UN: Frauenkörper als politisches Schlachtfeld missbraucht
17.04.2024 - 06:17:12Rassismus, Sexismus und andere Formen von Diskriminierung verletzen nach einem UN-Bericht das Recht von Millionen MĂ€dchen und Frauen weltweit auf sexuelle und reproduktive Gesundheit. Das berichtet der UN-Bevölkerungsfonds UNFPA in New York. Gemeint ist damit nach der Definition des deutschen Ministeriums fĂŒr Entwicklungszusammenarbeit «das uneingeschrĂ€nkte körperliche und seelische Wohlbefinden in Bezug auf alle Bereiche der SexualitĂ€t und Fortpflanzung des Menschen».
Politische Entscheidungsgremien seien zu sehr von MĂ€nnern dominiert, sagte die UNFPA-Exekutivdirektorin Natalia Kanem, Frauen hĂ€tten zu wenig Mitspracherecht. Vielfach wĂŒrden die Körper der Frauen als politische Schlachtfelder missbraucht, sagte sie unter anderem in Bezug auf Debatten etwa ĂŒber das Recht auf Abtreibung.
Rund 800 Frauen sterben jeden Tag wĂ€hrend der Geburt, wie UNFPA berichtete. Ein Viertel aller Frauen habe bislang nicht das Recht, Nein zu sagen, wenn ihr Partner Sex wolle, und jede zehnte Frau könne keine eigenen Entscheidungen ĂŒber EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung treffen. Ăberall seien die Ărmsten am stĂ€rksten benachteiligt: Die HĂ€lfte der TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt oder Komplikationen danach entfalle auf LĂ€nder mit humanitĂ€ren Krisen oder Konflikten. Das seien etwa 500 TodesfĂ€lle jeden Tag. Auch innerhalb von LĂ€ndern profitierten reichere Frauen stĂ€rker von Gesundheitsdiensten als Ă€rmere.
UNFPA verlangt Programme zur Verbesserung der Situation, die sich spezifisch an die benachteiligten Frauen richten. Investitionen von 79 Milliarden Dollar (rund 74 Mrd Euro) in LÀndern mit niedrigen und mittleren Einkommen könnten bis 2030 rund 400 Millionen ungeplante Schwangerschaften verhindern und eine Million Leben retten.


