Kind getötet - Ermittlungen gehen weiter
13.06.2024 - 11:56:03Am Tag zwei nach dem Fund der Leiche der neunjĂ€hrigen Valeriia in einem Wald bei Döbeln sucht die Mordkommission weiter nach einem oder mehreren TĂ€tern. Dazu wĂŒrden Spuren gesucht, Zeugen vernommen und Aussagen ausgewertet, sagte OberstaatsanwĂ€ltin Ingrid Burghart am Donnerstag auf Anfrage.Â
Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind nicht sexuell missbraucht wurde. «Das MÀdchen war bekleidet.» Zu genaueren ErmittlungsansÀtzen wollte sie nichts sagen, ebenso zur Todesursache - wegen eines möglichen TÀterwissens. «Wir haben Thesen zum Motiv», sagte Burghart. «Deshalb suchen wir ja auch im engeren sozialen Umfeld. Aber ich kann im Moment nichts dazu sagen.»
Recherchen der «Bild» zufolge haben die Ermittler zwei MĂ€nner im Visier. Einer sei der Ex-Freund von Valeriias Mutter und solle sich in Tschechien aufhalten. Er habe die Mutter am Vormittag von Valeriias Verschwinden kontaktiert, so «Bild». Sein Handy soll in einer Funkzelle in Döbeln eingeloggt gewesen und er von der Ăberwachungskamera eines Nachbarhauses gefilmt worden sein. Gesucht werde auĂerdem ein Mitte 50-JĂ€hriger, der Valeriias Mutter zuvor gestalkt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wollte auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur dazu nichts sagen.Â
Zeugin berichtete von Schreien
Fragen wirft nach wie vor auf, warum die Polizei so spĂ€t in dem Areal nach dem MĂ€dchen gesucht hat. Eine Zeugin hatte am Tag von Valeriias Verschwinden am Stadtrand Schreie gehört und spĂ€ter der Polizei davon berichtet. Laut Polizei hatte dies aber zunĂ€chst nicht genauer eingegrenzt werden können und der Fund der Leiche sei rund 2 Kilometer entfernt gewesen. Als die Familie selbst spĂ€ter der Polizei mitteilte, dass sie öfter in dem Wald an den Knollensteinen gewesen sei, wurde die Suche dorthin ausgedehnt. Dabei war am Dienstagnachmittag das MĂ€dchen tot im Unterholz gefunden worden.Â
GeprĂŒft wird von der Staatsanwaltschaft auch ein mögliches Fehlverhalten seitens der Schule. Die hatte Valeriias Mutter nicht wie vorgeschrieben kontaktiert, als das Kind am Montag voriger Woche nicht im Unterricht war. Dazu werde ein Bericht des Landesamtes fĂŒr Schule und Bildung abgewartet und dann entschieden, ob ein Anfangsverdacht fĂŒr strafrechtliches Handeln vorliege, hieĂ es. Im Raum stehe eine mögliche Verletzung der FĂŒrsorge- und Aufsichtspflicht. Die Behörde hatte das VersĂ€umnis der Schule bestĂ€tigt und geht dem Fehlverhalten nach. Den Angaben zufolge könnte das arbeitsrechtliche Schritte nach sich ziehen.Â





