Santorini, Gut

Santorini: Gut ein Drittel der Einwohner abgereist

04.02.2025 - 09:17:36

Weiterhin bebt es auf der Ferieninsel in AbstĂ€nden von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde. Wann und vor allem wie wird das unheimliche PhĂ€nomen in der ÄgĂ€is enden?

  • Vor allem Frauen, Kinder und Ältere verlassen die Region. - Foto: Socrates Baltagiannis/dpa

    Socrates Baltagiannis/dpa

  • Santorini: GefĂ€hrliche Inselidylle. - Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

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Vor allem Frauen, Kinder und Ältere verlassen die Region. - Foto: Socrates Baltagiannis/dpaSantorini: GefĂ€hrliche Inselidylle. - Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

Am zwölften Tag der unheimlichen Erdbebenserie auf der beliebten Ferieninsel Santorini und den umliegenden Eilanden verlassen weiterhin viele Menschen die Region. Allein von den rund 16.000 Einwohnern Santorinis soll mehr als ein Drittel nach Athen und zu anderen Festlandsorten geflohen sein, berichten griechische Medien. Unter den Passagieren auf den großen FĂ€hren sind vor allem Frauen und Kinder.

In der Nacht wurden erneut zahlreiche ErdstĂ¶ĂŸe gemessen. Der stĂ€rkste erreichte eine StĂ€rke von 4,9. Beben dieser GrĂ¶ĂŸenordnung sind fĂŒr die Insulaner noch nicht gefĂ€hrlich und auch nicht selten. Es ist die dichte Taktung, die die Menschen in Angst versetzt - und die Frage, auf welche Weise das PhĂ€nomen enden wird. 

Nach wie vor rechnen griechische Seismologen damit, dass das Hauptbeben noch bevorsteht. Erst anschließend könne gesagt werden, ob sich die aufgestaute seismische Energie in der Region entladen habe. Die StĂ€rke solch eines Bebens könnte bei 5,5 bis 6 liegen. In diesem Bereich sind die Gefahren weiterhin verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gering; gefĂ€hrdet seien dann vor allem schlecht gebaute HĂ€user, heißt es. Allerdings kann niemand mit Sicherheit sagen, ob ein Hauptbeben auch die StĂ€rke 7 erreichen könnte - dann wĂ€re mit massiven SchĂ€den zu rechnen.

«FlĂŒchtling im eigenen Land»

Der Ansturm auf die FĂ€hr- und Flugtickets auf Santorini blieb groß. Fluglinien richteten SonderflĂŒge ein, Reedereien schickten zusĂ€tzliche FĂ€hren. «Ich habe seit Tagen nicht geschlafen, die Kinder und die Frauen weinen, es bebt alle fĂŒnf Minuten», sagte ein Mann, der einen Platz auf der FĂ€hre Blue Star 1 nach Athen ergattert hatte, zu Journalisten. Fernsehbilder zeigten vollgepackte Autos fliehender Menschen. «Ich fĂŒhle mich wie ein FlĂŒchtling im eigenen Land», klagte eine Frau.

Unter den Fachleuten herrscht RĂ€tselraten ĂŒber die ungewöhnliche Erdbebenserie. «Noch nie haben wir ein PhĂ€nomen so vieler Erdbeben binnen so kurzer Zeit registriert», sagte Geologie-Professorin Evi Nomikou dem Nachrichtensender Skai. 

Gefahr durch Unterwasservulkan

Sorgen bereitet den Wissenschaftlern, dass durch die andauernden Beben der große Vulkan Kolumbos aktiviert werden könnte, der nordöstlich der Insel unter Wasser liegt. Er hatte im Jahr 1650 bei einer gewaltigen Eruption schwere SchĂ€den im gesamten östlichen Mittelmeer angerichtet.

@ dpa.de