Kind, Ermittlungen

Kind getötet - Ermittlungen gehen weiter

13.06.2024 - 11:56:03

«Wir haben Thesen zum Motiv», sagt die OberstaatsanwÀltin zu den laufenden Ermittlungen nach dem Tod der neunjÀhrigen Valeriia. Im Blick ist dabei auch das «engere soziale Umfeld».

  • Auf der Suche nach dem ukrainischen MĂ€dchen waren mehr als 400 Polizisten im Einsatz. - Foto: Robert Michael/dpa

    Robert Michael/dpa

  • Sichtlich gerĂŒhrt berichtet der Chemnitzer PolizeiprĂ€sident Carsten Kaempf ĂŒber den aktuellen Ermittlungsstand im Fall Valeriia. - Foto: Robert Michael/dpa

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Auf der Suche nach dem ukrainischen MĂ€dchen waren mehr als 400 Polizisten im Einsatz. - Foto: Robert Michael/dpaSichtlich gerĂŒhrt berichtet der Chemnitzer PolizeiprĂ€sident Carsten Kaempf ĂŒber den aktuellen Ermittlungsstand im Fall Valeriia. - Foto: Robert Michael/dpa

Am Tag zwei nach dem Fund der Leiche der neunjĂ€hrigen Valeriia in einem Wald bei Döbeln sucht die Mordkommission weiter nach einem oder mehreren TĂ€tern. Dazu wĂŒrden Spuren gesucht, Zeugen vernommen und Aussagen ausgewertet, sagte OberstaatsanwĂ€ltin Ingrid Burghart am Donnerstag auf Anfrage. 

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind nicht sexuell missbraucht wurde. «Das MÀdchen war bekleidet.» Zu genaueren ErmittlungsansÀtzen wollte sie nichts sagen, ebenso zur Todesursache - wegen eines möglichen TÀterwissens. «Wir haben Thesen zum Motiv», sagte Burghart. «Deshalb suchen wir ja auch im engeren sozialen Umfeld. Aber ich kann im Moment nichts dazu sagen.»

Recherchen der «Bild» zufolge haben die Ermittler zwei MĂ€nner im Visier. Einer sei der Ex-Freund von Valeriias Mutter und solle sich in Tschechien aufhalten. Er habe die Mutter am Vormittag von Valeriias Verschwinden kontaktiert, so «Bild». Sein Handy soll in einer Funkzelle in Döbeln eingeloggt gewesen und er von der Überwachungskamera eines Nachbarhauses gefilmt worden sein. Gesucht werde außerdem ein Mitte 50-JĂ€hriger, der Valeriias Mutter zuvor gestalkt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wollte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur dazu nichts sagen. 

Zeugin berichtete von Schreien

Fragen wirft nach wie vor auf, warum die Polizei so spÀt in dem Areal nach dem MÀdchen gesucht hat. Eine Zeugin hatte am Tag von Valeriias Verschwinden am Stadtrand Schreie gehört und spÀter der Polizei davon berichtet. Laut Polizei hatte dies aber zunÀchst nicht genauer eingegrenzt werden können und der Fund der Leiche sei rund 2 Kilometer entfernt gewesen. Als die Familie selbst spÀter der Polizei mitteilte, dass sie öfter in dem Wald an den Knollensteinen gewesen sei, wurde die Suche dorthin ausgedehnt. Dabei war am Dienstagnachmittag das MÀdchen tot im Unterholz gefunden worden. 

GeprĂŒft wird von der Staatsanwaltschaft auch ein mögliches Fehlverhalten seitens der Schule. Die hatte Valeriias Mutter nicht wie vorgeschrieben kontaktiert, als das Kind am Montag voriger Woche nicht im Unterricht war. Dazu werde ein Bericht des Landesamtes fĂŒr Schule und Bildung abgewartet und dann entschieden, ob ein Anfangsverdacht fĂŒr strafrechtliches Handeln vorliege, hieß es. Im Raum stehe eine mögliche Verletzung der FĂŒrsorge- und Aufsichtspflicht. Die Behörde hatte das VersĂ€umnis der Schule bestĂ€tigt und geht dem Fehlverhalten nach. Den Angaben zufolge könnte das arbeitsrechtliche Schritte nach sich ziehen. 

@ dpa.de