Messerangriff, Park

Messerangriff im Park - zwei Tote, zwei Schwerverletzte

22.01.2025 - 15:56:09

Wie aus dem Nichts soll ein Mann in Aschaffenburg arglose Menschen attackiert haben. FĂŒr einen Jungen und einen Mann kommt jede Hilfe zu spĂ€t. Nun sucht die Polizei nach Antworten.

Es ist ein frostiger Mittwoch, die Sonne scheint. Doch um die Mittagszeit wird das frĂ€nkische Aschaffenburg jĂ€h aus seinem Alltag gerissen. Mitten in einem beliebten Innenstadtpark attackiert ein 28-JĂ€hriger nach ersten Polizeierkenntnissen mehrere Menschen mutmaßlich mit einem Messer. Ein zweijĂ€hriger Junge stirbt und auch einem 41 Jahre alten Mann können die RettungskrĂ€fte nicht mehr helfen. Zwei weitere Menschen kommen schwer verletzt in ein Krankenhaus. 

War es ein Terrorakt, die Tat eines psychisch Kranken oder ging es um etwas Persönliches? «Zur Motivlage sind die Ermittlungen angelaufen», sagt ein Polizeisprecher und bittet darum, auf Spekulationen zu verzichten. Der Tatablauf ist auch Stunden nach der Messerattacke nicht gesichert. Ob der Festgenommene sich schon zu der Tat geĂ€ußert hat, bleibt ungewiss. 

Fußstreifen oft im Park unterwegs

Die Polizei ist nach dem Angriff rasch vor Ort, womöglich auch, weil Fußstreifen regelmĂ€ĂŸig in dem Park unterwegs sind. Polizisten nehmen den 28-JĂ€hrigen mit afghanischer Staatsangehörigkeit fest. Er wohnte nach dpa-Informationen in einer Asylunterkunft in der Gegend, war schon einmal psychisch auffĂ€llig. Ob er sich bei seiner Festnahme wehrt, ist zunĂ€chst nicht öffentlich bekannt. Auch zu seiner Vorgeschichte gibt es zunĂ€chst keine gesicherten Informationen, beispielsweise, ob er polizeibekannt ist und wann er nach Deutschland kam. 

Es vergeht an diesem Mittwoch keine Stunde, da ist die Öffentlichkeit ĂŒber die Attacke informiert. Polizisten riegeln den Park weitrĂ€umig ab, ein Hubschrauber ist im Einsatz. Schaulustigen bleibt der Blick auf den Tatort weitgehend versperrt, es wimmelt vor Polizisten. Hier und da ist Absperrband gespannt.

Eine Gefahr fĂŒr die Bevölkerung bestehe nicht - das betonen die Beamten immer wieder. Der einzige VerdĂ€chtige sei gefasst, die mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt.

ZunĂ€chst Meldung ĂŒber zwei VerdĂ€chtige

Kurz nach dem Angriff geht die Polizei noch von zwei mutmaßlichen TĂ€tern aus. Das bestĂ€tigt sich spĂ€ter aber nicht. «Bei der zweiten festgenommenen Person handelte es sich um einen Zeugen. Dieser wird derzeit vernommen», schreiben die Beamten auf X. 

Wer die Opfer sind und in welchem VerhÀltnis sie zueinander stehen, ist zunÀchst unklar. Auch zum Tatablauf gibt es keine bestÀtigten Informationen. Eine Gruppe von Kindern und Erziehern könnte in die Tat verwickelt sein - wie genau, bleibt erst einmal unklar. 

Bahnverkehr beeintrÀchtigt

Weil der VerdĂ€chtige versucht haben soll, ĂŒber Bahngleise zu fliehen, wird der Bahnverkehr in Aschaffenburg eingestellt. Der Großeinsatz fĂŒhrt auf der Bahnstrecke zwischen WĂŒrzburg und Frankfurt zu ZugausfĂ€llen und VerspĂ€tungen. Der Hauptbahnhof in Aschaffenburg sei wegen des Einsatzes vorerst gesperrt, sagt eine Sprecherin der Bahn. Dauer unklar.

ICEs zwischen Frankfurt und WĂŒrzburg werden deshalb umgeleitet, was laut Bahn zu VerspĂ€tungen von etwa einer halben Stunde fĂŒhrt. RegionalzĂŒge werden zunĂ€chst zurĂŒckgehalten. Die Bahn warnt, dass kurzfristige AusfĂ€lle und VerspĂ€tungen möglich seien.

Vermehrt Straftaten im Park 

Aschaffenburg hat um die 70.000 Einwohner und liegt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken, nahe der Landesgrenze zu Hessen. Der Park namens Schöntal befindet sich in der Innenstadt. 

Der historische Park im englischen Gartenstil ist nach Stadtangaben etwas mehr als neun Hektar groß. In der jĂŒngsten Vergangenheit kam es in dem Areal vermehrt zu Straftaten, wie die Aschaffenburger Polizei Ende 2024 dem «Main-Echo» sagt. OberbĂŒrgermeister JĂŒrgen Herzing (SPD) betont damals: «Die Beschwerden darĂŒber, dass sich Menschen im Schöntal nicht mehr sicher fĂŒhlen, hĂ€ufen sich.» Nach der Gewalttat am Mittwoch bricht der OB seinen Urlaub ab und eilt zurĂŒck an den Untermain.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei bittet in Tagesverlauf um Hilfe möglicher Zeugen. «Wir bereiten gerade ein Portal vor, mit dem Ihr uns Eure sachdienlichen Bilder und Videos zusenden könnt», teilt das PolizeiprÀsidium Unterfranken auf X mit. Augenzeugen des Vorfalls sollten sich zudem beim Polizeinotruf 110 oder einer Polizeidienststelle melden.

@ dpa.de