Brandherde, Chios

Drei Brandherde auf Chios vereinen sich zu großem Feuer

23.06.2025 - 14:53:35

Wegen des gewaltigen Wald- und Buschbrands wurde fĂŒr die ÄgĂ€is-Insel der Zivilschutz-Notstand ausgerufen. Etliche Ortschaften wurden evakuiert. Eine kleine Hoffnung bietet die Wettervorhersage.

Die drei BrĂ€nde, die seit gestern auf der griechischen Insel Chios toben, haben sich im Laufe des Tages zu einem großen Wald- und Buschbrand vereint. Grund dafĂŒr sei der starke Wind in der Region, berichten örtliche Medien. 

FĂŒr die Insel wurde der Zivilschutz-Notstand ausgerufen. Diese Maßnahme ermöglicht den Behörden unter anderem, die EinsatzkrĂ€fte zentral zu koordinieren und SpezialkrĂ€fte aus dem Ausland einfacher anzufordern.

Bereits 17 Ortschaften und ein Auffanglager fĂŒr Migranten wurden auf der nahe der tĂŒrkischen KĂŒste gelegenen ÄgĂ€is-Insel evakuiert. Hunderte Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Touristen waren den Berichten zufolge nicht gefĂ€hrdet.

VerstÀrkung vom Festland

Starke Winde fachen die Flammen weiter an und erschweren der Feuerwehr die Arbeit, wie griechische Medien berichteten. Im Einsatz sind nach Angaben der örtlichen Behörden fast 200 Feuerwehrleute mit 38 Löschfahrzeugen und zahlreichen Löschhubschraubern und -flugzeugen. VerstĂ€rkung wurde auch per Boot vom Festland geschickt. Videos des Insel-Onlineportals politischios.gr zeigten das Ausmaß der Flammen.

Sorge um einzigartige Mastix-Pflanzen

Momentan sorgten sich die Einwohner von Chios nicht nur um ihre HĂ€user, sondern auch um ihre Mastix-Plantagen - die StrĂ€ucher der Pistazien-Pflanze «pistacia lentiscus» wachsen weltweit nur auf Chios und dort auch nur im SĂŒden der Insel. Aus ihnen wird das Harz Mastix gewonnen, das fĂŒr Kaugummis, Likör, SĂŒĂŸspeisen, Kosmetik und medizinische Produkte verwendet wird. Bei BrĂ€nden im Jahr 2010 war bereits fast die HĂ€lfte der Mastix-Haine zerstört worden, mit starken Auswirkungen auf die Insel-Bewohner, von denen viele in der Mastix-Produktion beschĂ€ftigt sind.

Brandstiftung wahrscheinlich

Es sei ausgeschlossen, dass die BrĂ€nde zufĂ€llig entstanden seien, sagte ein Kommunalpolitiker dem Nachrichtensender ERTNews. Die Tatsache, dass die BrĂ€nde fast zeitgleich ausgebrochen seien, spreche klar fĂŒr Brandstiftung. Ermittler seien bereits vor Ort.

Experten gehen davon aus, dass der Großteil der Wald- und BuschbrĂ€nde, die Griechenland jeden Sommer heimsuchen, von Menschen verursacht wird - sei es durch fahrlĂ€ssige Handlungen wie Grillen im Freien oder absichtliche Brandstiftung. Nur in wenigen FĂ€llen können die Verursacher gefasst werden.

Hoffnung auf das Wetter

Der starke Wind in der Region soll zum Abend hin abflauen. Allerdings können die Löschflugzeuge und -hubschrauber nachts nicht fliegen, sodass der Brand kaum eingedĂ€mmt werden wird. Hoffnung besteht fĂŒr den morgigen Vormittag, weil der Wind laut Wetterprognosen schwach bleiben soll.

@ dpa.de