Geflohener Doppelmörder in Brandenburg gefasst
23.06.2024 - 07:28:03Der geflohene zweifache Mörder aus Berlin ist gefasst. Er sei am spÀten Samstagabend in der Gemeinde Dahlwitz-Hoppegarten von brandenburgischen Polizisten festgenommen worden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums der Berliner Polizei.
Rund 54 Stunden, nachdem der 50-JĂ€hrige nicht von seinem ersten unbegleiteten Ausgang in die Haftanstalt Tegel zurĂŒckgekehrt war, wurde er demnach festgenommen. Inzwischen befindet er sich wieder in dem Berliner GefĂ€ngnis.
StraftÀter lÀsst sich widerstandslos festnehmen
Laut Polizei wurde der Mann gegen 23.00 Uhr in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses östlich von Berlin im Landkreis MĂ€rkisch-Oderland festgenommen. Details dazu nannte ein Sprecher der zustĂ€ndigen Polizeidirektion Ost nicht. Der Mann habe sich widerstandslos von brandenburgischen Polizisten abfĂŒhren lassen. Vor der Festnahme habe es einen Hinweis aus der Bevölkerung gegeben, so der Polizeisprecher. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) bedankte sich bei den Beteiligten: «Die enge und professionelle Zusammenarbeit der Sicherheits- und Justizbehörden zahlt sich aus.» Derartige VerstöĂe fĂŒhrten zu einer RĂŒcknahme der Lockerungen, sagte ein Sprecher der Senatsjustizverwaltung. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hĂ€lt eine ĂberprĂŒfung der AblĂ€ufe fĂŒr erforderlich. Man mĂŒsse den Spagat zwischen Rechtssprechung und Resozialisierung schaffen, ohne dass Menschen gefĂ€hrdet werden, so der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh.
Ersten unbegleiteten Ausgang zur Flucht genutzt
Der 50-JĂ€hrige hatte am Donnerstagnachmittag seinen ersten unbegleiteten Ausgang zur Flucht aus der Haftanstalt Tegel genutzt. Nach Angaben der Justizverwaltung beging er 1995 zwei Morde und wurde deshalb zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Details nannte ein Justizsprecher nicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin wurde der Mann im November 2001 in der Hauptstadt verurteilt.
Nach Angaben der Justizverwaltung wurden dem StraftĂ€ter seit dem Jahr 2005 regelmĂ€Ăig AusgĂ€nge gewĂ€hrt. Zu solchen Lockerungen seien die Strafvollzugsbehörden verfassungsrechtlich verpflichtet, auch um Betroffene auf ein geregeltes Leben in Freiheit vorzubereiten, hieĂ es. Bislang habe es keine Beanstandungen gegeben.
Gutachter hatte keine Bedenken
Bevor der Mann nun unbegleitet die Haft verlassen durfte, gab es laut Justizverwaltung ein «umfassendes PrĂŒfverfahren». Dazu habe ein forensisch-psychiatrisches Gutachten eines externen SachverstĂ€ndigen gehört. Nach dessen EinschĂ€tzung sei die Lockerung zu verantworten gewesen. «Es gab keine Anhaltspunkte fĂŒr eine NichtrĂŒckkehr des Strafgefangenen», hieĂ es von der Justizverwaltung.
Im vergangenen Februar hatte ein verurteilter Vergewaltiger einen begleiteten Ausgang in Berlin zur Flucht genutzt. Der 54-JĂ€hrige saĂ in der Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel ein. Der StraftĂ€ter wurde nach rund drei Tagen in Schleswig-Holstein gefasst. Nach seiner RĂŒckkehr in die Sicherungsverwahrung wurden die Lockerungen nach Angaben der Justizverwaltung gestrichen.


