bewohner dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und unbedingt den Anweisungen der Behörden zu folgen. Aus Sorge vor PlĂŒndereien werden die leeren Gassen der Ortschaften verstĂ€rkt von der Polizei kontrolliert, berichtete der Nachrichtensender ERTnews. 

Das Ministerium fĂŒr BĂŒrgerschutz verstĂ€rkte derweil die EinsatzkrĂ€fte auf den betroffenen Inseln. Feuerwehrleute, aber auch RettungskrĂ€fte mit Suchhunden sind vor Ort, ebenso Mitarbeiter der ElektrizitĂ€tswerke, die im Falle eines Stromausfalls nach einem starken Beben große Generatoren betreiben können.

Mögliche Szenarien

Weiterhin bebt die Erde im Minuten- bis Viertelstundentakt. Experten weisen auf unterschiedliche Prognosen zu einem möglichen Ende des PhÀnomens hin. Folgende Varianten werden diskutiert:

  • Es ereignet sich ein Hauptbeben der StĂ€rke 6 und mehr, wodurch sich die aufgebaute Spannung abbaut und langsam aber sicher Ruhe einkehrt.
  • Die Erdbebenserie dauert wochen- oder sogar monatelang an und klingt irgendwann einfach langsam ab.
  • Die Erdbebenserie mĂŒndet in einen gewaltigen Stoß der StĂ€rke 7 und mehr - die Folge wĂ€ren Tsunamis, schwere SchĂ€den und womöglich Tote.
  • Die stĂ€ndigen Erdbeben wecken die zwei großen Vulkane der Region und es kommt zu VulkanausbrĂŒchen. Die Auswirkungen hĂ€ngen dann davon ab, wie stark solch ein Ausbruch wĂ€re.

Eins haben die verschiedenen Szenarien gemein: Niemand kann verbindlich sagen, wann sie eintreten.

@ dpa.de