Zahl der Flutopfer in Ostafrika auf mehr als 200 gestiegen
29.11.2023 - 11:25:21 | dpa.deNach wochenlangen schweren RegenfĂ€llen in Ostafrika melden Regierungen und UN immer mehr Tote und Flut-FlĂŒchtlinge. Allein in Kenia und Somalia kamen insgesamt mehr als 200 Menschen ums Leben. Nach somalischen Regierungsangaben stieg die Zahl der Toten in Somalia am Mittwoch auf 101. Nach Angaben der Regierung in Mogadischu flohen 1,5 Millionen Menschen aus ihren StĂ€dten und Dörfern - nahezu doppelt so viele wie zuvor von der UN-Nothilfeorganisation OCHA gemeldet. Insgesamt werde von 2,5 Millionen betroffenen Menschen in dem Land am Horn von Afrika ausgegangen.
Auch im Nachbarland Kenia spitzt sich die Lage zu. Raymond Omollo, der Innenminister des ostafrikanischen Landes, sprach bereits am Dienstag bei einem Krisentreffen von mindestens 120 Todesopfern. AuĂerdem seien Menschen aus fast 90.000 Haushalten vor den Fluten geflohen und in 120 provisorisch errichteten Lagern untergebracht worden. Zur Gesamtzahl der Betroffenen machte er keine Angaben.
Die Ăberschwemmungen sind eine Folge des anhaltenden Regens im Zusammenhang mit dem WetterphĂ€nomen El Niño. Hilfsorganisationen warnten bereits vor einer steigenden Zahl von CholerafĂ€llen und anderen Krankheiten, die durch stehendes Wasser ausgelöst werden, in den betroffenen Gebieten. Besonders dramatisch ist die Lage in lĂ€ndlichen Gebieten und stĂ€dtischen Slums ohne Kanalisation.
Von DĂŒrre gezeichnet
In den vergangenen Jahren waren Somalia, aber auch der Nordosten Kenias und Teile Ăthiopiens schwer von DĂŒrre gezeichnet. Die Regenzeiten, die eigentlich zweimal jĂ€hrlich auftreten, fielen fĂŒnfmal in Folge aus.
Das durch eine ErwĂ€rmung des tropischen Pazifiks entstehende El Niño-PhĂ€nomen verursacht unter anderem eine «Umkehrung» des Wetters mit schwerem Regen in DĂŒrregebieten und Trockenheit in sonst niederschlagsreichen Gebieten. Das PhĂ€nomen ist in der Regel alle zwei bis sieben Jahre zu beobachten. Klimaforschern zufolge verstĂ€rkt die voranschreitende KlimaerwĂ€rmung besonders heftige El-Niño-Ereignisse.
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