Philippinen, Erdbeben

Starkes Erdbeben auf Philippinen - mindestens vier Tote

10.10.2025 - 11:14:06

Wieder erschĂŒttert ein schweres Erdbeben die Philippinen. Die Behörden warnen zunĂ€chst vor einer zerstörerischen Flutwelle - aber die Gefahr scheint gebannt. Dennoch gibt es Tote.

Bei einem schweren Erdbeben der StĂ€rke 7,4 auf den Philippinen sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer starben alle in der sĂŒdlichen Provinz Davao Oriental, in der sich das Beben am Morgen (Ortszeit) ereignet hatte, wie der Zivilschutz und die Polizei mitteilten. Erst vor einer guten Woche hatte ein starkes Erdbeben den Inselstaat erschĂŒttert und Dutzende Menschen in den Tod gerissen.

Das Zentrum lag laut der US-Erdbebenwarte USGS in einer relativ geringen Tiefe von rund 58 Kilometer auf der Insel Mindanao. Das Philippinische Institut fĂŒr Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) bezifferte die StĂ€rke des Bebens sogar zunĂ€chst auf 7,6, revidierte dies aber spĂ€ter auf 7,4. 

Phivolcs gab auch eine Tsunami-Warnung fĂŒr sieben Provinzen heraus und betonte, «zerstörerische Flutwellen» von mehr als einem Meter Höhe könnten ĂŒber mehrere Stunden hinweg auf Land treffen. Anwohner in KĂŒstenregionen wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben. SpĂ€ter wurde die Warnung dem US-Tsunami-Warnzentrum zufolge wieder aufgehoben.

SchĂ€den und Nachbeben befĂŒrchtet

Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol sagte im Radio, es sei mit SchĂ€den und Nachbeben zu rechnen. In vielen betroffenen Gebieten fiel der Strom aus. In der Kleinstadt Manay wurden GebĂ€ude beschĂ€digt, darunter eine Kirche - das genaue Ausmaß der SchĂ€den sei aber noch unklar, sagte Ednar Dayanghirang vom örtlichen Zivilschutz, der sich zum Zeitpunkt des Bebens in Davao City aufhielt. «Es war sehr stark, die Menschen waren in Panik und rannten aus den GebĂ€uden.» Dayanghirang erklĂ€rte im Radio, eines der Todesopfer sei von einer umstĂŒrzenden Betonwand erfasst worden.

Videos in sozialen Netzwerken zeigten, wie Decken einstĂŒrzten und Möbel in HĂ€usern umkippten. In einigen GebĂ€uden zersplitterten Glasfenster und -tĂŒren. Ein Video zeigte schreiende und in Panik geratene SchĂŒler, als Holzpaneele von der Decke ihres Klassenzimmers in Davao City fielen. Laut Behördenangaben wurden einige SchĂŒler ohnmĂ€chtig und erlitten leichte Prellungen. Die AuthentizitĂ€t der Aufnahmen konnte zunĂ€chst nicht bestĂ€tigt werden.

«Das Beben war so stark, dass es schwierig war, aufrecht zu stehen. Wir fielen immer wieder, als wir unser Hotelzimmer evakuierten», sagte ein Augenzeuge einem lokalen Radiosender. Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes betonte: «Das ist wahrscheinlich das stÀrkste Beben, das ich je erlebt habe.»

Dutzende Tote bei jĂŒngstem Beben

Erst Ende September hatte ein Beben der StĂ€rke 6,9 ??die etwa 515 Kilometer entfernte Zentralprovinz Cebu erschĂŒttert. Mindestens 74 Menschen kamen ums Leben, rund 550 weitere wurden verletzt. Es gab Tausende Nachbeben.

Die Philippinen liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einem VulkangĂŒrtel, der den Pazifik von drei Seiten umgibt. In der geologisch aktivsten Zone der Erde gibt es hĂ€ufig Erdbeben und VulkanausbrĂŒche.

@ dpa.de