Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Arbeit als MĂ€nner
28.02.2024 - 13:10:18Frauen leisten einer Studie zufolge deutlich mehr unbezahlte Arbeit als MÀnner. Im Schnitt verbringen Frauen demnach rund 44 Prozent mehr Zeit mit sogenannter Sorgearbeit als MÀnner. «Damit leisten Frauen am Tag durchschnittlich eine Stunde und siebzehn Minuten mehr unbezahlte Arbeit», sagte die PrÀsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, in Berlin.
Basis ist eine Studie von 2022, die untersucht, wie Menschen ihre Zeit aufteilen. Unbezahlte Arbeit bezieht sich dabei etwa auf HaushaltsfĂŒhrung, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen und soziales Engagement sowie die UnterstĂŒtzung haushaltsfremder Menschen.
Rollenaufteilung hat sich kaum verÀndert
Insgesamt verbringen Frauen demnach im Schnitt fast 45,5 Stunden pro Woche mit Arbeit, knapp 30 Stunden davon mit unbezahlter Arbeit. Bei MĂ€nnern sieht das anders aus: Sie verbringen mit knapp 21 Stunden weniger als die HĂ€lfte ihrer 44-Stunden-Woche mit unbezahlter Arbeit. «Diese Rollenaufteilung, bei der MĂŒtter sich vorrangig um den Haushalt und die Kinder kĂŒmmern und VĂ€ter die HaupterwerbstĂ€tigen sind, hat sich im Zeitvergleich kaum verĂ€ndert», erklĂ€rte Brand. Zuletzt war die Studie im Jahr 2012/2013 durchgefĂŒhrt worden.
Fast die HĂ€lfte der unbezahlten TĂ€tigkeit setzt sich bei Frauen dabei aus klassischer Hausarbeit wie Kochen, Putzen und WĂ€sche waschen zusammen. In die Kinderbetreuung investieren Frauen den Ergebnissen zufolge fast doppelt so viel Zeit wie MĂ€nner. Dabei wĂŒrden sich MĂŒtter gern mehr mit bezahlter Arbeit beschĂ€ftigen: Jede vierte erwerbstĂ€tige Mutter gab an, dass sie gern mehr Zeit fĂŒr ihre ErwerbstĂ€tigkeit hĂ€tte. DemgegenĂŒber wĂŒrde jeder vierte Vater lieber weniger Zeit mit der ErwerbstĂ€tigkeit verbringen und sich stattdessen lieber anderen Dingen widmen.
Ausbau der Kindertagesbetreuung
Familienministerin Lisa Paus (GrĂŒne) kritisierte die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit: «FĂŒr Frauen bedeutet das meist: ein geringeres Gehalt, weniger berufliche Chancen und eine prekĂ€re Alterssicherung.» Es sei wichtig, dass Frauen wirtschaftlich auf eigenen Beinen stĂŒnden. Das gelinge aber nur, wenn Frauen und MĂ€nner unbezahlte Sorgearbeit gemeinsam ĂŒbernĂ€hmen. «Daher investieren wir weiter in den Ausbau und die QualitĂ€t der Kindertagesbetreuung», sagte Paus.
Das Statistische Bundesamt erfasst im zehnjÀhrigen Turnus, wie die Menschen in Deutschland ihre Zeit verbringen. Bei der Erhebung 2022 wurden rund 10.000 Haushalte mit 20.000 Menschen ab 10 Jahren auf freiwilliger Basis an drei vorgegebenen Tagen (davon zwei Wochentage und ein Tag am Wochenende) aufgefordert, ihre verbrachte Zeit in 10-Minuten-Schritten in einem Zeit-Tagebuch oder in einer App festzuhalten.


